Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Zwischenruf des Vorsitzenden: Spendenaktion

Nachdem wir dieser Tage erfahren mussten (aus dem Internet, eine offizielle Information bzw. Begründung erhielten wir bislang nicht), dass unser im September 2018 gestellter Antrag auf Projektförderung für 12 Veranstaltungen im Jahre 2019 vom Kulturamt Leipzig als nicht förderungswürdig erachtet wird, fiel mir spontan diese Spendenaktion ein, um die aktuellen Veranstaltungstermine einigermaßen sicherzustellen.
 
Dazu werde ich jeder/m Spender/in ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe "Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen" zusenden.
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke
Hier die Bankverbindung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik:

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.
 
 
Vielen Dank schon jetzt allen, die diese Aktion unterstützen.
 
 
Ralph Grüneberger
Vorsitzender
 
 
Nachtrag 1:

Die ersten Spender haben sich bereits auf meine am 5. Februar privat gestartete Aktion gemeldet und der Foto- und Videokünstler Antonius schrieb mir daraufhin folgendes:

"Lieber Ralph,

eine geradezu groteske Ablehnung der Stadt Leipzig; ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne!

Vielleicht kann ich Dich/Euch noch in anderer Form supporten? Wir könnten jeden Spender an der Verlosung eines großformatigen Bildes (Leinen im Format 80 x 120 cm) teilnehmen lassen (Galerie-Preis 800 €)."

Die Verlosung findet statt und wird am 24. März 2019 öffentlich während der Buchmesse-Veranstaltung in der Buchhandlung "Südvorstadt" erfolgen.

Nachtrag 2:

Wir haben fristgemäß Widerspruch gegen die Entscheidung des Kulturamtes, Posteingang 11. Februar 2019, eingelegt und können sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Von den 6 Fachbeiräten Literatur hat sich auf Anfrage ein Mitglied geäußert und meinte, wie sollten doch die "Gremienarbeit" akzeptieren und es wäre doch ganz normal, dass man mal eine Ablehnung kassiere. Das Beiratsmitglied führt keinen Verein, sondern ein Privatunternehmen und setzt Anträge auf Förderung mit Bewerbungen um offiziellen Ausschreibungen gleich.

Dass sich fast 90 literaturkundige Menschen für unser Veranstaltungsprojekt 2019 ausgesprochen haben und es finanziell mit ihrer Spende unterstützen, hat den Zusammenhalt der Lyrikgesellschaft, die auch auf andere Art Ausgrenzung erfahren hat (Stichwort Festivalkongress FOKUS LYRIK in Frankfurt/Main), bestärkt.

