Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Heimat & Heimatverlust – erscheint im März 2020

Nachdem uns mehrere hundert Zuschriften aus 10 Ländern erreichten, die vier pralle Ordner füllten, ist die Auswahl getroffen. Statt des eigentliches Heftes mit 32 Seiten erscheint wiederum ein Doppelheft, das die Gedichte von 83 Autorinnen und Autoren vereint. Im Einklang mit den drei Fundstücken von Max Hermann-Neiße (1886-1941), Mascha Kaléko (1907-1975) und Ernst Schulze (1789-1817) kommen - neben zahlreichen bereits bekannten - auch viele weniger bekannte Autorinnen und Autoren zu Wort. Die Spanne reicht vom Jahrgang 1933 bis zum Jahrgang 1998.

Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe 1/2020 des Poesiealbum neu:

Sabine Abt

Manfred Ach

Bettina Ambühl-Honegger

Johanna Anderka

Michael Augustin

Marianne Beese

Eva-Maria Berg

Franziska Beyer-Lallauret

Barbara Biegel

Marlies Blauth

Detlev Block

Rosa Both

Hans Dietrich Bruhn

Oliver Bruskolini

Ingo Cesaro

Tetyana Dagovych

Herta Dietrich

Ulrike Diez

Lina Duppel

Rumiana Ebert

Faten El-Dabbas

Patricia Falkenburg

Barbara Finke-Heinrich

Beate Fischer

Ingrid Gorr

Joachim Gräber

Dora Hauch

Kerstin Hensel

Max Herrmann-Neiße  

Jan-Eike Hornauer

Nikola Huppertz

Regina Jarisch

Mascha Kaléko

Stefanie Kemper

Manfred Klenk

Michael Koch

Stephan Krawczyk

Anton G. Leitner

Eva Lübbe

Hans-Hermann Mahnken

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Renate Meier

Karola Meling

Manfred Moll

Klaus Nührig

B.S. Orthau  

Tobias Pagel

Ursula Pickener

Claudia Pistilli

Helga Rahn

Lutz Rathenow

Andreas Reimann

Helmut Richter

Marianne Rieger

Wolfgang Rischer

Andreas-W. Rohr

Jan Hendrik Rübel

Sonja Ruf

Jörn Sack

Laura Schiele

André Schinkel

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Marlene Schulz

Helga Schulz Blank

Ernst Schulze

Christiane Schwarze

Thomas Sobczyk

Ju Sobing

Werner Somplatzki

Werner Stangl

Christine Steindorfer

Stellmäcke

Carsten Stephan

Wolfgang Stock

Heidrun Stödtler

Bernd Storz

Rüdiger  Stüwe

Dietmar Thate

Ruth Werfel

Katja Winkler

Waltraud Zechmeister

Preis des Heftes 6,50 EUR, Umfang 76 S.

Titelbild nach einem Gemälde von Titus Schade

© VG Bild-Kunst

Poesiealbum neu: New York-Gedichte erschienen

Als Nummer 2/2019 unserer Zeitschrift "Poesiealbum neu" haben wir zum Ende des Jahres unter dem Titel "Hauptstadt der Sehnsucht" Gedichte zur Megametropole auf dem nordamerikanischen Kontinent veröffentlicht. Erstmals wurde in eine Ausgabe des "Poesiealbum neu" ein Fotozyklus aufgenommen. Der Berliner Fotokünstler Antonius, der Kontakt zur Lyrikgesellschaft seit seinem Gewinn beim Gedichtfilmwettbewerb "Tugenden & Sünden" hält (hier erhielt er mit der Edelfeder der Waldmann KG den Preis für die besondere Handschrift), ist ein Kenner dieser Weltstadt und bietet dem Betrachter Blickwinkel fern der touristischen Abziehbilder.

"Hauptstadt der Sehnsucht. New York-Gedichte und Fotografien" umfasst 82 Seiten und kostet 8,70 € und ist ab sofort über die E-Mail-Adresse der GZL kontakt@lyrikgesellschaft.de bestellbar, die Auslieferung erfolgt zu Beginn des neuen Jahres. Eine ausführlich Rezension der Ausgabe findet sich in der Leipziger Internetzeitung vom 26.12.2019. Eine weitere Besprechung erschien auf FIXPOETRY Wir reden über Literatur.

