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Lyrikgesellschaft Aktuell

Ehrungen für unsere Mitglieder Ursula Krechel und Wolfgang Mayer König

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Ursula Krechel wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des deutschen PEN, die am 20.11.2020 digital stattfand, zur neuen Ehrenpräsidentin gewählt. Mit der Ernennung ehrt der PEN nicht nur eine große Dichterin und Autorin, sondern erhofft sich zugleich eine schwungvolle Stimme für PEN-Themen in der Öffentlichkeit.

Ursula Krechel erhielt unter anderem 2009 den Deutschen Kritikerpreis, 2019 den Jean Paul-Preis sowie 2012 den Deutschen Buchpreis. 2020 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Dem österreichische Universitätsprofessor und Literat Wolfgang Mayer König wurde der Jakob-Prandtauer-Preis 2020 zugesprochen. Von einer Fachjury unter dem Vorsitz des Literaten und Förderungspreisträgers Thomas Fröhlich wurde der langjährige Ehrenobmann der Literarischen Gesellschaft St. Pölten nominiert.

Wolfgang Mayer Koenig

Foto: DirkBecker

In seiner Funktion als Ehrenobmann knüpfte der Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, das Ehrenzeichen für Verdienste des Bundeslandes NÖ, der Theodor-Körner-Preis für Literatur, aber etwa auch des „Ordre des Art et des Lettres“ der französischen Republik für die LitGes. seit 2006 zahlreiche Kontakte zu öffentlichen Institutionen und privaten Kulturvereinigungen, kümmerte sich um die Pflege und Erhaltung der Kontakte sowohl zu arrivierten als auch neu akquirierten Schriftstellern in NÖ und anderen Bundesländern, des Weiteren um die Kooperation mit anderen in- und ausländischen Kulturzeitschriften aber etwa auch um die Klärung ästhetischer Fragen und solcher der Programmgestaltung der LitGes. und der Zeitschrift etcetera. Bereits in seiner Studentenzeit rief er im Jahr 1968 einen Literaturpreis ins Leben, welcher im ersten Jahrgang Elfriede Jelinek für deren allererste, noch unveröffentlichte Texte zuerkannt wurde. Er ist Herausgeber der Literaturzeitschrift LOG und Autor von zahlreichen Gedicht-, Prosa- und Essaybänden (insgesamt 46, die in 14 Sprachen übersetzt wurden).

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat St. Pölten dem Vorschlag unter TOP 25 die einstimmige Zustimmung gegeben. Bedauerlicherweise konnte die Ehrung coronabedingt nur sehr formell erfolgen: https://drive.google.com/file/d/1hyaahIdfuCEKDaYiE92IGxbKl0-dxcib/view

Beide ausgezeichnete Mitglieder, denen wir auf diesem Wege zu der Ehrung gratulieren, konnten wir bereits bei Veranstaltungen der Lyrikgesellschaft als Mitwirkende im Leipziger Haus des Buches begrüßen. Ursula Krechel bei den ersten "Tagen der Poesie" 2010 und Wolfgang Mayer König bei der Veranstaltung zu Ehren Karl Krolows im Sommer 2019.

Foto von Ursula Krechel: Gerald Zörner

Poesie & Narrheit – ist erschienen

Kaum ein Dichter wird in deutschsprachigen Gedichten der Moderne, vor allem in der Zeit nach 1945, so häufig  zitiert, adressiert und porträtiert wie Friedrich Hölderlin.

Anlässlich der 250. Wiederkehr von Hölderlins Geburtstag ist ihm diese Ausgabe gewidmet. Eine fundierte Rezension findet sich in der Leipziger Internetzeitung vom 24. September 2020.

102 Autorinnen und Autoren vereint die Nr. 2/2020 unserer Zeitschrift "Poesiealbum neu" - die jetzt erschienen ist. Eine erste Rezenion finden Sie in der Leipziger Internetzeitung: https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2020/09/Poesie-Narrheit-Das-neue-Poesiealbum-neu-ist-ein-vielstimmiges-Bekenntnis-zum-unvergessenen-Geburtstagskind-350458

Verbindliche Bestellungen richten Sie bitte per E-Mail an: kontakt@lyrikgesellschaft.de

Ausgabe umfasst 92 S. und kostet 7,50 €.

