Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Zwischenruf des Vorsitzenden: Spendenaktion

Nachdem wir dieser Tage erfahren mussten (aus dem Internet, eine offizielle Information bzw. Begründung erhielten wir bislang nicht), dass unser im September 2018 gestellter Antrag auf Projektförderung für 12 Veranstaltungen im Jahre 2019 vom Kulturamt Leipzig als nicht förderungswürdig erachtet wird, fiel mir spontan diese Spendenaktion ein, um die aktuellen Veranstaltungstermine einigermaßen sicherzustellen.
 
Dazu werde ich jeder/m Spender/in ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe "Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen" zusenden.
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke
Hier die Bankverbindung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik:

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.
 
 
Vielen Dank schon jetzt allen, die diese Aktion unterstützen.
 
 
Ralph Grüneberger
Vorsitzender
 
 
Nachtrag 1:

Die ersten Spender haben sich bereits auf meine am 5. Februar privat gestartete Aktion gemeldet und der Foto- und Videokünstler Antonius schrieb mir daraufhin folgendes:

"Lieber Ralph,

eine geradezu groteske Ablehnung der Stadt Leipzig; ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne!

Vielleicht kann ich Dich/Euch noch in anderer Form supporten? Wir könnten jeden Spender an der Verlosung eines großformatigen Bildes (Leinen im Format 80 x 120 cm) teilnehmen lassen (Galerie-Preis 800 €)."

Die Verlosung findet statt und wird am 24. März 2019 öffentlich während der Buchmesse-Veranstaltung in der Buchhandlung "Südvorstadt" erfolgen.

Nachtrag 2:

Wir haben fristgemäß Widerspruch gegen die Entscheidung des Kulturamtes, Posteingang 11. Februar 2019, eingelegt und können sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Von den 6 Fachbeiräten Literatur hat sich auf Anfrage ein Mitglied geäußert und meinte, wie sollten doch die "Gremienarbeit" akzeptieren und es wäre doch ganz normal, dass man mal eine Ablehnung kassiere. Das Beiratsmitglied führt keinen Verein, sondern ein Privatunternehmen und setzt Anträge auf Förderung mit Bewerbungen um offiziellen Ausschreibungen gleich.

Dass sich fast 90 literaturkundige Menschen für unser Veranstaltungsprojekt 2019 ausgesprochen haben und es finanziell mit ihrer Spende unterstützen, hat den Zusammenhalt der Lyrikgesellschaft, die auch auf andere Art Ausgrenzung erfahren hat (Stichwort Festivalkongress FOKUS LYRIK in Frankfurt/Main), bestärkt.

Wortmeldung: Für Vielfalt

U.a. von der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke aufgefordert, uns der Kampagne "Die Vielen" anzuschließen, melden wir uns zu Wort und stellen es gleichzeitig all unseren Mitgliedern anheim, sich dieser Aktion anzuschließen: Berliner Erklärung. Die 1992 gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, der derzeit Mitglieder aus acht Ländern angehören, verpflichtet sich in ihrer Satzung „im Geist von Toleranz und Völkerverständigung“ zu agieren. Das haben wir mit unserer Arbeit immer wieder unter Beweis gestellt, sei es durch Veranstaltungsreihen von „Heimat und Fremde“ (1993-95) bis ZWIE SPRACHE (seit 2013), unsere Ausstellung „gegen den strom“, die bisher mehr als 36.000 Besucher zählt, und Veröffentlichungen der Poesiealbum neu-Themenhefte „Texte gegen Intoleranz“ (2008), „Deutschland. Gedichte“ (2009), „Deutsche Inventuren“ (2012), „Gedichte von Welt“ (2014) oder jüngst in Form der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ (2018) sowie bei unseren Gedichtfilmwettbewerben „Worte sind Boote“ (2012) und „Poetry Clips gegen den Krieg“ (2014) – bei denen jeweils Gedicht- bzw. Filmautor(inn)en aus verschiedenen Ländern involviert waren. Wir setzen uns auch ganz aktuell dafür ein, dass die Freiheit der Kunst bewahrt wird. Es ist deshalb nicht nur der „Spaßmacher Ringelnatz“, zu dessen Lyrikverfilmung wir gegenwärtig in Form unseres 4. Gedichtfilmwettbewerbs anregen, sondern sein Beispiel zeigt exemplarisch, dass die Freiheit der Kunst binnen weniger Tage verloren gehen kann, sobald Ermächtigungsgesetze und Machtstrukturen dies ermöglichen. Mit unserer für 2019 geplanten „Worthaft“-Lesetour, bei der Autorinnen und Autoren an Schulen von ihren Haftgründen und -bedingungen unter der SED-Diktatur berichten werden, verdeutlichen wir, was es bedeutet, die Meinungsfreiheit zu verlieren. Darüber hinaus haben wir zu Beginn des Monats deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich an unserer Ausschreibung des Poesiealbum neu-Themenheftes „Heimat / Heimatverlust“ mit neuer Lyrik zu beteiligen. Gern bringen wir uns mit einer Auswahl der bisherigen und künftigen Veröffentlichungen in das Wirken „der Vielen“ ein, ohne jedoch als Organisatoren von Veranstaltungen und Aktivitäten federführend handeln zu können, dazu entbehrt es seit 2012 einer personellen Struktur. Hier ein aktueller Artikel von Christina Sticht zum Thema "Kultur lebt von unterschiedlichen Einflüssen" aus der nmz vom 14.01.2019. Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes Leipzig, im November 2018

