Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Ein Welttag der Poesie in Berlin

Das war ein gelungener Abend am Donnerstag in der Turell-Kapelle! Leider darf man nicht fotografieren, so dass es keine Fotos gibt. Die Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof war voll bis auf den allerletzten Platz, die Stimmung wunderbar. Vor dem offiziellen Beginn gab es eine Einführung über Absicht des Künstlers. Diese Lichtstimmungen sind einfach sehr beeindruckend, wirkten trotzdem ruhig und haben den Vortrag der Gedichte und die Musik von Robert Würz in angenehmer Weise unterstützt. Das Spendenkörbchen für die Kapelle war auch gut gefüllt, wir Lesenden haben uns alle sehr gefreut über die gelungene Präsentation der GZL-Mitglieder in Berlin.  Ingrid Gorr 

Zusatz: Gelesen wurde gewissermaßen "Berliner Lyrik", denn zu Gehör brachten die Mitwirkenden auch Gedichte anderer Hauptstädter aus der Poesiealbum neu-Ausgabe "Weißblut. Gedichte zu Farben". Und dass Stefan Kabisch, der Organisator des Ganzen, als kleine Präsente für die Lesenden eigens Lyrikbände unserer Mitglieder zu verschenken hatte, ist im doppelten Sinne ein Dankeschön gewesen - eines für die Mitwirkung, eines für die Spenden.

Ralph Grüneberger

Erfolgreiche Buchmessetage

Die drei Veranstaltungen der Lyrikgesellschaft während der diesjährigen Leipziger Buchmesse fanden insgesamt mehr als 200 Zuhörerinnen und Zuhörer (Leipziger und Besucher der Stadt bzw. Buchmesse). "Leipzig hört - Lyrik", ob im Gohliser Schlösschen, in der Buchhandlung Hugendubel in der Leipziger Innenstadt oder in der Buchhandlung "Südvorstadt" in der Karl-Liebknecht-Straße.

Das Poesiealbum neu "My generation" und Ringelnatz' "Wassertropfen & Seifenblase" standen auf dem Programm. - Nicht zu verstehen, dass das Leipziger Kulturamt solche Veranstaltungen der GZL als "nicht förderungswürdig" bescheidet.

Vor Beginn: Der Saal füllt sich / Foto: Gustav Franz

Vergeben wurde am 23. März zum dritten Mal der "Poesiealbum neu-Preis", ein Schreibgerät namens Edelfeder aus Sterling-Silber mit dem eingravierten Namen des Gewinners, und dies ist der in Eilenburg geborene Lyriker und bildende Künstler Peter Frömmig, der seit langem in Marbach am Neckar zu Hause ist.

Glück gegen Gleichschritt. Zu Peter Frömmigs Gedicht

WHEN WE WERE YOUNG

Fünfzig Jahre nach 68 und knapp dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer hält Frömmigs Gedicht Rückschau auf eine bewegte und bewegende Zeit der Jugend, die auch eine Phase des Sturms und Drangs war. Dabei siegt das Gefühl über die Vernunft, die spontane Emotion setzt sich gegen kühle Rationalität durch. Der Gleichklang der Herzen evoziert Freiheit und dominiert über den Gleichschritt vom Marsch, der das Individuum zur Konformität zwingt.

So die Einschätzung der Jury. Das Gedicht ist in unserer aktuellen Ausgabe "My generation" zu lesen.

Am Buchmesse-Sonntag fand auch die Verlosung unter alle jenen statt, die mit ihrer Geldspende das Veranstaltungsprogramm 2019 der GZL ermöglichen. Die Ringelnatz-Vortragenden Steffi Böttger, Mayjia Gille und Axel Thielmann zogen die Gewinnerinnen:

Auf unser Mitglied, die großartige Sängerin Nadine Maria Schmidt aus Leipzig, fiel der Hauptgewinn; ein auf Leinen aufgezogenes fotografisches Werk des Berliner Künstlers Antonius mit dem Titel "noch so vieles ungeschrieben" (Galerie-Preis 800,00 €).