Die Autorinnen und Autoren:

Manfred Ach

Esther Ackermann

Johanna Anderka

Michael Augustin

Yvonne Balg

Marianne Beese

Jochen Berendes

Eva-Maria Berg

Franziska Beyer-Lallauret

Hans Gustav Bötticher

Sabine Brandl

Timo Brandt

Wolfgang Braune-Steininger

Hans Dietrich Bruhn

Lars-Arvid Brischke

Daniel Büttrich

Ingo Cesaro

Georg Oswald Cott

Udo Degener

Doris Distelmaier-Haas

Stéphanie Divaret

Jens-Fietje Dwars

Eckhard Erxleben

Leonhard Ehlen

Patricia Falkenburg

Wolfgang Franke

Peter Frömmig

Tuncay Gary

Carlos Gluschak

Peter Gosse

Joachim Gräber

Ralph Grüneberger

Hans-Jürgen Heise (Ps.)

Gisela Hemau

Jörg Hirsch

Sibylle Hoffmann

Johann Christian Friedrich Hölderlin

Dieter Höss

Jan-Eike Hornauer

Roman Israel

Horst Jahns

Johanne Jastram (Ps.)

jottpeh (Ps.)

Stefan Kabisch

Christine Kappe

Karl Kirsch

Eva Kittelmann

Manfred Klenk

Kathrin Knebusch

Katharina Körting

Josef Krug

Grit Kurth

Christine Langer                                            

Anton G. Leitner

Dieter Liewerscheidt

Britta Lübbers

Gustav Lüder

Dietrich Machmer

Helmut Martens

Wolfgang Mayer König

Lisa Elina Memmeler

Eline Menke

Gerd Meyer-Anaya

Sabine Minkwitz

Manfred Moll

Sofie Morin

Andreas Müller

Christoph Müller

Jörg Neugebauer

Walter Neumann

Klaus Nührig

Johann Peter

Jutta Pillat

August von Platen

Nada Pomper

Ariane Hassan Pour-Razavi

Helga Rahn

Anne Rauen

Lutz Rathenow

Andreas Reimann

Andreas-Wolfgang Rohr

Franziska Röchter

Mike Rother

Wolfgang Rischer

Silke Rudl

Bärbel Sanchez

Jürgen Sanders

Ulrich Schacht

Tamara Schinner

André Schinkel

Maren Schönfeld

Ulrich Schröder

Ernst Schulze

Christiane Schulz

Hellmut Seiler

Michael Stahl

Heidrun Stödtler

Ulrich Straeter

Maria Anna Stommel

Bernd Storz

Rüdiger Stüwe

Michael Spyra

Magnus Tautz

Geplant sind zur Präsentation dieser Ausgabe eine Veranstaltung am 26. September 2020 in Leipzig und am 27. Oktober 2020 eine weitere in Tübingen. Nähere Informationen dazu rechtzeitig auf dieser Webseite.

Titelbild nach einem Gemälde von Andreas Weißgeber.

Verlängert bis 30. September d.J. (Poststempel)! – Lyrik in Bewegung. Gedichte zur Automobilität gesucht

Ausschreibung für die Ausgabe 1/2021 des Poesiealbum neu

Das Auto als Fetisch oder als fahrbaren Untersatz. Am Automobil, das Jahrzehnte als Symbol für Wertarbeit, Ingenieursleistung, Selbstbestimmung und Wohlstands galt, scheiden sich heute die Geister. In der Stadt ist es im Weg, auf dem Land erschließt es den Weg. Wie kein anderes Fortbewegungsmittel trennt das Automobil unsere Gesellschaft. Für Gewalttäter wird es zur Waffe, sei es auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Karnevalsumzug, für politisch motivierte Kriminelle zum Objekt der Zerstörung und Brandstiftung.

In der alten Bundesrepublik galt lange Zeit der Grundsatz Freie Fahrt für freie Bürger! Eine Verheißung, die nach dem 1. Juli 1990 nicht wenige der Neuwestdeutschen im Osten zu Käufen von Schrottlauben veranlasst hat. Im Einklang mit dem Einzug von Autohäusern verhalf der Aufschwung Ost dann auch zu den tempofreundlichen Straßenverhältnissen und erzeugte den Neid der Brüder & Schwestern, deren Fahrwege nicht die neue Glätte aufwiesen. Inzwischen allerdings sind platzgreifende Privatfahrzeuge zunehmend verpönt. Kirchgemeinden rufen zum Autofasten auf. Schulkinder wenden sich nicht nur freitags von ihren motorisierten Eltern ab und radeln plötzlich zum Klavierunterricht oder zur Tennisstunde. Gerade noch bis zum Reiterhof vor der Stadt lassen sie sich im Familiengefährt kutschieren. Auf dem Weg zur Nachhilfe  wollen manche von ihnen den Geschwindigkeitsrausch mit dem Fahrrad erleben - ohne Rücksicht auf Verluste.

