Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Das Jahr 2019 – Ein Rückblick

Mit insgesamt 23 Veranstaltungen, davon 12 Veranstaltungen in Leipzig, weiteren 10 in Sachsen, einer in Berlin sowie der sechswöchigen Ausstellung "Worthaft-Bildhaft. Kunst politischer Gefangener" in der Leipziger Galerie Süd haben wir als Lyrikgesellschaft im Jahr 30 nach dem Fall der Mauer ein vielfältiges Programm geboten.

Dazu zählten die Lesungen und Zeitzeugengespräche im Schulmuseum Leipzig, in Bibliotheken bzw. Gymnasien von Bautzen, Chemnitz, Grimma, Leipzig, Markkleeberg, Plauen und Reichenbach, desgleichen die Ehrung für den Schirmherrn der GZL, den Dichter Karl Krolow, aus Anlass von dessen 20. Todestag im Literaturhaus Leipzig, die Präsentationen unserer Zeitschrift "Poesiealbum neu" zur Leipziger Buchmesse sowie im Schillerhaus Leipzig, der New York-Abend im Café Eigler im Capa-Haus, die Ringelnatz-Veranstaltungen im Botanischen Garten der Universität Leipzig und während des Ringelnatz-Sommers in Wurzen sowie der Abend mit erotischer Lyrik am Valentinstag in der Leipziger Stadtbibliothek.

Wir danken sehr herzlich unseren Mitveranstaltern und Partnern, all den großzügigen Spenderinnen und Spendern, die das Jahresprogramm in dieser Vielfalt ermöglicht haben, danken dem Landtag des Freistaates Sachsen für die Förderung der "Worthaft-Lesetour" und danken ebenfalls unserem Webmastr Torsten Hanke und usnerem Fotochronisten Gustav Franz, der eine Auswahl an "Ein-Blicken" für diesen summarischen Rückblick getroffen hat.

Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes

Café Eigler am 27. September 2019
ebendort: Jörg Schneider, Axel Thielmann, Ralph Grüneberger, Mayjia Gille (vlnr)
Vor der Buchmesse-Lesung im Gohliser Schlösschen am 23. März 2019
Musikgedichte im Schillerhaus am 14. September 2019
"Der feine Gesang. Karl Krolow zu Ehren" mit Prof. Wolfgang
Mayer König im Literaturhaus Leipzig am 27. August 2019

Poesiealbum neu: New York-Gedichte erschienen

Als Nummer 2/2019 unserer Zeitschrift "Poesiealbum neu" haben wir zum Ende des Jahres unter dem Titel "Hauptstadt der Sehnsucht" Gedichte zur Megametropole auf dem nordamerikanischen Kontinent veröffentlicht. Erstmals wurde in eine Ausgabe des "Poesiealbum neu" ein Fotozyklus aufgenommen. Der Berliner Fotokünstler Antonius, der Kontakt zur Lyrikgesellschaft seit seinem Gewinn beim Gedichtfilmwettbewerb "Tugenden & Sünden" hält (hier erhielt er mit der Edelfeder der Waldmann KG den Preis für die besondere Handschrift), ist ein Kenner dieser Weltstadt und bietet dem Betrachter Blickwinkel fern der touristischen Abziehbilder.

"Hauptstadt der Sehnsucht. New York-Gedichte und Fotografien" umfasst 82 Seiten und kostet 8,70 € und ist ab sofort über die E-Mail-Adresse der GZL kontakt@lyrikgesellschaft.de bestellbar, die Auslieferung erfolgt zu Beginn des neuen Jahres. Eine ausführlich Rezension der Ausgabe findet sich in der Leipziger Internetzeitung vom 26.12.2019.