My generation – Ankündigung der Herbstausgabe 2018

Mit der Herbstausgabe 2018 der Zeitschrift "Poesiealbum neu" ist erneut ein Dreifachheft erschienen, das erfreute die Abonnenten. Bekannte und unbekannte Namen, junge und ältere Schreibende aus mehreren Ländern vereint diese nunmehr lieferbare Ausgabe (ausführliche Rezension in der Leipziger Internet Zeitung vom 29.11.2018). Unser Mitglied Manfred Klenk beschenkte in Mannheim seine Freunde von "Räuber 77" mit der Ausgabe "My generation". Wer noch kein Abonnement des "Poesiealbum neu"  hat, sollte sich schnell dafür entscheiden und erhält die Frühjahrsausgabe "Vom Glück. Gedichte" in einer Lieferung mit der Herbstausgabe (Ladenpreis 6,50 € plus 7,80€); als Inlands-Abonnent zahlt man ganze 12 € inkl. Versand, GZL-Mitglieder zahlen lediglich 10,50 € für das Abo). Bitte beachten Sie die beiden Errata! Bestellungen des Abonnements: kontakt@lyrikgesellschaft.de Autorinnen und Autoren von "My generation": Gerd Adloff Renate Aichinger Johanna Anderka Ingeborg Arlt Michael Augustin Veit Baer Heinrich Beindorf Heidi Bergmann K.U. Robert Berrer Franziska Beyer-Lallauret Katrin Bibiella Marlies Blauth Rolf Blessing Thomas Böhme Rosa Both (Ps.) Oliver Bruskolini Stefanie Bucifal Therese Chromik Hannelore Crostewitz Kathrin Ursula Daehne Erika Dietrich-Kämpf Ulrike Diez Róža Domašcyna Nicole Drude Renate Düpmann Katharina Düwel Lina Sophie Duppel Cornelia Eichner Eckhard Erxleben Tobias Falberg Ronja Falkenstein Siegmar Faust Vinzenz Fengler Katharina J. Ferner Peter Frömmig Marlena Hanna Gaul Marlene Görsch Anne Gollin Dincer Gücyeter Peter Gosse Ralph Grüneberger Gerhard Gundermann Gisela Hemau Kerstin Hensel Dieter Höss Alfons Huckebrink Claus Irmscher JE (Ps.) jottpeh (Ps.) Stefan Kabisch Christine Kappe Ada Charlotte Kilfitt Manfred Klenk Rudolf Kraus Susanne Kriesmer Josef Krug Christoph Kuhn Grit Kurth Fitzgerald Kusz Philipp Langes Sigrid Lichtenberger Robert Lowell Britta Lübbers Gustav Lüder Salean A. Maiwald Eva Meißner-Prinz Gerd Meyer-Anaya Ingrid Miller Manfred Moll Christoph Müller Christina Müller-Gutowski Erica Natale Walter Neumann Ingrid Niegel Alexander Nitsche Lutz Nitzsche Kornel Klaus Nührig Harry Oberländer Jutta Pillat Lutz Rathenow Rainer Rebscher Viola Richter-Jürgens Wolfgang Rischer Franziska Röchter Joachim Rönneper Andreas-Wolfgang Rohr Jörn Sack Bärbel Sanchez Ulrich Schacht Claudia Schattach Laura Schmidt-Niederhoff Maren Schönfeld Ulrich Schröder Ralph Schüller Christiane Schulz Marlene Schulz Helga Schulz Blank Wolfgang Stock Ulrich Straeter Heidrun Stödtler Tina Stroheker Angelika Tonner Helle Trede Dieter Treeck Holger Teschke Guntram Vesper Julia Weberling Renate Wunderer Wolfgang Wurm https://www.fixpoetry.com/feuilleton/kritik/ralph-grueneberger/poesiealbum-neu-22018-my-generation Titelbild unter Verwendung des Gemäldes "Familienausflug 2" von Bibi Johns. 2 Errata fitzgerald kusz (*1944) rock´n´roll des lehrmädlä in dä schneiderei vo meinä großtante käthe in berlin-schöneberg houd mä di schduhllehnä zeichd wous vo dä saalschlachd bamm bill-haley-konzerd im schboddbalasd neizeähunderdachdäfuchzg miidhammgnummä houd: des woä mei erschde begechnung midm rock´n´roll   hochdeutsch   das lehrmädchen in der schneiderei meiner großtante käthe in berlin-schöneberg hat mir die stuhllehne gezeigt die sie von der saalschlacht beim bill haley-konzert im sportpalast neunzehnhundertachtundfünfzig mitgenommen hat: das war meine erste begegnung mit dem  rock´n´roll