Die Ausgabe 2/2019 enthält Gedichte und einige Übersetzungen ins Amerikanische von

Johanna Anderka

Michael Augustin

Eva-Maria Berg

Heidi Bergmann

Hartmut Brie

Ingo Cesaro

Ulrike Diez

Siegmar Faust

Julietta Fix

Peter Frömmig

Christine Graf

Ralph Grüneberger

Gisela Hemau

Dieter Höss

Ron Horwege

Nikola Huppertz

Yehuda Hyman

Christine Kappe

Paul Alfred Kleinert

Stephan Krawczyk

Gabriele Kromer

Augusta Laar

Joanna Lisiak

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Walter Neumann

Undine Marion Pelny

Utz Rachowski

Jörg Seifert

Gabriele Stötzer

Daniel Stojek

Monika Taubitz

Holger Teschke

Martin A. Völker

Eine auf 20 Exemplare limitierte Sonderausgabe, die von Ralph Grüneberger und Antonius signiert wurde, enthält eine DVD des gemeinsamen Gedichtfilms "12. September" sowie einen von Antonius signierten Metall-Fotoprint (Format 20 x 30 cm) und kostet 55,55 €. Die Einnahmen sollen dabei helfen, 2020 eine Präsentation dieser Ausgabe zu finanzieren. Verbindliche Bestellungen bitte ebenfalls an kontakt@lyrikgesellschaft.de richten.

Veranstaltungen unserer Mitglieder: Ralph Grüneberger

Am Freitag, dem 13. März 2020, um 20 Uhr stellt Ralph Grüneberger im Kinosaal des Museums „Runde Ecke“ seinen Roman „Herbstjahr“ von 2019 vor. Mit dabei als Lesende Steffi Böttger. Der Bürgerrechtler Uwe Schwabe übernimmt die Moderation. Gezeigt wird am Anfang der Gedichtfilm „Leipzig. Keine Gewalt“ des amerikanischen Kameramanns Milton Kam nach zwei Gedichten Ralph Grüneberger aus dem Band „Mit Mick Jagger in Plagwitz. Leipzig Gedichte“ von 2015. Eintritt frei.

Veranstaltungen unserer Mitglieder: Ralph Grüneberger

Am Mittwoch, dem 11. März 2020, zum Buchmesseauftakt stellt Ralph Grüneberger in der Buchhandlung Südvorstadt, Karl-Liebknecht-Str. 126, sein neues Buch „Leipziger Geschichten“ vor. Beginn 19.30 Uhr. Moderieren wird die Buchpremiere Claudia Senghaas vom Gmeiner Verlag in Meßkirch. Die Sängerin Anna Fey und der Musiker Walter Thomas Heyn werden die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Heimat & Heimatverlust – erscheint im März 2020

  • 05.02.2020

Nachdem uns mehrere hundert Zuschriften aus 10 Ländern erreichten, die vier pralle Ordner füllten, ist die Auswahl getroffen. Statt des eigentliches Heftes mit 32 Seiten erscheint wiederum ein Doppelheft, das die Gedichte von 83 Autorinnen und Autoren vereint. Im Einklang mit den drei Fundstücken von Max Hermann-Neiße (1886-1941), Mascha Kaléko (1907-1975) und Ernst Schulze (1789-1817) kommen – neben zahlreichen bereits bekannten – auch viele weniger bekannte Autorinnen und Autoren zu Wort. Die Spanne reicht vom Jahrgang 1933 bis zum Jahrgang 1998.

Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe 1/2020 des Poesiealbum neu:

Sabine Abt

Manfred Ach

Bettina Ambühl-Honegger

Johanna Anderka

Michael Augustin

Marianne Beese

Eva-Maria Berg

Franziska Beyer-Lallauret

Barbara Biegel

Marlies Blauth

Detlev Block

Rosa Both

Hans Dietrich Bruhn

Oliver Bruskolini

Ingo Cesaro

Tetyana Dagovych

Herta Dietrich

Ulrike Diez

Lina Duppel

Rumiana Ebert

Faten El-Dabbas

Patricia Falkenburg

Barbara Finke-Heinrich

Beate Fischer

Ingrid Gorr

Joachim Gräber

Dora Hauch

Kerstin Hensel

Max Herrmann-Neiße  

Jan-Eike Hornauer

Nikola Huppertz

Regina Jarisch

Mascha Kaléko

Stefanie Kemper

Manfred Klenk

Michael Koch

Stephan Krawczyk

Anton G. Leitner

Eva Lübbe

Hans-Hermann Mahnken

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Renate Meier

Karola Meling

Manfred Moll

Klaus Nührig

B.S. Orthau  

Tobias Pagel

Ursula Pickener

Claudia Pistilli

Helga Rahn

Lutz Rathenow

Andreas Reimann

Helmut Richter

Marianne Rieger

Wolfgang Rischer

Andreas-W. Rohr

Jan Hendrik Rübel

Sonja Ruf

Jörn Sack

Laura Schiele

André Schinkel

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Marlene Schulz

Helga Schulz Blank

Ernst Schulze

Christiane Schwarze

Thomas Sobczyk

Ju Sobing

Werner Somplatzki

Werner Stangl

Christine Steindorfer

Stellmäcke

Carsten Stephan

Wolfgang Stock

Heidrun Stödtler

Bernd Storz

Rüdiger  Stüwe

Dietmar Thate

Ruth Werfel

Katja Winkler

Waltraud Zechmeister

Preis des Heftes 6,50 EUR, Umfang 76 S.

Titelbild nach einem Gemälde von Titus Schade

© VG Bild-Kunst


Veranstaltungen

14.03.2020
18:00 - 19:00

"Heimat & Heimatverlust" - Premiere

Gohliser Schlößchen,
Leipzig, Menckestr. 23

Im Rahmen von „Leipzig liest“ der Leipziger Buchmesse lesen am 14. März 2020, Beginn 18 Uhr, im Gohliser Schlösschen:

Michael Augustin

Marianne Beese

Ulrike Diez

Ingrid Gorr

Dora Hauch

Manfred Klenk

Eva Lübbe

Andreas-Wolfgang Rohr

Musikalische Zwischenspiele: Jörg Schneider, Gitarre

Moderation: Ralph Grüneberger

Vergeben wird an dem Abend zum 4. Mal der „Poesiealbum neu-Preis“; bisherige Preisträger sind Erica Natale (Bielefeld), Peter Frömmig (Marbach a.N.) und Andreas Reimann (Leipzig).

Eintritt frei, Einlass ab 17.45 Uhr – bitte nutzen zum Kauf der neuen Ausgaben

Büchertisch: Poesiealben neu Nr. 1/2020 „Heimat & Heimatverlust. Gedichte“; Nr. 2/2019 „Hauptstadt der Sehnsucht. New York-Gedichte“: Nr. 1/2019 „Größe spüren. Musikgedichte“; DVD „Wassertropfen & Seifenblase. Filme zur Lyrik von Joachim Ringelnatz“

Gefördert wird diese Veranstaltung vom Kulturamt der Stadt Leipzig.

 

Weiterlesen: "Heimat & Heimatverlust" - Premiere
15.03.2020
15:30 - 17:00

"Größe spüren" - Lieder und Lyrik

Buchhandlung Südvorstadt,
Leipzig, Karl-Liebknecht-Str. 126

Im Rahmen von „Leipzig liest“ der Leipziger Buchmesse lesen bzw. singen am 15. März 2020, Beginn 15.30 Uhr, in der Buchhandlung Südvorstadt:

Ulrike Diez

Eckhard Erxleben

Peter Gosse

Ralph Grüneberger

Jan-Eike Hornauer

Manfred Klenk

Nadine Maria Schmidt

Ralph Schüller

Moderation: Ralph Grüneberger

Eintritt frei

Büchertisch: Poesiealben neu Nr. 1/2020 „Heimat & Heimatverlust. Gedichte“; Nr. 2/2019 „Hauptstadt der Sehnsucht. New York-Gedichte“: Nr. 1/2019 „Größe spüren. Musikgedichte“; DVD „Wassertropfen & Seifenblase. Filme zur Lyrik von Joachim Ringelnatz“ sowie das entsprechende Test-/Hörbuch und aktuelle Titel der Mitwirkenden

Gefördert wird diese Veranstaltung vom Kulturamt der Stadt Leipzig.