Die Ausgabe 2/2019 enthält Gedichte und einige Übersetzungen ins Amerikanische von

Johanna Anderka

Michael Augustin

Eva-Maria Berg

Heidi Bergmann

Hartmut Brie

Ingo Cesaro

Ulrike Diez

Siegmar Faust

Julietta Fix

Peter Frömmig

Christine Graf

Ralph Grüneberger

Gisela Hemau

Dieter Höss

Ron Horwege

Nikola Huppertz

Yehuda Hyman

Christine Kappe

Paul Alfred Kleinert

Stephan Krawczyk

Gabriele Kromer

Augusta Laar

Joanna Lisiak

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Walter Neumann

Undine Marion Pelny

Utz Rachowski

Jörg Seifert

Gabriele Stötzer

Daniel Stojek

Monika Taubitz

Holger Teschke

Martin A. Völker

Eine auf 20 Exemplare limitierte Sonderausgabe, die von Ralph Grüneberger und Antonius signiert wurde, enthält eine DVD des gemeinsamen Gedichtfilms "12. September" sowie einen von Antonius signierten Metall-Fotoprint (Format 20 x 30 cm) und kostet 55,55 €. Die Einnahmen sollen dabei helfen, 2020 eine Präsentation dieser Ausgabe zu finanzieren. Verbindliche Bestellungen bitte ebenfalls an kontakt@lyrikgesellschaft.de richten.

Ringelnatz‘ Ameisen haben es nicht bis nach Australien geschafft, aber der Hauptpreis schafft es

Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.

Marie Craven aus Palm Beach in Australien ist die Gewinnerin des vierten von Ralph Grüneberger initiierten Gedichtfilmwettbewerbs, den die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik ausgelobt hat; er galt diesmal der Lyrik des als Hans Gustav Bötticher in Wurzen geborenen Schriftstellers Joachim Ringelnatz, der sich dieses Pseudonym vor genau 100 Jahren gab. Craven erhält den Preis für ihren Film „Die Ameisen“, den die Filmproduktionsfirma Saxonia Media gestiftet hat. Mit einer Einladung zur Leipziger Buchmesse 2020 werden Jo van Nelsen aus Frankfurt am Main und Silvia Nitzsche aus Berlin für ihren Film „Kindergebetchen Nr. 3“ ausgezeichnet, die Hotel- und Reisekosten übernimmt die Leipziger Buchmesse. Der Sonderpreis für die beste Einsendung von unter 18-Jährigen geht an die Geschwister Laurie (11) und Liliy-Belle Mohaupt (14) aus North Berwick in Schottland für ihren Animationsfilm „Abzähl-Reime“. Das Preisgeld stellte das Kulturhistorischen Museums Wurzen bereit. Den Preis des Joachim-Ringelnatz-Vereins Wurzen, einen 2-tätigen Hotelaufenthalt in der Ringelnatz-Geburtstadt, erhielt Erik Lemke aus Berlin für seinen Kurzspielfilm „Das Rezept“ und wird 2020 nach Wurzen reisen. Ebenfalls auf einen 2-tägigen Aufenthalt kann sich für seinen Film „Zu dir“ der gleichfalls in Berlin lebende Fotograf Antonius freuen, er ist demnächst Gast des Ringelnatz-Hotels Rostock-Warnemünde. Den Sonderpreis der Waldmann KG, einen Edelfüllfederhalter in Sterlingsilber, erhält für „Die besondere Handschrift“ Claudia Edermayer aus Linz in Österreich für ihren Film „Übergewicht“.

Die hohe Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an diesem Wettbewerb zeigt sich gerade anhand der vergebenen Geld- und Sachpreise. So erhalten die Teams zweier Grundschulen in Schwedt und Templin für ihre Filme „Die Briefmarke“ und „Heimatlose“, die unter der künstlerischen Leitung von Gabriele Zorn entstanden sind, zugleich einen Geldpreis der Ringelnatz-Gesellschaft Cuxhaven sowie Eintrittskarten für den Zoo Leipzig, die die Sparkasse Leipzig für die 46 Schülerinnen und Schüler und ihre Begleiter bereitstellt. Ebenfalls einen Gruppenpreis erhalten 28 ehemalige Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen des Leibniz-Gymnasiums in Leipzig sowie acht Hamburger Jugendliche und ihre Begleiter. Sie alle werden den Belantis-Park besuchen. Die Vergabe dieses Zusatzpreises ermöglichte das SAEK-Förderwerk für Rundfunk und neue Medien. Insgesamt konnten dank der Unterstützung aller genannten Sponsoren Geld- und Sachpreise im Wert von über 2.800 € vergeben werden.