Über den zweiten Gewinn freute sich unser Braunschweiger Mitglied, die Malerin und Autorin Charlott Ruth Kott. Es ist eine längst vergriffene, auf 50 Exemplare limitierte und signierte Lyrik-Grafik-Edition von Frank Wahle (Linolschnitte) und Ralph Grüneberger aus der >24 x 34<-Reihe des Leipziger Bibliophilen Abends (LBA).

Den dritten Gewinn, ein Exemplar der limitierten und im Handel nicht zu erwerbenden Faksimile-Ausgabe "Denk ich an Leipzig" (mit handschriftlichen Huldigungen der Messestadt von Günter Kunert, Fritz Rudolf Fries, Guntram Vesper, Jan Wagner, Kerstin Hensel, Ingo Schulze und 14 weiteren Nicht-Leipzigern), erhielt unser Zwickauer Mitglied, die Autorin Heidi Bergmann.

Allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch. Und allen Spenderinnen und Spendern noch einmal ein großes Dankeschön! Desgleichen danken wir Herbert Kästner vom LBA und Antonius für ihre jeweilige Sachspende und der Waldmann KG für die erneute Unterstützung.

Ralph Grüneberger, Vorsitzender

Zwischenruf des Vorsitzenden: Spendenaktion

Nachdem wir dieser Tage erfahren mussten (aus dem Internet, eine offizielle Information bzw. Begründung erhielten wir bislang nicht), dass unser im September 2018 gestellter Antrag auf Projektförderung für 12 Veranstaltungen im Jahre 2019 vom Kulturamt Leipzig als nicht förderungswürdig erachtet wird, fiel mir spontan diese Spendenaktion ein, um die aktuellen Veranstaltungstermine einigermaßen sicherzustellen.
 
Dazu werde ich jeder/m Spender/in ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe "Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen" zusenden.
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke
Hier die Bankverbindung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik:

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.
 
 
Vielen Dank schon jetzt allen, die diese Aktion unterstützen.
 
 
Ralph Grüneberger
Vorsitzender
 
 
Nachtrag 1:

Die ersten Spender haben sich bereits auf meine am 5. Februar privat gestartete Aktion gemeldet und der Foto- und Videokünstler Antonius schrieb mir daraufhin folgendes:

"Lieber Ralph,

eine geradezu groteske Ablehnung der Stadt Leipzig; ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne!

Vielleicht kann ich Dich/Euch noch in anderer Form supporten? Wir könnten jeden Spender an der Verlosung eines großformatigen Bildes (Leinen im Format 80 x 120 cm) teilnehmen lassen (Galerie-Preis 800 €)."

Die Verlosung findet statt und wird am 24. März 2019 öffentlich während der Buchmesse-Veranstaltung in der Buchhandlung "Südvorstadt" erfolgen.

Nachtrag 2:

Wir haben fristgemäß Widerspruch gegen die Entscheidung des Kulturamtes, Posteingang 11. Februar 2019, eingelegt und können sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Von den 6 Fachbeiräten Literatur hat sich auf Anfrage ein Mitglied geäußert und meinte, wie sollten doch die "Gremienarbeit" akzeptieren und es wäre doch ganz normal, dass man mal eine Ablehnung kassiere. Das Beiratsmitglied führt keinen Verein, sondern ein Privatunternehmen und setzt Anträge auf Förderung mit Bewerbungen um offiziellen Ausschreibungen gleich.

Dass sich fast 90 literaturkundige Menschen für unser Veranstaltungsprojekt 2019 ausgesprochen haben und es finanziell mit ihrer Spende unterstützen, hat den Zusammenhalt der Lyrikgesellschaft, die auch auf andere Art Ausgrenzung erfahren hat (Stichwort Festivalkongress FOKUS LYRIK in Frankfurt/Main), bestärkt.

Veranstaltungen unserer Mitglieder / Ursula Haas

Am 10. Mai 2019 um 19:30 Uhr liest Ursula Haas im Antiquariat Morgenstern in Berlin-Steglitz, Schützenstr 54, aus ihrem neuen Lyrik-und Poesienband: „Wortfisch im grünen Aquarium“ (Bodoni).