 

Weiterlesen: "Größe spüren" - Lieder und Lyrik
18.03.2020
19:30 - 21:00

Welttag der politischen Gefangenen. Lieder, Gespräch und Gedichte

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

mit Stephan Krawczyk, Utz Rachowski und Gabriele Stötzer

Moderation: Ralph Grüneberger, Herausgeber

 

Die Mehrzahl der in der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ zusammengetragenen Gedichte und Prosastücke wurde nicht während der Haftzeit verfasst. Selten war es möglich, Verse „heimlich auf Klopapier“ zu kritzeln. „Schreibzeuge waren nicht erlaubt“. Hauptsächlich war es die von Jürgen Fuchs in „Vernehmungsprotokolle“ beschriebene Arbeitsmethode des Auswendiglernens und Abspeicherns des Erlebten und Gedachten, die zu der Befähigung führte, die Erinnerungsarbeit in Bericht und Notat, im Interview, in Essay und Rede, aber auch in der literarischen Form von Lyrik, Liedtext und Prosa zu leisten.

 

Stephan Krawczyk: geboren in Weida, lebt in Berlin. Er wurde Januar 1988 verhaftet und genötigt, der Ausreise aus der DDR zuzustimmen.

 

Utz Rachowski: geboren in Plauen, lebt im Vogtland. 1979  wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu 27 Monaten Haft verurteilt. Nach Interventionen Reiner Kunzes und Amnesty International entließ man ihn 1980 in die Bundesrepublik.

 

Gabriele Stötzer: geboren in Emleben, lebt in Erfurt und Utrecht (NL). 1977–1978 Haft im Frauenzuchthaus Hohenecke wegen einer Unterschriftensammlung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.

 

Gemeinschaftsveranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, des PEN-Zentrums Deutschland und des Literaturhauses Leipzig

Eintritt 3 € / ermäßigt 2 €

Weiterlesen: Welttag der politischen Gefangenen. Lieder, Gespräch und Gedichte
20.03.2020 - 21.03.2020
19:00

Welttag der Poesie - in 9 deutschen Städten

„Wassertropfen & Seifenblase“ – Lyrik und Ringelnatz-Filme am Welttag der Poesie

Am 20. und 21. März lädt die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (GZL) in 9 deutschen Städten in Ost und West zum „Welttag der Poesie 2020“ ein, der zu Ehren von Joachim Ringelnatz stattfindet. Kooperationspartner in Berlin, Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Döbeln, Köln, Neusäß, Leipzig und Saalfeld sind dabei drei Galerien, eine Buchhandlungen, zwei Literaturzentren, ein Vereinshaus, eine Hochschule und ein Botanischer Garten. Lesende sind vornehmlich Autorinnen und Autoren aus der jeweiligen Region.

Die Lyrik-Veranstaltungen haben das Ziel, dem Publikum die besten Filme aus dem 4. Gedichtfilmwettbewerb der GZL „Wassertropfen & Seifenblase. Lyrik von Joachim Ringelnatz“ zu präsentieren und zum anderen, das mit einer Lesung von Gedichten von in der Region bzw. in der Stadt ansässigen Autorinnen und Autoren zu verknüpfen. Gefördert werden die Veranstaltungen von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) aus Mitteln des Bundes.

Eigens für diesen „Welttag“ erscheint eine DVD mit 28 ausgewählten Filmen zur Lyrik von Ringelnatz, ein Autor, der auch 2019 wieder einen der vorderen Ränge auf der Bestenliste der meistverkauften Lyriktitel einnahm. Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen sind unter www.lyrikgesellschaft.de zu finden; dort lässt sich auch der Flyer mit allen Terminen und den Namen der 40 Mitwirkenden herunterladen.

Die im Rahmen des „Welttages der Poesie“ veröffentlichte DVD mit 28 ausgewählten Filmen zur Lyrik von Joachim Ringelnatz aus dem 4. Gedichtfilmwettbewerb der GZL kann ab März schriftlich bestellt werden. Sie kostet 25 EUR, davon spenden wir 5 EUR den Opfern der Brandkatastrophe in Australien.