Am Welttag der Poesie 2020, am 21. bzw. 22. März, werden in 12 deutschen Städten in Ost und West die besten Ringelnatz-Gedichtfilme gezeigt. Geplant ist außerdem für das nächste Jahr die Herstellung einer DVD mit 20-25 der besten Einsendungen.

Leipzig, 1. Oktober 2019

Wassertropfen & Seifenblase. Filme zur Lyrik von Joachim Ringelnatz
Auswertung des Wettbewerbs im Einzelnen

Preis I / Geldpreis der Filmproduktionsgesellschaft Saxonia Media: 500 € erhält Marie Craven, Palm Beach, Australia, für den Film „Die Ameisen“

Marie Craven gelang eine kurze und pointierte Animation, die mit viel Witz und Charme auf das Gedicht antwortet. Der mit Hamburger Einschlag gesprochene Voice Over unterstreicht die Komik des Gedichts „Die Ameisen“ von Joachim Ringelnatz. Die Collagen aus Comic- und Magazinbilder sowie der Bilderfluss sind sehr gut auf den Text abgestimmt und spielen gekonnt mit ihm.

Preis II / Sachpreis der Leipziger Buchmesse: Gast der Leipziger Buchmesse 2020 (zwei Übernachtungen für 2 Personen, inkl. Reisekosten u. Eintrittskarten) geht an Jo van Nelsen (Frankfurt/M.) und Silvia Nitzsche (Berlin), für den Film „Kindergebetchen Nr. 3“

Das Diminutiv dieses Ringelnatz-Gedichts entmystifiziert Ringelnatz selbst durch seinen kontrastiven und provozierenden Text. Allein dieser zeigt philosophisch, wie verbrämend Sprache sein kann und dass sein "Kindergebetchen" rein gar nichts, mit der Realität zu tun hat. Ein hochaktueller Text, der künstlerisch von Jo van Nelsen und Sylvia Nitzsche visuell und narrativ umgesetzt wurde. Denn ihr gelingt es, diesem Gedicht neben der auditiven und der visuellen noch eine ganz eigene narrative Erzählebene beizugeben. Ein Kompliment an die Filmemacherin und dieser Gedichtfilm gehört in jeden Deutsch- und Ethikunterricht!

Preis III / Geldpreis der Ringelnatz-Gesellschaft Cuxhaven: 300 € (je 150 € an beide Gruppen) erhalten die Teams der Grundschule am Egelpfuhl, Templin, und der Bertolt Brecht Grundschule in Schwedt für die Filme „Heimatlose“ und „Die Briefmarke“; Künstlerische Leiterin Gabriela Zorn

Der Gedichtfilm "Heimatlose" der Klasse 4a der Grundschule „Am Egelpfuhl“ in Templin überzeugt durch Witz, Phantasie und filmisches Können. Ein Junge, der auf einer Toilette Radio hört, bildet die Rahmenhandlung, wobei das ringelnatzsche Gedicht originell und wie nebenbei in die Handlung einfließt. Neben den Spielfilmanteilen gibt es dokumentarische Passagen, in denen Kinder über ihr Verständnis von Heimat sprechen, und letztlich kommt sogar noch ein Trickfilmmeerschweinchen dazu. "Heimatlose" ist eine im besten Sinne unberechenbare, kleine Filmwundertüte.

In dem Gedichtfilm „Die Briefmarke“ wird in einem raffiniert gemachten Gespräch zwischen Briefmarken auf das eigentliche Gedicht „Die Briefmarke“ von Joachim Ringelnatz hingeführt. Mit gekonntem Witz, schönen Ideen und viel Liebe zum Detail gelingt es den Schülerinnen und Schülern sowie dem Team von Gabriela Zorn, die fantasievolle Bilderwelt des Dichters einzufangen. 