Wie automobil sind Autorinnen und Autoren? Auch das soll das Themenheft beantworten. Sitzen sie hinterm Lenkrad oder nur vor dem Schreibtisch und betrachten vom sogenannten Elfenbeinturm aus die Blechlawine? Nehmen sie Entfernungen mit dem Taxi wie einst Erich Kästner oder sitzen sie in der Tram oder im ICE oder gehören sie zu den neuen E-Rollerfahrern, die Kladde mit ihren Texten im Rucksack oder schon gespeichert auf dem Tablet? Welche Zukunft hat die selbstbestimmte Mobilität? Geht im E-Mobil der Fahrzeug-Sound verloren und muss akustisch eingespielt werden?

Verbindungen von Dichtern und Autos sind legendär. Gertrude Stein warb für den Ford. Edgar Wallace erschrieb sich einen Rolls-Roys. Hermann Hesse posierte gern vor seinem Mercedes. Ebenfalls zu denken ist an Bertolt Brecht, der für einen Vierzeiler mit einem Automobil belohnt wurde und nach einem Unfall damit in einem weiteren Vierzeiler die Überlebenschancen lobte und ein neues erhielt. Tragisch endete das Leben von Rolf Dieter Brinkmann, der Hymnen auf das Automobil verfasste und dem ausgerechnet in London der Linksverkehr zum Verhängnis wurde, als ihn ein Taxi überfuhr und tödlich verletzte. Passend zur Aufnahmefähigkeit eines Autofahrers äußerte er sich in dem Band »Die Piloten« (1968) über das Gedichteschreiben: »Ich denke, dass das Gedicht die geeignetste Form ist, spontan erfaßte Vorgänge und Bewegungen, eine nur in einem Augenblick sich deutlich zeigende Empfindlichkeit konkret als snap-shot festzuhalten.« Ums Festhalten von Sprache in dieser rasenden Zeit soll es uns gehen. Wie beweglich sind wir im Kopf und auf der Straße?

Im Zeitraum 15. März 2020 bis 31. August 2020 (Poststempel) laden wir ein, sich mit bis zu drei Gedichten an unserer Ausschreibung zu beteiligen.

Stand: Ende Februar 2020

Wie passend in Corona-Zeiten der Immobilität, könnte man meinen - aber das Thema könnte auch Sehnsüchte wecken und das, was bisher selbstverständlich erschien, auf den Prüfstand stellen.

Auf dem Postweg können bis zu drei, möglichst bislang unveröffentlichte Gedichte in deutscher Sprache und in 2-facher Ausführung auf je einer eigenen DIN A4-Seite eingereicht werden. Unaufgeforderte Zusendungen per E-Mail werden nicht geöffnet! Die Gedichte sollten eine Gesamtlänge von 35 Zeilen (inklusive Titel, Verfassername, Leerzeilen) nicht überschreiten und dem Layout unserer Zeitschrift entsprechen (Achtung: Zeilenlänge beachten!).

Hinzuzufügen sind eine Kurzvita plus aktueller E-Mail-Adresse, die Erklärung, dass der kostenfreie Abdruck erlaubt wird, und die Zustimmung, dass die persönlichen Daten, die allein für den Zweck der Kommunikation und Registration Verwendung finden und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden, gespeichert und für eine Veröffentlichung (Ankündigung) auf unserer Webseite verwendet werden dürfen.

Verzichten Sie bitte auf Einsendungen per Einschreiben; wir haben nicht die Kapazität, diese vom Postamt abzuholen.

Kommt ein Gedicht für die Veröffentlichung in Betracht, setzt sich das »Poesiealbum neu«-Team mit der Autorin/dem Autor in Verbindung. Rückfragen oder Stellungnahmen zu den Einsendungen können nicht beantwortet bzw. geleistet werden. Sobald der Drucksatz abgeschlossen ist, werden auf der Webseite der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik die Namen der Autorinnen und Autoren veröffentlicht, deren Text in die Ausgabe zum Themenkomplex »Lyrik in Bewegung. Gedichte zur Automobilität« Aufnahme fand. Mit ihrer/seiner Beteiligung an der Ausschreibung stimmt die Einsenderin/der Einsender diesem Verfahren ausdrücklich zu.