Alfons Huckebrink (*1953) 33 upm oder der nachmittag, als ich RUBBER SOUL erstand   und abhörte war der schönste (bis anhin) IN MY LIFE wozu gar nicht viel gehörte also ich kaufte das vage vinyl nach der penne vom letzten geld zog mich zurück YOU WON'T SEE ME zog die Kopf Hörer auf und ab gings DRIVE MY CAR auch ich ein starr fühlte ich ein starr mit meiner mofaliebe ach du liebes GIRL auch ich an jenem fernen nachmittag im finstren dezember 65 eine ausnahme erscheinung goldkäfer pfau gar paneel in NORWEGIAN WOOD zwar das streichholz zum zünden der selbstgedrehten im blauen rauch WAIT stöhnte MICHAELA dann auftritt des vaters in strick zeug in bembellaune und schaum mundig als fachmann völkisch bei IF I NEEDED SOMEONE riss mir den kopfhörer weg ja spuckte THE WORD aus: Negermusik ja mein haus ist kein kraal kapierst du ist eine kaserne yeah ein koben ich WHAT GOES ON? schnarrte Ringo RUN FOR YOUR LIFE dachte ich spießer mit den drittreichdefekten der nyltestseele I'M LOOKING THROUGH YOU heutige jugend an schlagmichel: kein schöner leben als THINK FOR YOURSELF.

Leipzig liest im Haus Leben e.V.

Am Freitag, 22. März 2019 um 19:00 Uhr liest Grit Kurth im Haus Leben e.V., Friesenstraße 8, 04177 Leipzig, aus ihrem Buch Der furchtsame Schmetterling und andere Mutmacher-Märchen. Lesung mit Musik. Eintritt frei.

Veranstaltungen unserer Mitglieder

Frank Norten stellt auf der Leipziger Buchmesse am Do., 21.3., um 12.30 – 13.00 Uhr in Halle 5 auf der Leseinsel seinen neuen Gedichtband Die nicht mischbaren Farben der Freiheit vor (dahlemer verlagsanstalt, Berlin 2019).

Zwischenruf des Vorsitzenden: Spendenaktion

Nachdem wir dieser Tage erfahren mussten (aus dem Internet, eine offizielle Information bzw. Begründung erhielten wir bislang nicht), dass unser im September 2018 gestellter Antrag auf Projektförderung für 12 Veranstaltungen im Jahre 2019 vom Kulturamt Leipzig als nicht förderungswürdig erachtet wird, fiel mir spontan diese Spendenaktion ein, um die aktuellen Veranstaltungstermine einigermaßen sicherzustellen.
 