Wortmeldung: Für Vielfalt

U.a. von der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke aufgefordert, uns der Kampagne "Die Vielen" anzuschließen, melden wir uns zu Wort und stellen es gleichzeitig all unseren Mitgliedern anheim, sich dieser Aktion anzuschließen: Berliner Erklärung. Die 1992 gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, der derzeit Mitglieder aus acht Ländern angehören, verpflichtet sich in ihrer Satzung „im Geist von Toleranz und Völkerverständigung“ zu agieren. Das haben wir mit unserer Arbeit immer wieder unter Beweis gestellt, sei es durch Veranstaltungsreihen von „Heimat und Fremde“ (1993-95) bis ZWIE SPRACHE (seit 2013), unsere Ausstellung „gegen den strom“, die bisher mehr als 36.000 Besucher zählt, und Veröffentlichungen der Poesiealbum neu-Themenhefte „Texte gegen Intoleranz“ (2008), „Deutschland. Gedichte“ (2009), „Deutsche Inventuren“ (2012), „Gedichte von Welt“ (2014) oder jüngst in Form der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ (2018) sowie bei unseren Gedichtfilmwettbewerben „Worte sind Boote“ (2012) und „Poetry Clips gegen den Krieg“ (2014) – bei denen jeweils Gedicht- bzw. Filmautor(inn)en aus verschiedenen Ländern involviert waren. Wir setzen uns auch ganz aktuell dafür ein, dass die Freiheit der Kunst bewahrt wird. Es ist deshalb nicht nur der „Spaßmacher Ringelnatz“, zu dessen Lyrikverfilmung wir gegenwärtig in Form unseres 4. Gedichtfilmwettbewerbs anregen, sondern sein Beispiel zeigt exemplarisch, dass die Freiheit der Kunst binnen weniger Tage verloren gehen kann, sobald Ermächtigungsgesetze und Machtstrukturen dies ermöglichen. Mit unserer für 2019 geplanten „Worthaft“-Lesetour, bei der Autorinnen und Autoren an Schulen von ihren Haftgründen und -bedingungen unter der SED-Diktatur berichten werden, verdeutlichen wir, was es bedeutet, die Meinungsfreiheit zu verlieren. Darüber hinaus haben wir zu Beginn des Monats deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich an unserer Ausschreibung des Poesiealbum neu-Themenheftes „Heimat / Heimatverlust“ mit neuer Lyrik zu beteiligen. Gern bringen wir uns mit einer Auswahl der bisherigen und künftigen Veröffentlichungen in das Wirken „der Vielen“ ein, ohne jedoch als Organisatoren von Veranstaltungen und Aktivitäten federführend handeln zu können, dazu entbehrt es seit 2012 einer personellen Struktur. Hier ein aktueller Artikel von Christina Sticht zum Thema "Kultur lebt von unterschiedlichen Einflüssen" aus der nmz vom 14.01.2019. Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes Leipzig, im November 2018

Text/Hörbuch: „Wassertropfen und Seifenblase“

Zur Unterstützung unserer gleichnamigen Ausschreibung des 4. Gedichtfilmwettbewerbs und als Angebot an Wertschätzer dieser Dichtung veröffentlichen wir das Text/Hörbuch „Joachim Ringelnatz, Wassertropfen & Seifenblase. Ausgewählte Gedichte“ Das Text-/Hörbuch enthält 39 Gedichte, 5 davon auch in englischer Übertragung von Ernest A. Seemann. Sprecher/innen: Steffi Böttger, Johannes Gabriel, Mayjia Gille, Axel Thielmann Idee und Auswahl: Ralph Grüneberger Preis: 9,95 € Lieferbar ab Ende August Verbindliche Bestellungen nehmen wir ab sofort entgegen, richten Sie diese bitte an: kontakt@lyrikgesellschaft.de oder senden Sie eine Postkarte oder einen Brief an Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Größe spüren. Musikgedichte

Ende Juni 2019 erscheint die Nr. 1/2019 unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ – die zum Thema „Musik“ ausgeschrieben wurde.

Diese Ausgabe vereint auf 90 Seiten Gedichte und Liedtexte von 86 Text- und Tonautorinnen und -autoren, bekannten wie weniger bekannten. Erstmals veröffentlichen wir in unserer Zeitschrift Notenbilder einzelner Lieder und Chansons. Mehr als 450 Texte von Einsendern aus 7 Ländern lagen zu unserer Ausschreibung vor.

Gedichte bzw. Notenbilder dieser Text- und Tonautorinnen und -autoren wurden aufgenommen:

Manfred Ach

Esther Ackerman

Johanna Anderka

Ann Kathrin Ast

Michael Augustin

Otto Beatus

Heidi Bergmann

Franziska Beyer-Lallauret

Katrin Bibiella

Julia de Boor (Ps.)

Peter Bothe

Ira Karoline Bräuer

Lars-Arvid Brischke

Georg Bydlinski

Ingo Cesaro

Georg Oswald Cott

Tanja Cremer

Ulrike Diez

Katharina Düwel

Eckhard Erxleben

Patricia Falkenburg

Mateusz Gawlik

Mordechaj Gebirtig (Ps.)