Jeder Autorin, jeder Autor des Heftes erhält ein Freiexemplar und nimmt mit ihrem/seinem unveröffentlichten Gedicht an der Auswahl für den »Poesiealbum neu«-Preis 2022 teil, der das beste Gedicht des Jahrgangs 2021 prämiert.

Im 14. Jahr des Erscheinens der Zeitschrift »Poesiealbum neu« verlosen wir unter den ersten 14 Einsendern ein Exemplar von »… und habe ich mir denn ein Auto angeschafft. Schriftsteller und Automobile«, ein Text-Foto-Band von Ulf Geyersbach, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2006.

»Poesiealbum neu«, gegründet 2006, erscheint seit 2007

Zeitschrift der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. (GZL), erscheint halbjährlich; Preis 16 € p.a. (Inland), inkl. Versand; Preis für Ausland auf Anfrage

Ein Probeabo (2 Ausgaben – ohne Kündigung) kostet im Inland 18 €; Preis für Ausland auf Anfrage

Mitglieder der GZL erhalten eine Ermäßigung, ebenso Öffentliche Bibliotheken und Schulbibliotheken.

Aktion: die ersten 5 Neuabonnenten erhalten die Lieder-CD »Hinterm Mond« von Stellmäcke als Geschenk dazu, allen anderen Neuabonnenten schenken wir ein Exemplare einer früheren Ausgabe des »Poesiealbum neu« mit der 1. Lieferung. Es besteht kein Rechtsanspruch, die Auswahl erfolgt nach Eingang.

Bestellungen richten Sie bitte schriftlich an: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V., Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig / kontakt@lyrikgesellschaft.de

Ehrungen für unsere Mitglieder Ursula Krechel und Wolfgang Mayer König

  • 24.11.2020

Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Ursula Krechel wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des deutschen PEN, die am 20.11.2020 digital stattfand, zur neuen Ehrenpräsidentin gewählt. Mit der Ernennung ehrt der PEN nicht nur eine große Dichterin und Autorin, sondern erhofft sich zugleich eine schwungvolle Stimme für PEN-Themen in der Öffentlichkeit.

Ursula Krechel erhielt unter anderem 2009 den Deutschen Kritikerpreis, 2019 den Jean Paul-Preis sowie 2012 den Deutschen Buchpreis. 2020 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Dem österreichische Universitätsprofessor und Literat Wolfgang Mayer König wurde der Jakob-Prandtauer-Preis 2020 zugesprochen. Von einer Fachjury unter dem Vorsitz des Literaten und Förderungspreisträgers Thomas Fröhlich wurde der langjährige Ehrenobmann der Literarischen Gesellschaft St. Pölten nominiert.

Wolfgang Mayer Koenig

Foto: DirkBecker

In seiner Funktion als Ehrenobmann knüpfte der Träger zahlreicher Auszeichnungen, darunter das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, das Ehrenzeichen für Verdienste des Bundeslandes NÖ, der Theodor-Körner-Preis für Literatur, aber etwa auch des „Ordre des Art et des Lettres“ der französischen Republik für die LitGes. seit 2006 zahlreiche Kontakte zu öffentlichen Institutionen und privaten Kulturvereinigungen, kümmerte sich um die Pflege und Erhaltung der Kontakte sowohl zu arrivierten als auch neu akquirierten Schriftstellern in NÖ und anderen Bundesländern, des Weiteren um die Kooperation mit anderen in- und ausländischen Kulturzeitschriften aber etwa auch um die Klärung ästhetischer Fragen und solcher der Programmgestaltung der LitGes. und der Zeitschrift etcetera. Bereits in seiner Studentenzeit rief er im Jahr 1968 einen Literaturpreis ins Leben, welcher im ersten Jahrgang Elfriede Jelinek für deren allererste, noch unveröffentlichte Texte zuerkannt wurde. Er ist Herausgeber der Literaturzeitschrift LOG und Autor von zahlreichen Gedicht-, Prosa- und Essaybänden (insgesamt 46, die in 14 Sprachen übersetzt wurden).