Dazu werde ich jeder/m Spender/in ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe „Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen“ zusenden.
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke
Hier die Bankverbindung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik:

Vereins- und Spendenkonto

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Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.
 
 
Vielen Dank schon jetzt allen, die diese Aktion unterstützen.
 
 
Ralph Grüneberger
Vorsitzender
 
 
Nachtrag 1:

Die ersten Spender haben sich bereits auf meine am 5. Februar privat gestartete Aktion gemeldet und der Foto- und Videokünstler Antonius schrieb mir daraufhin folgendes:

„Lieber Ralph,

eine geradezu groteske Ablehnung der Stadt Leipzig; ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne!

Vielleicht kann ich Dich/Euch noch in anderer Form supporten? Wir könnten jeden Spender an der Verlosung eines großformatigen Bildes (Leinen im Format 80 x 120 cm) teilnehmen lassen (Galerie-Preis 800 €).“

Die Verlosung findet statt und wird am 24. März 2019 öffentlich während der Buchmesse-Veranstaltung in der Buchhandlung „Südvorstadt“ erfolgen.

Nachtrag 2:

Wir haben fristgemäß Widerspruch gegen die Entscheidung des Kulturamtes, Posteingang 11. Februar 2019, eingelegt und können sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Von den 6 Fachbeiräten Literatur hat sich auf Anfrage ein Mitglied geäußert und meinte, wie sollten doch die „Gremienarbeit“ akzeptieren und es wäre doch ganz normal, dass man mal eine Ablehnung kassiere. Das Beiratsmitglied führt keinen Verein, sondern ein Privatunternehmen und setzt Anträge auf Förderung mit Bewerbungen um offiziellen Ausschreibungen gleich.

Dass sich fast 90 literaturkundige Menschen für unser Veranstaltungsprojekt 2019 ausgesprochen haben und es finanziell mit ihrer Spende unterstützen, hat den Zusammenhalt der Lyrikgesellschaft, die auch auf andere Art Ausgrenzung erfahren hat (Stichwort Festivalkongress FOKUS LYRIK in Frankfurt/Main), bestärkt.


Veranstaltungen

14.03.2019 - 30.04.2019
Ganztägig

Ausstellung: Worthaft-Bildhaft. Kunst politischer Gefangener

Galerie Süd,
Leipzig, Karl-Liebknecht.Str. 84

Galerie Süd,
04275 Leipzig, Karl-Liebknecht.Str. 84

Ausstellung von Jörg Beier, Andreas Reimann und Gabriele Stötzer.

Im Zusammenhang mit der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ findet im Zeitraum 14. März bis 30. April 2019 eine Ausstellung mit Werken von drei ehemaligen Häftlingen der DDR statt.

Worthaft. Texte politischer Gefangener. Sonderheft 2018 Poesiealbum neu

Beteiligt daran sind der Holzbildhauser Jörg Beier aus Schwarzenberg im Erzgebirge, der Leipziger Schriftsteller und Grafiker Andreas Reimann und die Autorin und Künstlerin Gabriele Stötzer aus Erfurt, die ihren 2. Wohnsitz in den Niederlanden hat. (s. auch Artikel in der Freie Presse vom 13.03.2019) sowie den folgenden Artikel:

Eintritt frei.

Büchertisch mit Ausgaben unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ und Werken/Katalogen der beteiligten Künstler.

Gabriele Stötzer wurde 1953 in Emleben geboren, lebt in Erfurt und Utrecht (NL). Während des Deutsch-/Kunst-Studiums Kontakt mit dem Künstler- u. Literatenkreis um Jürgen Fuchs in Jena. Hochzeit mit Annahme des Namens Kachold. 1976 politische Exmatrikulation u. Bewährung in der Produktion. 1977/78 Haft im Frauenzuchthaus Hoheneck wegen einer Unterschriftensammlung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Ab 1982 Veröffentlichungen in Untergrundzeitschriften. 1989 Mitbegründerin „Frauen für Veränderung“, Mitinitiatorin der ersten Besetzung einer Zentrale des MfS in Erfurt; Wiederannahme des Mädchennamens Stötzer.