Preis IV / Sachpreis des Joachim-Ringelnatz-Vereins Wurzen: Hotelaufenthalt in der Ringelnatz-Stadt Wurzen (zwei Übernachtungen für 2 Personen); ausgezeichnet wird Erik Lemke, Berlin, für „Rezept“

Der Spielfilm „Rezept“ von Erik Lemke macht überaus deutlich, mit wie viel Phantasie sich Joachim Ringelnatz ein sehr ungewöhnliches Rezept ausgedacht hat. Schnitt, Schauspiel, Musik und Gedicht ergänzen sich hervorragend und kreieren eine sehr schöne kurze Geschichte mit einem spannenden Ausgang.

Preis V / Sachpreis des Hotels Ringelnatz Rostock-Warnemünde: Hotelaufenthalt (zwei Übernachtungen für 2 Personen) geht an Antonius, Berlin, für „Zu dir“

Dieser Film zu dem Ringelnatz-Gedicht "Zu Dir" ist eine gelungene visuelle Annäherung an das Leben und Wirken Ringelnatz'. Visuell gelungen ist nicht nur die Komposition der Ringelnatz-Bilder, sondern ebenfalls eine Interpretation des Wirkens durch eine Veränderung einer schwarz-weißen zu einer bunten Welt. Auch auditiv überzeugt der Film durch die jeweiligen Geräuschkulissen und ermöglicht dadurch eine Authentizität zwischen Ringelnatz als Gedicht-Autor und Maler. Ganz nebenbei entdecken wir mit diesem Gedichtfilm eine ganz neue Seite von Ringelnatz, die noch nicht so bekannt ist. Eine wunderbare filmische Entdeckung!

Sonderpreis I / Sachpreis der Waldmann KG: Edelfüllfederhalter in Sterlingsilber für „Die besondere Handschrift“ erhält Claudia Edermayer, Linz, Österreich, für „Übergewicht“

Sehr kompakt, sehr strukturiert, stringent und überraschend gestaltet Claudia Edermayer eine ganz eigene Kurzgeschichte des "Übergewichts", erzählt, wie ein Wal auf eine Waage "fällt". In wenigen Minuten eine solche mit einem narrativen Spannungsbogen bis zum Ende versehene Geschichte zu erzählen und gelungen zu visualisieren, ist ein Glücksfall für diesen Wettbewerb. Kompliment zu diesem Film!

Sonderpreis II / Geldpreis des Kulturhistorischen Museums Wurzen: 200 € für eine/n Filmemacher/in unter 18 Jahre (es gilt der Zeitpunkt der Einsendung) erhalten die Kinder Laurie Mohaupt (11) und Liliy-Belle Mohaupt (14), North Berwick, Scotland. Der Film der Geschwister entstand unter der Regie des Vaters Dr. Holger Mohaupt.

Der Film „Abzähl-Reime“ erzeugt Spannung und Witz, indem sich ein Nichtmuttersprachler durch die verrückten Ringelnatzschen Verse mühsam, stockend und zum Teil auch mit falschen Betonungen hindurchschlingelt. Es entsteht ein charmanter sprachlicher Verfremdungseffekt, der auch filmisch originell umgesetzt wurde.

Gruppenpreis I / Sachpreis der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig: Eintrittskarten für den Leipziger Zoo geht an beide Teams aus Templin und Schwedt (Begründung siehe Preis III)

Gruppenpreis II: Eintrittskarten in den Belantispark geht an 8 Schülerteams der 12. Klasse Leibnizschule-Gymnasium Leipzig, Projektleitung Grit Kurth, für die acht Filmbeiträge des Leibniz-Gymnasiums in Leipzig. Hervorzuheben sind dabei die Filme „Nachtwanderung“, „Zeitversprengte Freunde“ und „Zwischen meinen Wänden“, die filmisch und schauspielerisch am meisten überzeugen konnten.