Johann Wolfgang v. Goethe

Peter Gosse

Joachim Gräber

Ralph Grüneberger

Monika Hähnel

Dora Hauch (Ps.)

Sören Heim

Walter Thomas Heyn 

Gisela Hemau

Max Herrmann-Neiße (Ps.)

Raffael Hiden

Dieter Höss

Jan-Eike Hornauer

Nancy Hünger

Stefan Kabisch

Barbara Kadletz

Manfred Klenk

Charlott Ruth Kott

Gabriele Kromer

Karl Krolow

Else Lasker-Schüler

Jakob Leiner

Anton G. Leitner

Guido Luft

Wolfgang Mayer König

Olivér Meiser

Sabine Minkwitz

Peter Mitmasser

Andreas Müller

Christoph Müller

Ingrid Niegel

Klaus Nührig

Ralf Preusker

Lutz Rathenow

Rainer Rebscher

Susanne Reichard 

Andreas Reimann

Joachim Ringelnatz

Wolfgang Rinn

Wolfgang Rischer

Birgit Rivero

Franziska Röchter

Andreas-Wolfgang Rohr

Mike Rother

Friedhelm Rudolph

Silke Rudl 

Horst Samson

Maren Schönfeld

Wolfgang Schönfeld

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Helga Schulz Blank

Nadine Maria Schmidt

Ralph Schüller

Christiane Schwarze

Angelica Seithe

Olaf Stelmecke

Heidrun Stödtler

Gerhard A. Spiller

Dieter Treeck

Martin A. Völker

Friederike Weichselbaumer

Der Begriff Lyrik bezeichnete einst jene Verskunst, die zur „Lyra“, dem antiken Streichinstrument, interpretiert wurde. Die Texte waren also entstanden, um sie zu singen. […] Nicht zu vergessen die Wiegenlieder, die Mütter und Väter ihren Kindern vorsummen, um ihnen Geborgenheit und Wärme zu geben, auch als körperliche Erfahrung. Lyrisches führt immer tief ins Innere, in welcher Kunst auch immer.  Thomas Schinköth (aus dem Nachwort)

Veranstaltungen unserer Mitglieder / Markus Leuschner

Markus Leuschner – Autorenlesung. Am 07.06.2019 um 19: 30 Uhr im Freya-Frahm-Haus, Strandstraße 15, Laboe: eine literarische Reise ans, ins und übers Meer mit besinnlichen und heiteren Gedichten. Eintritt frei, um Spende wird gebeten.

Ringelnatz-Wettbewerb geht in die Endphase

Noch genau 2 Monate Zeit!

Gedichtfilme zur Lyrik von Ringelnatz gefragt

Nach dem Start ihres aktuellen Gedichtfilmwettbewerbs “Wassertropfen & Seifenblase“ mit Gedichten von Joachim Ringelnatz gingen bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bislang Anmeldungen aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, aus Uruguay und den USA ein. Auch Schulklassen sind unter den Anmeldern.

Das Projekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) gefördert wird, stellt eine Kooperation mit der Ringelnatz-Gesellschaft in Cuxhaven, dem dortigen Joachim-Ringelnatz-Museum, dem Kulturhistorischen Museum Wurzen mit seiner Ringelnatz-Sammlung und dem gleichfalls in Wurzen ansässigen Joachim-Ringelnatz-Verein dar. Der Wettbewerb mit einem Preisvolumen von über 2.500 € ist noch bis zum 15. Juli 2019 ausgeschrieben. Zu den Spendern der Geld- und Sachpreise zählen die Leipziger Buchmesse und die Filmproduktionsfirma Saxonia Media. Informationen: www.lyrikgesellschaft.de

Rückfragen richten Sie bitte per E-Mail an lyrikgesellschaft@web.de

Stand: 15.05.19


Veranstaltungen

15.03.2019 - 15.11.2019
0:00

Worthaft-Lesetour für Schüler/innen in Sachsen

In diesem Schuljahr und zu Beginn des nächsten bietet die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Bibliotheken und Schulen in Sachsen die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren als Zeitzeugen zu Gesprächen und Lesungen einzuladen. Grundlage dafür ist die 2018 mit Unterstützung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erschienene Poesiealbum neu-Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“mit Lyrik und Prosa von 50 Autorinnen und Autoren, von denen die Mehrheit aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert war.