  

Jörg Beier wurde 1946 in Schwarzenberg (Erzgeb.) geboren, lebt dort als freischaffender Künstler. Noch während des Studiums an der FH für Angewandte Kunst Schneeberg wurde der gelernte Holzmodellbauer verhaftet u. zu 18 Monate Haft wegen “Staatsfeindlicher Hetze” verurteilt. 1990 Gründungs- u. Vorstandsmitglied der Schwarzenberger Kunst- und Kulturvereins (später Kunstzone), Eröffnung der Kunst-Kneipe Zur Freien Republik Schwarzenberg und Galerie Silberstein; Mitglied u.a. im Bundesverband Bildender Künstler.

 

Andreas Reimann wurde als Sohn eines Grafiker-Ehepaares u. Enkel Hans Reimanns 1946 in Leipzig geboren, lebt dort als freiberuflicher Schriftsteller u. Grafiker. Nach der Schriftsetzerlehre nahm er ein Studium am Institut für Literatur in Leipzig auf u. wurde 1966 wegen ablehnender Haltung gegenüber der SED-Kulturpolitik exmatrikuliert. Im Oktober 1968 Verhaftung im Zusammenhang mit seinem Protest gegen die Zerschlagung des „Prager Frühlings“ u. Verurteilung wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu zwei Jahren Haft. Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland u. in der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik.

 

Gemeinschaftsveranstaltung mit der Leipziger Galerie Süd, unterstützt vom Sächsischen Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Weiterlesen: Ausstellung: Worthaft-Bildhaft. Kunst politischer Gefangener
21.03.2019
18:00 - 19:30

Tag der Poesie - Lyrik in der Berliner Turellkapelle

Dorotheenstädtischer Friedhof, Kapelle,
Berlin, Chausseestraße 126

In der eindrucksvoll illuminierten Turellkapelle auf den Dorotheenstädtischen Friedhof, Berlin-Mitte, Chausseestraße 126, lesen am Tag der Poesie Ingrid Gorr, Salean Maiwald, Michael Manzek, Martin A. Völker und Jörn Sack Gedichte aus dem Poesiealbum neu „Weißglut. Gedichte zu Farben“, ergänzt um weitere Gedichte zum Thema Licht & Farbe.

Moderation und Leitung: Stefan Kabisch

Musik: Robert Würz, Saxophon

Eintritt frei

„Es werde Licht!“, steht am Anfang der Bibel geschrieben, bei der Erschaffung der Welt. Es werde Licht – vielleicht auch am Ende des irdischen Daseins. Auf diesen Gedanken können jedenfalls die Hinterbliebenen in der Dorotheenstädtischen Friedhofskapelle kommen, wenn sie dort einen Trauergottesdienst zelebrieren. Mit der Einweihung des Kirchleins am heutigen Mittwoch auf dem wohl berühmtesten Berliner Gottesacker, auf dem Hegel, Schinkel, Brecht, Eisler, Helene Weigel und viele mehr begraben sind, wird nicht nur ein sakraler Raum der Öffentlichkeit übergeben, sondern auch ein spektakuläres Kunstwerk. James Turrell, der amerikanische Lichtkünstler, hat hier eine dauerhafte Installation eingerichtet, eine kleine Sensation.

Jeweils eine Stunde vor Sonnenaufgang setzt die Show ein, das Licht beginnt in diversen Farben zu changieren. Eine eigene Lichtquelle bildet der Altar, ein Kubus aus mattiertem Acrylglas mit eingelassenen Leuchtdioden. Ihn umkränzt ein vorgeblendeter Bogen, ebenfalls von Licht hinterfangen. Hinzu kommen seitlich der Fenster platzierte schlanke Scheiben, die zusätzlich Licht absondern. Und der Altar beginnt zu leuchten, abwechselnd strahlend blau, mintgrün, safrangelb, leuchtend rot. Gemeinsam mit den anderen Lichtquellen im Raum entsteht eine bunte Melange.