Gruppenpreis III:  Eintrittskarten in den Belantispark erhalten 8 Jugendliche aus Hamburg, die unter der künstlerischen Leitung von Bertolt Hering mit viel Spielfreude und Einfallsreichtum in einem Ferienkurs mehrere Gedichte von Joachim Ringelnatz unter dem Titel „Der Schatz von Ringelnatz“ entwickelt und gedreht haben.

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Jury: Dr. Uta Corsa, Carl-Christian Elze, Thomas Zandeciagomo Del Bel

Idee, Leitung und Organisation: Ralph Grüneberger

Mitarbeit: Klaus Nührig, Dr. Stefan Kabisch, Elke Zorn

Leipzig, im September 2019

Veranstaltungen unserer Mitglieder – Steffen Thiemann

Steffen Thiemann: „Korrespondenzen / Korrespondencje“. Ausstellungseröffnung am 17.1.20, 16 Uhr, im Rahmen der Internationalen Messian-Tage, Europejskie Centrum Pamiec, Edukacja, Kultura Kozlice 1, Zgorzelec

Das Jahr 2019 – Ein Rückblick

  • 26.12.2019

Mit insgesamt 23 Veranstaltungen, davon 12 Veranstaltungen in Leipzig, weiteren 10 in Sachsen, einer in Berlin sowie der sechswöchigen Ausstellung „Worthaft-Bildhaft. Kunst politischer Gefangener“ in der Leipziger Galerie Süd haben wir als Lyrikgesellschaft im Jahr 30 nach dem Fall der Mauer ein vielfältiges Programm geboten.

Dazu zählten die Lesungen und Zeitzeugengespräche im Schulmuseum Leipzig, in Bibliotheken bzw. Gymnasien von Bautzen, Chemnitz, Grimma, Leipzig, Markkleeberg, Plauen und Reichenbach, desgleichen die Ehrung für den Schirmherrn der GZL, den Dichter Karl Krolow, aus Anlass von dessen 20. Todestag im Literaturhaus Leipzig, die Präsentationen unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ zur Leipziger Buchmesse sowie im Schillerhaus Leipzig, der New York-Abend im Café Eigler im Capa-Haus, die Ringelnatz-Veranstaltungen im Botanischen Garten der Universität Leipzig und während des Ringelnatz-Sommers in Wurzen sowie der Abend mit erotischer Lyrik am Valentinstag in der Leipziger Stadtbibliothek.

Wir danken sehr herzlich unseren Mitveranstaltern und Partnern, all den großzügigen Spenderinnen und Spendern, die das Jahresprogramm in dieser Vielfalt ermöglicht haben, danken dem Landtag des Freistaates Sachsen für die Förderung der „Worthaft-Lesetour“ und danken ebenfalls unserem Webmastr Torsten Hanke und usnerem Fotochronisten Gustav Franz, der eine Auswahl an „Ein-Blicken“ für diesen summarischen Rückblick getroffen hat.

Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes

Café Eigler am 27. September 2019
ebendort: Jörg Schneider, Axel Thielmann, Ralph Grüneberger, Mayjia Gille (vlnr)
Vor der Buchmesse-Lesung im Gohliser Schlösschen am 23. März 2019
Musikgedichte im Schillerhaus am 14. September 2019
„Der feine Gesang. Karl Krolow zu Ehren“ mit Prof. Wolfgang
Mayer König im Literaturhaus Leipzig am 27. August 2019

Poesiealbum neu: New York-Gedichte erschienen

  • 22.12.2019

Als Nummer 2/2019 unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ haben wir zum Ende des Jahres unter dem Titel „Hauptstadt der Sehnsucht“ Gedichte zur Megametropole auf dem nordamerikanischen Kontinent veröffentlicht. Erstmals wurde in eine Ausgabe des „Poesiealbum neu“ ein Fotozyklus aufgenommen. Der Berliner Fotokünstler Antonius, der Kontakt zur Lyrikgesellschaft seit seinem Gewinn beim Gedichtfilmwettbewerb „Tugenden & Sünden“ hält (hier erhielt er mit der Edelfeder der Waldmann KG den Preis für die besondere Handschrift), ist ein Kenner dieser Weltstadt und bietet dem Betrachter Blickwinkel fern der touristischen Abziehbilder.