Ermöglicht wird die“Worthaft-Lesetour“durch die großzügige Unterstützung des Landtages des Freistaates Sachsen. Insgesamt sind zehn Veranstaltungen vorgesehen. Begonnen wurde die „Worthaft-Lesetour“ an der Rudolf Hildebrand Schule in Markkleeberg mit dem Künstler Jörg Beier und der Schriftstellerin und bildenden Künstlerin Gabriele Stötzer. Fortgeführt haben die Lesetour in der Stadtbibliothek Bautzen vor Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums Róža Domašcyna und Gerhard Pötzsch. In Leipzig an der Anton Reclam Schule und in der Chemnitzer Zentralbibliothek werden es im Mai Hubertus Schmidt, Siegmar Faust und Stephan Krawczyk sein. Im Juni stellen sich im vogtländischen Reichenbach Heinz-Martin Benecke und Jörg Beier den Fragen der Jugendlichen in der von der Jürgen-Fuchs-Bibliothek organisierten Veranstaltung für das Goethe-Gymnasium.

Weitere Schulveranstaltungen in Borna, Grimma, Plauen und Leipzig sind für den Zeitraum September bis November 2019 geplant und werden rechtzeitig auf dieser Seite vorgestellt.

 

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24.05.2019
20:00 - 22:00

Daheim in der Fremde - Konzertlesung

Philippus,
Leipzig, Aurelienstraße 54

Der Leipziger Bernd Franke vertonte 2016 Gedichte unseres Mitgliedes Adel Karasholi. Anlasslich des 60. Geburtstages des Musikers, Komponisten und Hochschullehrers findet im Rahmen der Reihe „Konzerte am Kanal“ in der Philippus-Kirche in Leipzig-Lindenau eine Wiederaufführung des Zyklus` statt, an der auch der Dichter Adel Karasholi mitwirken wird.

Weiterhin stehen unter dem Titel „Nähe“ Psalmen von SAID auf dem Programm.

Beteiligt sind das Vocalconsort Leipzig, amarcord und das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus unter der Leitung von Alexander Merzyn.

Bernd Franke studierte in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (HMT) Komposition bei Siegfried Thiele und Dirigieren bei Wolf-Dieter Hauschild. Seit 1981 lehrt er an Universität und an der HMT Leipzig; seit 2003 hat er an der Leipziger Universität eine Professur für Komposition, Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, Tonsatz und Analyse inne.

Bernd Frankes Werke werden weltweit aufgeführt und geschätzt. Sie sind stark geprägt durch die Tradition, aber auch durch den Jazz, oft beeinflusst durch Malerei, Bildende Kunst, Philosophie und vor allem durch andere Kulturen. Der vielseitige Komponist hat in zahlreichen unterschiedlichen Genres gearbeitet – seine kosmopolitisch geprägte Musik spricht Laien wie Fachleute an, wovon zahlreiche Auftragskompositionen zeugen. Heimat, Identität, Flucht waren und sind Themen,  die im Denken und Schaffen Bernd Frankes eine zentrale Rolle einnehmen.

 

Eintritt: 20 Euro, erm. 12 Euro
Karten im VVK in der Musikalienhandlung M. Oelsner, im Nikolaieck an der Nikolaikirche und im Stoffladen „Wildwechsel“ (Karl-Heine-Str.). Restkarten an der Abendkasse

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28.05.2019
19:30 - 21:00

Lesung mit Guntram Vesper - fällt aus

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

Die Lesung mit dem Träger des Leipziger Buchpreises 2016, der schon 2010 während der ersten „Tage der Poesie in Sachsen“ Gast der Lyrikgesellschaft war, aus dessen lyrischem Werk „Tieflandsbucht“, erschienen im Herbst 2018 im Schöffling Verlag in Leipzigs Partnerstadt Frankfurt am Main, kann leider nicht stattfinden.