(Zitat aus: Der Tagesspiegel vom 8.7.15, Beitrag von Nicola Kuhn)

Fotos: Ingrid Gorr

 

Weiterlesen: Tag der Poesie - Lyrik in der Berliner Turellkapelle
23.03.2019
18:00 - 19:50

My generation - Buchmessepräsentation

Gohliser Schlößchen,
Leipzig, Menckestr. 23

Präsentation von „My generation“ mit einer Vielzahl von Autorinnen und Autoren der aktuellen Poesiealbum neu-Ausgabe.

Dabei werden sein

Jutta Pillat
Eva Meißner-Prinz
Ulrike Diez
Ulrich Schröder
Bärbel Sanchez
Heidrun Stödtler
Heidi Bergmann
Ralph Grüneberger
Christine Kappe
Andreas-Wolfgang Rohr

Christoph Müller

Claus Irmscher

Ingrid Miller

 

Moderieren wird die Veranstaltung Stefan Kabisch.
Rezension zu Poesiealbum neu /My generation auf Fixpoetry

Da das Kulturamt Leipzig die GZL bei den Fördermaßnahmen für das 1. Halbjahr 2019 weder anteilig noch geringfügig, sondern gar nicht berücksichtigt, mussten wir dem Saxophon-Quartett „Die Sax’n“ aus Leipzig leider absagen. 

Der großartige Leipziger Musiker Michael „Massa“ Großwig, der schon mehrfach unsere Lyriklesungen musikalisch begleitet und auch bei der CD-Produktion von „Gedichte von Welt“ federführend mitgewirkt hat, hat sich kurzfristig bereit erklärt, den Abend mit seinem Saxophonspiel solistisch zu bereichern.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist die Vergabe des Poesiealbum neu-Preises 2019 für das beste Gedicht des Jahrgangs 2018 unserer Zeitschrift. Der Gewinner erhält eine signierte „Edelfeder“ der Waldmann KG Birkenfelde aus Sterling Silber. Der Preis wird zum 3. Mal vergeben. Bisherige Preisträger sind Erica Natale (Bielefeld) und Andreas Reimann (Leipzig).

Einlass ab 17.45 Uhr

Buchverkauf davor und (kurz) danach

Eintritt frei

Weiterlesen: My generation - Buchmessepräsentation
23.03.2019
19:30 - 20:00

Ein Ringelnatz-Spezial

Buchhandlung Hugendubel,
Leipzig, Petersstraße 12

Herausgeber Ralph Grüneberger und Schauspielerin Mayjia Gille präsentieren Ringelnatz

Wir ehren in dessen 85. Todesjahr einen Dichter, der in Leipzig zur Schule gegangen ist und den die Nationalsozialisten mit Berufsverbot belegt haben. Ein Umstand, der auch Anteil an dessen frühem Tod hatte.
Auch einer solchen Veranstaltung verwehrt das Kulturamt Leipzig die Förderung, und wir schätzen es sehr, dass das PEN-Zentrum Deutschland diese Veranstaltung finanziell unterstützt und danken dafür herzlich.

„Wassertropfen & Seifenblase“ heißt das Text-/Hörbuch mit Gedichten von Joachim Ringelnatz, das Herausgeber Ralph Grüneberger gemeinsam mit den Schauspielern Steffi Böttger, Johannes Gabriel, Mayjia Gille und Axel Thielmann 2018 in der Edition kunst & dichtung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Leipzig veröffentlicht hat. Fast 40 Gedichte von Joachim Ringelnatz, 5 davon zusätzlich auch in englischer Übertragung von Ernest A. Seemann, vereint die Ausgabe „Wassertropfen & Seifenblase. Ausgewählte Gedichte von Joachim Ringelnatz“, die im Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausschreibung des vierten Gedichtfilmwettbewerbs der Lyrikgesellschaft steht: http://lyrikgesellschaft.de/ringelnatz-gedichtfilmwettbewerb-startet-am-7-august-2018/