„Hauptstadt der Sehnsucht. New York-Gedichte und Fotografien“ umfasst 82 Seiten und kostet 8,70 € und ist ab sofort über die E-Mail-Adresse der GZL kontakt@lyrikgesellschaft.de bestellbar, die Auslieferung erfolgt zu Beginn des neuen Jahres. Eine ausführlich Rezension der Ausgabe findet sich in der Leipziger Internetzeitung vom 26.12.2019.

Die Ausgabe 2/2019 enthält Gedichte und einige Übersetzungen ins Amerikanische von

Johanna Anderka

Michael Augustin

Eva-Maria Berg

Heidi Bergmann

Hartmut Brie

Ingo Cesaro

Ulrike Diez

Siegmar Faust

Julietta Fix

Peter Frömmig

Christine Graf

Ralph Grüneberger

Gisela Hemau

Dieter Höss

Ron Horwege

Nikola Huppertz

Yehuda Hyman

Christine Kappe

Paul Alfred Kleinert

Stephan Krawczyk

Gabriele Kromer

Augusta Laar

Joanna Lisiak

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Walter Neumann

Undine Marion Pelny

Utz Rachowski

Jörg Seifert

Gabriele Stötzer

Daniel Stojek

Monika Taubitz

Holger Teschke

Martin A. Völker

Eine auf 20 Exemplare limitierte Sonderausgabe, die von Ralph Grüneberger und Antonius signiert wurde, enthält eine DVD des gemeinsamen Gedichtfilms „12. September“ sowie einen von Antonius signierten Metall-Fotoprint (Format 20 x 30 cm) und kostet 55,55 €. Die Einnahmen sollen dabei helfen, 2020 eine Präsentation dieser Ausgabe zu finanzieren. Verbindliche Bestellungen bitte ebenfalls an kontakt@lyrikgesellschaft.de richten.


Veranstaltungen

18.03.2020
19:30 - 21:30

Welttag der politischen Gefangenen. Lesung und Lieder

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

mit Stephan Krawczyk, Utz Rachowski und Gabriele Stötzer

Moderation: Ralph Grüneberger, Herausgeber

 

Die Mehrzahl der in der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ zusammengetragenen Gedichte und Prosastücke wurde nicht während der Haftzeit verfasst. Selten war es möglich, Verse „heimlich auf Klopapier“ zu kritzeln. „Schreibzeuge waren nicht erlaubt“. Hauptsächlich war es die von Jürgen Fuchs in „Vernehmungsprotokolle“ beschriebene Arbeitsmethode des Auswendiglernens und Abspeicherns des Erlebten und Gedachten, die zu der Befähigung führte, die Erinnerungsarbeit in Bericht und Notat, im Interview, in Essay und Rede, aber auch in der literarischen Form von Lyrik, Liedtext und Prosa zu leisten.

 

Stephan Krawczyk: geboren in Weida, lebt in Berlin. Er wurde Januar 1988 verhaftet und genötigt, der Ausreise aus der DDR zuzustimmen.

 

Utz Rachowski: geboren in Plauen, lebt im Vogtland. 1979  wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu 27 Monaten Haft verurteilt. Nach Interventionen Reiner Kunzes und Amnesty International entließ man ihn 1980 in die Bundesrepublik.

 

Gabriele Stötzer: geboren in Emleben, lebt in Erfurt und Utrecht (NL). 1977–1978 Haft im Frauenzuchthaus Hohenecke wegen einer Unterschriftensammlung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.