Das Kulturamt der Stadt Leipzig erachtet diese Lesung als nicht förderungswürdig und der Fachbeirat Literatur erteilte ihr keine Priorität.

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03.08.2019
17:00 - 18:30

Die Spinnerin Hanne Luhs und andere Frauenlieder und -gedichte

Schillerhaus,
04155, Menckestraße 42

Ein Abend mit Liedern und Gedichten zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. Zum Programm zählen Gedichtzyklen wie „Ich, die Spinnerin Hanne Luhs“, „Die Stanzerin“ und Vertonungen wie „Die Wirtin“, „Abendlied“, „Ach, Freundin“, „Ich will meine Arbeit machen“.

Bei dem Gedichtzyklus „Die Spinnerin Hanne Luhs“, als Angelpunkt des Programms, handelt es sich um die fiktive Biographie einer ehemaligen Spinnerin in der Leipziger Textilindustrie.

Konzertante Lesung mit Ralph Grüneberger, Anna Fey (Gesang), Walter Thomas Heyn (musikalische Leitung und Kompositionen) und Henri Kühnert (Violine).

 

Foto Schillerhaus: Carola Lisson

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11.08.2019
19:00 - 20:15

Wurzener Ringelnatz-Sommer 2019

„Seepferdchen“,
Wurzen, Schweizergartenstraße 2

Zum Abschluss des diesjährigen Wurzener Ringelnatz-Sommers bietet die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik auf Einladung des Joachim-Ringelnatz-Vereins Wurzen eine Lesung aus der Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des (noch bis 15. Juli offenen) Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen.

Vortragende sind die SprecherInnen des Hörbuchs Steffi Böttger, Mayjia Gille und Axel Thielmann.

Den musikalischen Part übernimmt Michael „Massa“ Großwig am Saxophon und die Einführung Ralph Grüneberger, der Herausgeber der Reihe Die besondere Edition als Erweiterung unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ .

Diese Veranstaltung sowie der Gedichtfilmwettbewerb werden von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) aus Mitteln des Bundes unterstützt.

Hinweis: Das gesamte Programm des Wurzener Ringelnatz-Sommers 2019 stellen wir demnächst als Link zum Herunterladen auf diese Seite. Das bietet dann auch die Kontaktdaten zur Reservierung von Eintrittskarten.

Das Text-/Hörbuch „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“ kann bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bestellt werden, Preis 9,95 € (inkl. CD). Bestellungen richten Sie bitte schriftlich an. kontakt@lyrikgesellschaft.de

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Gedicht des Monats

Gedicht des Monats Mai

Volker Braun (*1939)

STEINBRECH

Wovon nährt sich dieses demütige Kraut. Welches karge

Mehl aus Tau malmt es beharrlich. Aus beinahe nichts

sintert es sein festes Grün. Es kost den Felsen und über-

wächst ihn mit hartem Fleisch. Stetig, strotzend dürf-

tig kämpft es ums Leben und darbt wie Hoffnung, und

dorrt. Und öffnet den Stein.

Quelle: Poesiealbum neu. „Steinbrech. Gedichte zu Pflanzen“, Leipzig 2017

Wir gratulieren unserem Mitglied Volker Braun auf diesem Wege herzlich zum 80. Geburtstag.