Veranstaltungen unserer Mitglieder / Monika Littau

Live-Hörspiel von Monika Littau „Nicht APO und nicht Mafia“, mit Christiane Sturm und Rudolf Selbach als Live-Sprecher der Veranstaltung am  Freitag, den 10. Mai 2018, 19.30 Uhr, Kulturschmiede, An der Hütte 3, 2349 Wuppertal.



Ein Welttag der Poesie in Berlin

Das war ein gelungener Abend am Donnerstag in der Turell-Kapelle! Leider darf man nicht fotografieren, so dass es keine Fotos gibt. Die Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof war voll bis auf den allerletzten Platz, die Stimmung wunderbar. Vor dem offiziellen Beginn gab es eine Einführung über Absicht des Künstlers. Diese Lichtstimmungen sind einfach sehr beeindruckend, wirkten trotzdem ruhig und haben den Vortrag der Gedichte und die Musik von Robert Würz in angenehmer Weise unterstützt. Das Spendenkörbchen für die Kapelle war auch gut gefüllt, wir Lesenden haben uns alle sehr gefreut über die gelungene Präsentation der GZL-Mitglieder in Berlin.  Ingrid Gorr 

Zusatz: Gelesen wurde gewissermaßen „Berliner Lyrik“, denn zu Gehör brachten die Mitwirkenden auch Gedichte anderer Hauptstädter aus der Poesiealbum neu-Ausgabe „Weißblut. Gedichte zu Farben“. Und dass Stefan Kabisch, der Organisator des Ganzen, als kleine Präsente für die Lesenden eigens Lyrikbände unserer Mitglieder zu verschenken hatte, ist im doppelten Sinne ein Dankeschön gewesen – eines für die Mitwirkung, eines für die Spenden.

Ralph Grüneberger


Veranstaltungen

14.03.2019 - 30.04.2019
Ganztägig

Ausstellung: Worthaft-Bildhaft. Kunst politischer Gefangener

Galerie Süd,
Leipzig, Karl-Liebknecht.Str. 84

Galerie Süd,
04275 Leipzig, Karl-Liebknecht.Str. 84

Ausstellung von Jörg Beier, Andreas Reimann und Gabriele Stötzer.

Im Zusammenhang mit der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ findet im Zeitraum 14. März bis 30. April 2019 eine Ausstellung mit Werken von drei ehemaligen Häftlingen der DDR statt.

Worthaft. Texte politischer Gefangener. Sonderheft 2018 Poesiealbum neu

Beteiligt daran sind der Holzbildhauser Jörg Beier aus Schwarzenberg im Erzgebirge, der Leipziger Schriftsteller und Grafiker Andreas Reimann und die Autorin und Künstlerin Gabriele Stötzer aus Erfurt, die ihren 2. Wohnsitz in den Niederlanden hat. (s. auch Artikel in der Freie Presse vom 13.03.2019) sowie den folgenden Artikel:

Eintritt frei.

Büchertisch mit Ausgaben unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ und Werken/Katalogen der beteiligten Künstler.

Gabriele Stötzer wurde 1953 in Emleben geboren, lebt in Erfurt und Utrecht (NL). Während des Deutsch-/Kunst-Studiums Kontakt mit dem Künstler- u. Literatenkreis um Jürgen Fuchs in Jena. Hochzeit mit Annahme des Namens Kachold. 1976 politische Exmatrikulation u. Bewährung in der Produktion. 1977/78 Haft im Frauenzuchthaus Hoheneck wegen einer Unterschriftensammlung gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Ab 1982 Veröffentlichungen in Untergrundzeitschriften. 1989 Mitbegründerin „Frauen für Veränderung“, Mitinitiatorin der ersten Besetzung einer Zentrale des MfS in Erfurt; Wiederannahme des Mädchennamens Stötzer.