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat St. Pölten dem Vorschlag unter TOP 25 die einstimmige Zustimmung gegeben. Bedauerlicherweise konnte die Ehrung coronabedingt nur sehr formell erfolgen: https://drive.google.com/file/d/1hyaahIdfuCEKDaYiE92IGxbKl0-dxcib/view

Beide ausgezeichnete Mitglieder, denen wir auf diesem Wege zu der Ehrung gratulieren, konnten wir bereits bei Veranstaltungen der Lyrikgesellschaft als Mitwirkende im Leipziger Haus des Buches begrüßen. Ursula Krechel bei den ersten „Tagen der Poesie“ 2010 und Wolfgang Mayer König bei der Veranstaltung zu Ehren Karl Krolows im Sommer 2019.

Foto von Ursula Krechel: Gerald Zörner

Veranstaltungen unserer Mitglieder: Ralph Grüneberger

15.10.2020, 18:00 Uhr im Magdeburger Dokumentationszentrum am Moritzplatz, Umfassungsstraße 76:
Ralph Grüneberger liest aus seinem Roman Herbstjahr. Veranstalter: Bürgerkomitee Magdeburg.
Eintritt frei. Resevierung erforderlich: Tel.: 0391 25 32 316
E-Mail: info@buergerkomitee-magdeburg.de

Poesiealbum neu-Preis 2020 vergeben

Die Leipzigerin Dora Hauch (Ps.) wurde anlässlich der „Leipziger Dichterlese“ am vergangenen Sonntag, dem 26. Juli 2020, bei einer Veranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. im Schillerhaus mit dem Poesiealbum neu-Preis 2020 ausgezeichnet.

Der Erste Vorsitzende der Lyrikgesellschaft Ralph Grüneberger verlas die Begründung der Jury, die Dr. Therese Chromik, Dr. Wolfgang Braune-Steininger und Klaus Pankow bilden und die aus den beiden Ausgaben der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ des Jahrgang 2019 das ihrer Meinung nach beste Gedicht auswählten, und übergab den Preis an die Gewinnerin.

Dora Hauch trägt ihr Gedicht jazzimprovisation vor

Der Preis, eine Edelfeder aus Sterlingsilber, versehen mit der namentlichen Gravur der Preisträgerin, den die Waldmann KG in Birkenfeld großzügiger Weise erneut als Sachspende dem Verein zur Verfügung gestellt hat, sollte eigentlich bereits am 14. März 2020 während der Leipziger Buchmesse der Autorin übergeben werden, was coronabedingt nun erst mehr als vier Monate später stattfinden konnte.

Bisherige Preisträger sind:

2017: Erica Natale aus Bielefeld
2018: Andreas Reimann aus Leipzig
2019: Peter Frömmig aus Marbach am Neckar

Fotografien: Gustav Franz, Leipzig


Veranstaltungen

Keine Veranstaltungen

Gedicht des Monats

Gedicht des Monats Dezember 2020

Michael Manzek (*1970)
Leipzig

Eine Stadt, die dich ungeniert angähnt,
sich vielleicht sogar sehnt 
nach einem Wetter in der abweisendsten Art, 
das die Stimmung ihres Trotzes bewahrt.

Dann glaubt man in den Straßen und Gassen,
Umrisse von Spaziergängern zu sehen,
die einem lautlos nachgehen oder weit hinter sich lassen.

Eine Stadt, die dich provozierend anspuckt,
erst abwarten will, ob man sich duckt.

aus: Poesiealbum neu,  „Leipzig im Gedicht“, Leipzig 2015

Wir gratulieren unserem Mitglied Michael Manzek herzlich zum Halbjahrhundertgeburtstag im Dezember d.J. und wünschen dem
Berliner noch um einiges erfreulichere Spaziergänge in der Stadt,
in der die Lyrikgesellschaft ihren Sitz hat.