Empfehlung des Monats

Mein Herz auf deiner Zunge

Fritz Deppert, Rückrufe. Gedichte

Empfehlung des Monats · Mai 2019
von Rolf Birkholz

Foto: M. Gans

Sie kommen einander ganz nahe. Und doch bleibt natürlich diese gewisse Distanz zwischen Liebenden. „Bist du es noch / oder ist es schon die Nacht, die sich, / den Platz mit dir tauschend, / zu mir gelegt hat?“ So fragt das lyrische Ich in „Nachtinventar“, einem Gedicht in Fritz Depperts neuem Band „Rückrufe“. Ein Abstand bleibt, sonst wäre es keine Liebe, allenfalls Selbstliebe. Diesen immer wieder neu zu vermessen, zu erfassen, ihn für Momente emotional zu überwinden, gehört zum Beziehungsleben.

   Sich damit zu beschäftigen, zählt wiederum zu den Schreibanreizen des Dichters. 1932 geboren, hat der Darmstädter die Liebe zu seiner Frau über die Jahre häufig in Versen beschrieben. Eine Auswahl dieser zwischen 1967 und 2016 unter anderem in den Bänden „Mit Haut und Haar“, „Gegengewichte“, „Regenbögen zum Hausgebrauch“ oder „Das Schweigen der Blätter“ erschienenen Gedichte bildet den ersten Teil der „Rückrufe“.

   Hier, „Mit Haut und Haar“ betitelt, nähert sich der ehemalige Lektor und Juror des „Literarischen März“ in seinen oft einstrophigen, ungereimten, auf Wortgeklingel verzichtenden Gedichten, deren äußere Nüchternheit in Spannung steht zur inhaltlichen Gefühlsaufladung, dem Verhältnis zu seinem poetischen Objekt unter immer neuen Aspekten. Mal sieht er es märchenhaft verspielt, mal, räumlich getrennt, bei Entzugserscheinungen: „Regen fällt vergeblich, / wenn ich dir nicht sage, / es regnet“.

   „Meine Jacke hängt / an deinem Kleiderhaken“, steht genauso für vertraute Zweisamkeit wie die nächtliche Beobachtung „mein Schatten hat / die Umrisse deiner Gestalt“. Wenn sie ihn auffordert, ein Gedicht zu verfassen, schreibt er auch schon mal eines „aus der Hüfte“ wie Westernhelden schießen. Wiederholt liegt den beiden das Herz auf der Zunge. Doch anders als in der Redensart führt hier jeder das des anderen im Mund.

   „Mein Herz nahmst du mit“, heißt es deshalb im zweiten, „Klagelieder“ betitelten Teil des Buches. Bei so viel Nähe muss der Verlust groß sein, wenn die Partnerin stirbt. Das bezeugen diese seit 2017 entstandenen Gedichte. So wie einst die Nacht und ihre Nähe verschwimmen konnten ist sie nun des Nachts im Geist ganz da. Das gemeinsame Jahreszeitenzählen muss jetzt entfallen: „Ich bereite mich darauf vor, / ins Exil zu gehen hinter / Rollläden und Vorhängen / und zu warten auf / den nächsten Winter.“

   Nach einem schmerzlichen Jahr, „die Tränenkrüge sind randvoll“, hat der Autor beim Blick in den Garten auch erfahren: „Trauer bleibt / beim Anblick der Blüten / wird sie zärtlicher.“ Er begibt sich auf Spurensuche an gemeinsam bereiste Orte. Er würde sogar wie der sagenhafte Orpheus seine Eurydike aus dem Hades holen, aber „Mit den Göttern Griechenlands / hat Hades sich aufgelöst, / Unterweltflüsse / sind ausgetrocknet.“ Schließlich: „Trauer wird Melancholie.“ Nie weinerlich schreibt Fritz Deppert so über den Ernstfall der Liebe, dass der Leser teilnimmt und sich angesprochen fühlt.      Rolf Birkholz

Fritz Deppert
Fritz Deppert, Rückrufe. Gedichte

♦Fritz Deppert: Rückrufe. Gedichte. 100 Seiten. chiliverlag, Verl 2019. € 10,90.

Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.