Einladen sind Laien ebenso wie erfahrene Videofilmer, jeweils bis zu zwei Filme einzureichen, die auf Gedichten von Joachim Ringelnatz basieren. Neben der Filmproduktionsfirma Saxonia Media und der Waldmann KG zählt auch die Leitung der Leipziger Buchmesse zu den Geld- und Sachpreisspendern und hat den Preis „Gast der Leipziger Buchmesse 2020“ ausgelobt. Eine Besonderheit stellt die Kooperation der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit den vier Ringelnatz-„Institutionen“ in Deutschland dar. Das Projekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) gefördert wird, wird getragen von der Ringelnatz-Gesellschaft in Cuxhaven, dem dortigen Joachim-Ringelnatz-Museum, dem Kulturhistorischen Museum Wurzen mit seiner Ringelnatz-Sammlung und dem gleichfalls in Wurzen ansässigen Joachim-Ringelnatz-Verein. Zur Leipziger Buchmesse wird Gelegenheit sein, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Innerhalb weniger Wochen gingen bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bereits Anmeldungen aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, aus Uruguay und den USA ein. Auch Schulklassen sind unter den ersten Anmeldern, was die Veranstalter besonders freut.

Proben aus „Wassertropfen & Seifenblase“ werden während der Leipziger Buchmesse zu hören sein, gemeinsam mit dem Herausgeber Ralph Grüneberger gibt sie im Rahmen von „Leipziger Verlage stellen sich vor“ die vielfältige Künstlern Mayjia Gille zum Besten.

Am Tag darauf, am Buchmesse-Sonntag um 15.30 Uhr, ist sie gemeinsam mit ihren Kollegen Steffi Böttger und Axel Thielmann ebenfalls mit einer Ringelnatz-Lesung in der Buchhandlung „Südvorstadt“ zu erleben.

Weiterlesen: Ein Ringelnatz-Spezial
24.03.2019
15:30 - 17:00

Ringelnatz-Lesung „Wassertropfen & Seifenblase“

Buchhandlung Südvorstadt,
04275, Karl-Liebknecht-Str. 126

Kaffee + Kekse, vor allem aber Lyrik von Joachim Ringelnatz

Lesung aus „Wassertropfen & Seifenblase“

mit Steffi Böttger, Mayjia Gille und Axel Thielmann

Moderation: Ralph Grüneberger

Eintritt frei.

Gemeinschaftsveranstaltung mit der Buchhandlung „Südvorstadt“

Für diese Veranstaltung gibt es keine Projektförderung des Kulturamtes, wir bitten um Spenden.

Das Text-/Hörbuch als besondere Edition der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ entstand im Zusammenhang mit der Ausschreibung des gleichnamen Gedichtfilmwettbewerbs.

Weiterlesen: Ringelnatz-Lesung „Wassertropfen & Seifenblase“

Gedicht des Monats

Gedicht des Monats März

Eckhard Erxleben   (*1944)

orientalische farben

erregt fiebert

die nacht

violett erhitzt

vibrierend unter

den lidern wie

tausend und eine nacht

fliegende teppiche

züngeln vorbei

verlockend mondblass

erst dann safrangelb

vor türkis bebendem

himmel schimmern

opal die leiber

der frauen von nuakno

und tulpepah

schmiegsam im federflaum

sich biegend und wiegend

wie von chagall gemalt

bis endlich dann

mein sternblauer teppich

kommt dass auch ich

aufsteige und fliege

zu dir meine eine

und tausendnacht

Quelle: Poesiealbum neu, „Weißglut. Gedichte zu Farben“, Leipzig 2014

Poesiealbum neu - Weißglut. Gedichte zu Farben
Poesiealbum neu – Weißglut.
Gedichte zu Farben

Geboren ist Eckhard Erxleben in Stendal/Altmark. Er lebt in Osterburg, Lyriker, Prosa- und Kinderbuchautor, Haiku-Dichter, Diplompädagoge, Deutschlehrer, Forstwirt am Silberberg, aktives Mitglied der GZL und der IGdA.

Wir gratulieren ihm herzlich zu seinem 75. Geburtstag und wünschen vor allem Gesundheit und viele kreative Stunden.