Empfehlung des Monats

DAS GEDICHT. Die Wiederentdeckung der Liebe & Die Raben von Ninive – Balladen, andere Gedichte und ein Zwiegespräch & Das Geheimnis der Brücken

Empfehlung des Monats · Dezember 2020
von Jule Weinrot

DAS GEDICHT. Zeitschrift / Jahrbuch für Lyrik, Essay und Kritik.
Die Wiederentdeckung der Liebe (Band 28)

Seit nunmehr 28 Jahren bereichert die buchstarke Zeitschrift / Jahrbuch für Lyrik, Essay und Kritik DAS GEDICHT nun schon die lyrische Welt der Dichter*innen und Poet*innen. Da müssten doch alle Themen bereits vorgekommen sein, könnte man denken, und gerade DAS Thema der Poesie schlechthin, die Liebe, hat es doch schon in früheren Jahren geschafft, thematischer Dreh- und Angelpunkt dieser heiß erwarteten Jahresausgabe zu sein. … Ja … Aber nicht genau so. Nicht in solchen Zeiten. Der Stellenwert des einzig Wahren, des Wichtigsten, des wirklich Systemrelevanten in Zeiten von Durchseuchung, Infektion, Siechtum, Krankheit und drohendem Sterben ist unbestreitbar. Kaum ein anderes Thema wäre wirklich geeigneter gewesen, um von den alles überschattenden Coronawellen einmal wegzukommen.
Ein vielseitiges Potpourri unterschiedlichster lyrischer Formen bewegt sich hier durch die Weiten aufkeimender, drängender, verebbender und beständiger Liebe, die sich durch ein Kapitel Kinderlyrik (Liebe wächst) ins nahezu Grenzenlose dehnen … Entdecken lässt sich so einiges: Neben einem kaleidoskopischen Intermezzo  bewährter und äußerst bekannter Poetenstimmen, die es verstehen, durch ihre Verse dem Geheimnisvollen und Unergründlichen, dem Rätselhaften des Phänomens Liebe nachzuspüren (das versteht übrigens der geniale Grafiker und Covergestalter ebenso) oder es durch unverbrauchte Bilderwelten heraufzubeschwören, gibt es auch durchaus Explizites, manchmal sehr Direktes zu lesen, das im Gesamtzusammenhang auch schon mal mehr oder weniger ins unfreiwillig Komische abrutschen kann – wenn beispielsweise von „steilen Spitzen“ auf Hügeln im Zusammenhang mit „Wohlfühlstöhnen“ die Rede ist oder „Schwanz in Spalte stecken“ erträumt wird … geschmacklich ist hier wohl für nahezu Jeden etwas dabei.
   Man möchte Lieblingsverse zitieren, Lieblingsdichter benennen, das aber würde zum Schwelgen in und Anschwellen dieser Empfehlung (ver-)führen. Deshalb der Rat: Begeben Sie sich selbst auf eine wunderbare Entdeckungsreise durch die faszinierende Welt der Liebe und ihrer Spielarten – eine kurzweilige, anregende, beSinnliche und/oder berührende, humorvolle und bisweilen sehr nachdenkenswerte Lektüre wird Ihnen sicher sein! Dass abermals ein nennenswerter Anteil an Mitgliedern der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Eingang in DAS GEDICHT gefunden hat, darf freudig erwähnt werden.
Tipp: Ein sehr gutes Weihnachtsgeschenk! Einzeln oder im Kurz-Abo.


Das Gedicht. Zeitschrift /Jahrbuch für Lyrik, Essay und Kritik /
Die Wiederentdeckung der Liebe
Herausgegeben von Anton G. Leitner
Mit einem Special für Kids,
zusammengestellt von
Uwe-Michael Gutzschhahn
Erschienen: 18.11.2020
Anton G. Leitner Verlag, 208 Seiten
ISBN 9783929433869
Euro 15,00

Empfehlung des Monats · Dezember 2020
von Jule Weinrot

Friedrich Ani, Die Raben von Ninive – Balladen, andere Gedichte und ein Zwiegespräch