 

Gemeinschaftsveranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, des PEN-Zentrums Deutschland und des Literaturhauses Leipzig

Eintritt 3 € / ermäßigt 2 €

Weiterlesen: Welttag der politischen Gefangenen. Lesung und Lieder
20.03.2020 - 21.03.2020
19:00

Welttag der Poesie - in 10 deutschen Städten

Den Welttag der Poesie begeht die Lyrikgesellschaft im Jahr 2020 in 10 deutschen Städten. Die Veranstaltungen haben (mit Ausnahme der im Raabehaus Braunschweig) zwei Teile. Im ersten Teil lesen Lyrikerinnen und Lyriker aus der jeweiligen Region Gedichte, die sich weitgehend mit dem Thema „Wozu Dichtung?“ beschäftigen. Im zweiten Teil werden ausgewählte Filme aus unserem 4. Gedichtfilmwettbewerb „Wassertropfen & Seifenblase“ gezeigt, der sich 2018/19 ausschließlich der Lyrik von Joachim Ringelnatz gewidmet hat und bei dem Anmeldungen aus acht Ländern zu verzeichnen waren. Am Ende lagen knapp 50 Filme in hoher Qualität vor. Eine Reihe davon wird in Verbindung mit den Lesungen zu sehen sein. Außerdem ist die Herstellung einer DVD mit den besten 20-25 Filmen geplant, die Anfang März lieferbar sein soll.

Mitwirken werden insgesamt 50 Autorinnen und Autoren an den von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) aus Bundesmitteln geförderten Veranstaltungen, die von Berlin über Köln und Leipzig bis nach Weimar führen.

Die genauen Termine werden auf unserer Webseite rechtzeitig veröffentlicht.

Weiterlesen: Welttag der Poesie - in 10 deutschen Städten

Gedicht des Monats

Gedicht des Monats Januar 2020

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.


Im Herbst 2020, wenn wir zu Ehren Hölderlins die „Poesiealbum neu“-Ausgabe 2/2020 „Poesie & Narrheit“ in Leipzig und Tübingen vorstellen werden, passt dieses großartige Gedicht natürlich sehr viel besser zur aktuellen Jahreszeit. Aber darauf wollen wir nicht warten. Das Hölderlinjahr beginnt jetzt.


Empfehlung des Monats

Gibt es denn etwas Wichtigeres? „Dichter an die Natur“ – DAS GEDICHT 27

Dichter an die Natur, DAS GEDICHT 27

Empfehlung des Monats · Januar 2020
von Franziska Röchter


Wir alle entstammen ihr. Größtenteils jedenfalls. Zumindest ursprünglich – nach diversen medizinischen Eingriffen, Wiederherstellungs- oder Optimierungsversuchen oder ästhetischen Modifizierungen vielleicht nicht mehr zu 100 Prozent. Und möglicherweise bis wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft vielleicht nicht einmal mehr zur Hälfte. Aktuell aber ist es noch so, dass die „Natur“, die ursprüngliche Umgebung auf unserem Planeten, die schon vor uns und ohne menschliche Eingriffe einfach „da war“ und die notwendigen molekularischen Konstellationen zur Entwicklung pflanzlichen, tierischen und menschlichen Lebens bereit hielt und zur Verfügung stellte, dass also diese Natur unverzichtbar ist. Versuche, menschlichem Forschergeist entsprungen, die in der Natur vorfindbaren Parameter einfach nachzubauen und somit Natur zu kopieren, lassen Überlegungen entstehen, ob das dann überhaupt noch „Natur“ ist. Wo hört Natur auf, wo fängt Künstlichkeit an?

Zweifelsohne lässt sich festhalten: Wir brauchen sie, und zwar stärker als sie uns. Denn Natur existiert auch ohne die Spezies Mensch. Wir benötigen Luft zum Atmen, Wasser zum Überleben, zur Produktion von Nahrung, die Sonne wird ebenso benötigt wie nährstoffhaltiger Grund und Boden. Und das Schöne in der Natur inspiriert unseren Geist, unsere Seele. Man stelle sich ein dauerhaftes Leben ausschließlich zwischen Betonmauern vor, ohne Tageslicht, ohne Pflanzen und Bäume, mit künstlicher Ernährung in Form von Tabletten, die sämtliche benötigten Nährstoffe enthalten … Umso unverständlicher, dass gerade das „Animal rationale“ seine eigenen Lebensgrundlagen bei vollem Bewusstsein und wissentlich zerstört und ruiniert und vielen Dingen (z.B. materiellem Profit) höheren Stellenwert einzuräumen scheint als dem Erhalt der eigentlichen Lebensgrundlagen. Mir ist keine andere Art bekannt, die Gleiches tut. Wie würden Außerirdische dieses Verhalten beurteilen?