 

Weiterlesen: Welttag der Poesie - in 9 deutschen Städten

Gedicht des Monats

Gedicht des Monats Februar 2020

Ursula Jetter (*1940)


angelangt
auf der höheren
Stufe des scheiterns

tragik
das wohlfeile alibi
unlängst begraben

chaos
fetisch der möglichkeiten
am gürtel


Geboren in Bruchsal, lebt in Möglingen; Studium der Pädagogik und Psychologie, leitende Tätig­keit in der Psychiatrie; Dozentin und Autorin, Mitglied in der GZL, im VS, der Gedok, der Künstlergilde und im Internationalen PEN; Herausgeberin der Literaturzeitschrift „exempla.

Quelle: Poesiealbum neu: „Texte gegen Intoleranz“, Leipzig 2008

Wir gratulieren herzlich zum 80. Geburtstag und wünschen Gesundheit, Wohlergehen und weiterhin Freude am literarischen Schaffen


Empfehlung des Monats

Das Poetische des Vergangenen – Ralph Grünebergers Herbstjahr

Empfehlung des Monats · Februar 2020
von Marcus B. Richter


Der Roman Herbstjahr von Ralph Grüneberger schildert anhand einer Gruppe junger Leipziger zum einen den Beginn der friedlichen Revolution im Jahre 1989 in der damaligen DDR (einer der Protagonisten gerät in die ersten größeren Montagsdemos in Leipzig und beginnt, sich bei den Demonstrierenden zu engagieren, sein Freund nutzt die sich plötzlich aufgrund des bröckelnden eisernen Vorhangs ergebenden Fluchtmöglichkeiten und geht in den Westen), zum anderen – ein Jahr später – die Versuche der Protagonisten, mit den Folgen des totalen Umbruchs  ihrer  bisherigen Lebensverhältnisse zurechtzu- kommen.

Grüneberger gelingt es, in einfühlsamer Weise und mit viel Liebe zum Detail das Lebensgefühl und die Wirklichkeit von Menschen zu schildern, die sich buchstäblich von einem Tag auf den nächsten in einer anderen Welt wiederfinden und damit klarkommen müssen, was ihnen im Übrigen gut gelingt, da sich keiner von ihnen durch Rückschläge aus der Bahn werfen lässt. Die Protagonisten finden sich letztlich alle in Leipzig wieder,  und zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung – ein gutes Jahr nach Beginn der Handlung von Herbstjahr  –  scheinen alle nach diversen Schwierigkeiten und Rückschlägen auf einem guten Weg und in der neuen Welt angekommen zu sein. Leider endet die Geschichte dann – überraschend für die beiden Hauptfiguren des Romans – aber doch nicht so gut, wie es lange den Anschein hat. Hier haben wir wohl eine Metapher dafür, dass sich auch in der Realität des Landes nach der Wende nicht nur positive Entwicklungen vollzogen, sondern auch negative Kräfte freigesetzt wurden. Die Wirklichkeit erweist sich letztendlich als vielschichtiger, als sie zunächst nach den Umbrüchen und dem scheinbar  erfolgreichen Neubeginn erschien.

Für den Autor dieser Zeilen, der als „Wessie“ die damaligen Ereignisse zwar mit höchstem Interesse verfolgte und seinerzeit selbst von dem Wunsch nach einer Wiedervereinigung des Landes träumte, aber diese damals lediglich als außenstehender Beobachter verfolgen konnte, bietet das Buch faszinierende Einblicke in das Innenleben und die wirklichen Befindlichkeiten der Menschen, die damals den großen Umbruch mit ausschließlich friedlichen Mitteln zugleich erkämpft und „erlitten“ haben. Das Buch ist spannend geschrieben und sehr lesenswert.

Eine angehängte, ebenso detail- wie umfangreiche Chronologie der Jahre 1989 und 1990 bringt die damaligen Geschehnisse nochmal in Erinnerung und dürfte für jeden, der sich gern an die Ereignisse erinnert oder seine Erinnerungen daran auffrischen möchte, ebenfalls eine lohnende Lektüre sein.


Ralph Grüneberger, Herbstjahr. Roman
Gmeiner Verlag, September 2019
314 Seiten, 12 x 20 cm, Paperback
Buch 14,– € / E-Book 9,99 €*
ISBN 978-3-8392-2483-0

Förderer und Partner

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Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.