Empfehlung des Monats

Poesiehäppchen, Gedankensplitter, Geistesblitz – Michael Augustin, Meister der Miniatur

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt

Empfehlung des Monats · März 2019
von Franziska Röchter

Eigentlich müsste man schon wieder einen ganz anderen Band von Michael Augustin empfehlen, ist der Liebhaber von Miniaturen und poetischen Kurzformen im Ausmaß und Umfang seiner Produktivität doch so ganz und gar nicht minimalistisch. Der stärkste Mann der Welt, der beim Einschlafen so gar nicht auf sein Kuscheltier verzichten kann, will jedoch erforscht werden und drängt aufgrund seines lausbubenhaften Titelcharmes in literaturkritischer Hinsicht möglicherweise extensivere Arbeiten wie „Duet of Hopes Nozomi no Nijuso (Japanese Edition, zusammen mit Maki Starfield und Sujata Bhatt, Übersetzer) zunächst in den Hintergrund.

Das titelgebende Gedicht erinnert an Pippi Langstrumpf, an das stärkste Mädchen der Welt, das ganze Pferde tragen kann und zwischen Kirchturmspitzen den Dorfplatz in luftiger Höhe per Seiltanz überquert, es auch mit Verbrechern aufnimmt und in die Südsee sticht, aber nachts allein am Fenster zum Himmel spricht: „Liebe kleine Krummelus, niemals will ich werden gruß.“

Michael Augustins mit „spitzer Feder“ geschriebenen Gedichte, Aphorismen, Gedankensplitter und Minaturen (Verlagsbeschreibung) werden mit 12 ironischen Collagen des Autors illustriert. (Hat nicht Pippi Langstrumpf auch alles selbst gemacht: vom Eierpfannkuchen zur Haarmaske mit rohem Ei bis zu den selbstgebastelten Schrubberschuhen für die Dielenreinigung fiel ihr ständig etwas Neues ein …) Michael Augustin kombiniert die – möglicherweise per Holzstich geschaffenen honorigen Köpfe überaus ordensdekorierter, meist (schnauz)bärtiger und ernst dreinblickender Personen, zumeist Männer, mit Insekten und Meeresgetier als Kopfschmuck – oder Hirnräuber –, was recht albern aussieht, wenn zum Beispiel ein Tintenfisch die Sicht verhindert oder die filigranen Flügel einer überdimensionierten Stubenfliege die Glatze verdecken.

Worüber aber schreibt der Autor, der stellenweise Rätsel aufgibt – so zum Beispiel über die gewichtsrelevanten Schnittmengen zwischen Vergangenheit und Zukunft – und über das Ich und die Anderen sinniert oder über die Analogie zwischen Liebe und einer fleischfressenden Pflanze? Ganz ohne das runde Leder (Strafstoß, Unser Torwart, Was der Ball sagt) geht es bei ihm nicht. Im Kapitel Klamottengedichte wird alles unter die Lupe genommen, was den Menschen zieren und als Attribut dienen kann: von den Socken bis zur Fernsichtbrille, vom Handy bis zum Ohrenstöpsel gibt es fast nichts, das nicht Michael Augustins Spaß an Bedeutungsübertragungen, sprachlichen Spielereien und interessanten Betrachtungen hervorruft.

Aber es gibt auch Gedichte, bei denen das Schmunzeln abgewürgt wird: Vor dem Gewandhaus ist so eines, das uns daran erinnert, dass bei aller Situationskomik oder auch Tragikomik die Vergangenheit, hier Leipzigs, eben auch überschattet wurde. Doch Michael Augustin weiß auch hier mit seinem grotesk-absurden Humor die Dramatik  mit einer spielerischen Leichtigkeit zu entschärfen.

Für wen sind diese Bände – es gibt schon einige dieser Art von Michael Augustin in der Edition Temmen (z. B. Denkmal für Baby Schiller) besonders geeignet? Nun, für Vielreisende, für Zeitarme, für Nachtleser, für Multitasker, für Gestresste, für Witzbolde, für Humorvolle, vor allem aber für Fans von Michael Augustin (u. a. Festival Director von Poetry on the Road, Literatur-Festivalbereicherer all-over-the-world, jahrelanger Lyrik-feature-Readakteur bei Radio Bremen).

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Michael Augustin, Foto Jenny Augustin


Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Miniaturen und Gedichte
Edition Temmen, September 2018
ISBN 978-3837870480, 148 Seiten
9,90 €



Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.