Da dem Themenkomplex „Natur“ die dringlichsten Fragen unserer Zeit zuzuordnen sind, wird eine aktuelle Anthologie über die Natur und unser extrem widersprüchliches Verhältnis zur selbigen inhaltlich zwangsläufig anders aufgestellt sein als beispielsweise noch vor rund 20 Jahren. Mit dem Besingen einer schönen Mondnacht, der freudigen Begrüßung des Frühlings, dem Festhalten eines außergewöhnliche schönen Sonnenuntergangs ist es einfach nicht mehr getan – zu brüchig, zu angeschlagen ist die Natur mittlerweile aufgrund drastischer menschlicher Missachtung ihrer Bedürfnisse. 

Die neue Ausgabe von DAS GEDICHT, herausgegeben von Christoph Leisten und Anton G. Leitner, verdeutlicht bereits anhand des plakativen schwarz-pinken Covers, welches ein comic-haftes, mit wenigen Strichen gezeichnetes Chamäleon zeigt, wie weit wir uns von der einstigen, ursprünglichen Natur entfernt haben. Und natürlich sollen auch Kinder und Jugendliche angesprochen werden, an die eine bedeutende Auswahl an Gedichten, sorgfältig von Uwe-Michael Gutzschhahn herausgefiltert, adressiert sind. Insgesamt ist diese Ausgabe so umfangreich wie nie zuvor: 177 Dichterinnen und Dichter haben für 5 Kapitel über die belebte und unbelebte Natur sowie zur Kinderlyrik beigetragen.

Jeder wird seine Vorlieben in dieser Anthologie finden. In ausgewogener Weise dominieren vielen schönen Beschreibungen naturhafter Phänomene zum Trotz gerade solche Texte, die mit besonders aktueller Relevanz eine Vielzahl an Störelementen innerhalb des Naturgefüges aufzeigen und verdeutlichen: der achtlos liegengelassene Abfall im Wald, der sich offenbar nicht selbst kompostiert, die Anhäufung von Atommüll im Meer, die Überlebenskämpfe der so wichtigen Bienen, das Ausbringen giftiger Düngemittel, der Artenschutz, die dramatische Dezimierung der Artenvielfalt durch Vernichtung von Lebensräumen, der existierende enorme Widerspruch, ja die Schizophrenie  im Hinblick auf Fleischproduktion und -gewinnung, die mangelnde Handlungsbereitschaft in der Politik unter dem Damoklesschwert der wankenden eigenen Vorteile, die mangelnde Empathie mit anderen Lebewesen … und … und … und …

Wolfgang Oppler bringt mit seinem Gedicht Erlebnisverdichtung am Berg auf den Punkt, wie durch „industrialisierten Massentourismus“  „Generatorbetriebene Sommerbeschneiungsanlagen / für gaudi-optimierte Erlebniswelten / bei 30 Grad im Schatten“ sorgen, „Fördergelder von EU, Staaten, Bundesländern“ inklusive. Wie gut, dass Frantz Wittkamp im Kinderlyrik-Teil den Kindern mit seinem Gedicht Am Waldrand ganz unmissverständlich vermittelt, dass es wirklich noch Gegenden gibt, in denen unbeschwerter Naturgenuss und echte Erlebniswelten bei freiem Eintritt und zum Nulltarif zu haben sind – denn wer weiß schon, wie lange noch?


DAS GEDICHT 27
Das Gedicht. Zeitschrift /Jahrbuch für Lyrik, Essay und Kritik / Dichter an die Natur
Herausgegeben von Christoph Leisten und Anton G. LeitnerTaschenbuch: 192 Seiten
Anton G. Leitner Verlag, Weßling, November 2019
Deutsch, ISBN-13: 978-3929433852, 15,00 €




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Arbeitsgemeinschaft
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