Auf diesen neuen Gedichtband von Friedrich Ani muss man sich einlassen wollen. Dieser 3. Gedichtband (2009: Mitschnitt, 2017: Im Zimmer meines Vaters) jenseits der frühen Jahre des wohl bekanntesten deutschen Krimiautors und Drehbuchschreibers (Tatort) fordert etwas Konzentration in unserer schnelllebigen Zeit – eine Ballade, die über 8 Seiten geht, ist nun mal kein Haiku. Man muss in die Welt dieses vielseitigen Dichters eintauchen wollen, seine Sicht auf die Dinge, auf sozial-politische Schieflagen, näher erkunden wollen … dann wird man belohnt. Dieses Buch changiert zwischen politischer Meinung und sehr Privatem, fast Intimem, und auch die Formen wechseln von sehr ausladenden Lied-Lyrics bis zum relativem Kurzgedicht.
Mit diesem Gedichtband gelingt Friedrich Ani eine interessante Verquickung seiner unterschiedlichen von ihm bedienten Genres und Vorlieben, hier gibt es sogar zur Balladenform verdichtete Kriminalfälle, hier gibt es Dramen und Tragödien, Vermischungen von Erzählung und Poesie, die Goethes vielbemühten Vergleich der Ballade mit einem „lebendigen Ur-Ey“ und seine Bezeichnung der Mischgattung als „gegenständliche Dichtung“ in die kulturpolitische Funktion der Ballade verweist. Ani erzählt Geschichten in Versform, mit Reim und Rhythmus, Geschichten, die in ein Korsett gefüllt werden, um nicht auszuufern, er erzählt von seiner Heimat, die offensichtlich eher eine Art zweite Heimat für ihn war oder auch keine, aus der es auszubrechen galt, und von seiner Suche nach einer Heimat im Offenen, nicht Einengenden.
    Dass Ani irgendwann den Norden,  die Nordsee, die Weite des Meeres für sich entdeckt hat, spiegelt sich u.a. in sehr persönlichen Texten wie „Der Leuchtturm“ wieder, in dem es um die private, die gefürchtete Enge im Rahmen derjenigen gesellschaftlichen Konventionen geht, die auch Leuchtturm oder Anker im Strudel der eigenen Endlichkeit sein können.

Alles Meer kehrt heim zu dir,
und alles Dunkel bricht entzwei.
Dein Blick gereicht dem Tag zur Zier.
Komm, du Liebe, sieh und sei.
                                     (Backcover)

Ein etwas anderer Gedichtband, der entdeckt werden will – gut geeignet für die Zeit um den Dezember herum – vielleicht auch von solchen Lesern, die sonst eher auf die Verknappung von Worten setzen.


Friedrich Ani, Die Raben von Ninive – Balladen, andere Gedichte und ein Zwiegespräch
Erschienen: 28.09.2020
suhrkamp taschenbuch 5067, Gebunden, 172 Seiten
ISBN: 978-3-518-47067-1
auch als eBook erhältlich
Euro 18,00

Empfehlung des Monats · Dezember 2020
von Ralph Grüneberger


Bernhard Theilmann, Das Geheimnis der Brücken

Posthum veröffentlichte der Dresdner Verlag SchumacherGebler 2019 eine Ausgabe mit Gedichten des 1949 im sächsischen Kurort Rathen geborenen Lyrikers und Redakteurs der von ihm gegründeten Zeitschrift SAX, der 2017 in Dresden verstorben ist. Ich bekam das Buch zugeschickt und hatte gerade wenige Tage zuvor ein Gedicht von Bernhard Theilmann in einer Anthologie gelesen, das neben dem eines bekannten und vielfach ausgezeichneten anderen Dresdner Lyrikers stand. Nicht sonderlich beeindruckt von dem des Prominenten, kam ich schnell auf Theilmanns Gedicht von der „postfrau“, die „mit einem blauen auge“ ihren Dienst tat. Und dieses Gedicht ist mir sehr nah.

Die Auswahl, die Witfrau und Freunde Theilmanns aus einem Manuskriptfundus von fast 600 „gefundenen Texten“ zusammentrugen, enthält eine Zeittafel und – das ist das Besondere – die Beigabe „Biografische Notizen – Bernhard Theilmann“, zusammengestellt von Detlef Krell, als Extradruck.

Diese Schrift macht deutlich, dass ein „Lob von der anderen Seite“, in dem Fall stand das in Springers „Welt“ (die Zeitung, die DDR stets in Gänsefüßchen setzte) und betraf die großartige Obergrabenpresse, nicht immer von Vorteil für jene war, die sich aus dem sogenannten „Tal der Ahnungslosen“ heraus hin zur Anhöhe der Aktiven bewegten.

Bewundernswert die Solidarität der Theilmann-Freunde, die diese Publikation zu Wege brachten. Nun müssen die Gedichte nur noch gelesen werden. Sachsens Stadtbibliotheken sind am Zug.

Bernhard Theilmann, Geheimnis der Brücken
ISBN: 978-3-941209-54-1
16,– €


 




Förderer und Partner

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Literatursalon
Die Gesellschaft für
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ist seit 1995 Mitglied in der
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Arbeitsgemeinschaft
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