  

Jörg Beier wurde 1946 in Schwarzenberg (Erzgeb.) geboren, lebt dort als freischaffender Künstler. Noch während des Studiums an der FH für Angewandte Kunst Schneeberg wurde der gelernte Holzmodellbauer verhaftet u. zu 18 Monate Haft wegen “Staatsfeindlicher Hetze” verurteilt. 1990 Gründungs- u. Vorstandsmitglied der Schwarzenberger Kunst- und Kulturvereins (später Kunstzone), Eröffnung der Kunst-Kneipe Zur Freien Republik Schwarzenberg und Galerie Silberstein; Mitglied u.a. im Bundesverband Bildender Künstler.

 

Andreas Reimann wurde als Sohn eines Grafiker-Ehepaares u. Enkel Hans Reimanns 1946 in Leipzig geboren, lebt dort als freiberuflicher Schriftsteller u. Grafiker. Nach der Schriftsetzerlehre nahm er ein Studium am Institut für Literatur in Leipzig auf u. wurde 1966 wegen ablehnender Haltung gegenüber der SED-Kulturpolitik exmatrikuliert. Im Oktober 1968 Verhaftung im Zusammenhang mit seinem Protest gegen die Zerschlagung des „Prager Frühlings“ u. Verurteilung wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu zwei Jahren Haft. Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland u. in der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik.

 

Gemeinschaftsveranstaltung mit der Leipziger Galerie Süd, unterstützt vom Sächsischen Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Weiterlesen: Ausstellung: Worthaft-Bildhaft. Kunst politischer Gefangener
15.03.2019 - 15.11.2019
0:00

Worthaft-Lesetour für Schüler/innen in Sachsen

In diesem Schuljahr und zu Beginn des nächsten bietet die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Bibliotheken und Schulen in Sachsen die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren als Zeitzeugen zu Gesprächen und Lesungen einzuladen. Grundlage dafür ist die 2018 mit Unterstützung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erschienene Poesiealbum neu-Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“mit Lyrik und Prosa von 50 Autorinnen und Autoren, von denen die Mehrheit aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert war.

Ermöglicht wird die“Worthaft-Lesetour“durch die großzügige Unterstützung des Landtages des Freistaates Sachsen. Insgesamt sind zehn Veranstaltungen vorgesehen. Begonnen wurde die „Worthaft-Lesetour“ an der Rudolf Hildebrand Schule in Markkleeberg mit dem Künstler Jörg Beier und der Schriftstellerin und bildenden Künstlerin Gabriele Stötzer. Fortgeführt haben die Lesetour in der Stadtbibliothek Bautzen vor Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums Róža Domašcyna und Gerhard Pötzsch. In Leipzig an der Anton Reclam Schule und in der Chemnitzer Zentralbibliothek werden es im Mai Hubertus Schmidt, Siegmar Faust und Stephan Krawczyk sein. Im Juni stellen sich im vogtländischen Reichenbach Heinz-Martin Benecke und Jörg Beier den Fragen der Jugendlichen in der von der Jürgen-Fuchs-Bibliothek organisierten Veranstaltung für das Goethe-Gymnasium.

Weitere Schulveranstaltungen in Borna, Grimma, Plauen und Leipzig sind für den Zeitraum September bis November 2019 geplant und werden rechtzeitig auf dieser Seite vorgestellt.

 

Weiterlesen: Worthaft-Lesetour für Schüler/innen in Sachsen
29.04.2019
19:00 - 20:30

Worthaft-Lesung des Kaßberg-Vereins

Weltecho,
Chemnitz, Annaberger Straße 24

Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. laden ein zu

  • „Worthaft“ – eine szenische Lesung mit Oda Pretzschner und Holger Hübner

Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in ihrer Reihe „Poesiealbum neu“ einen besonderen Gedichtband. Die Anthologie „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ vereint Gedichte und Prosastücke von 50 Autorinnen und Autoren. Die Mehrheit von ihnen wurde in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR wegen politischer Vorwürfe wie „Republikflucht“ oder „staatsfeindliche Hetze“ inhaftiert. Die meisten der abgedruckten Texte wurden nicht in der Haft niedergeschrieben, da Schreibwerkzeug verboten war. Viele Autorinnen und Autoren prägten sich deshalb ihre Gedichte ein und lernten die Texte auswendig, um sie nach der Haft zu Papier zu bringen. In „Worthaft“ finden sich auch Texte von Zeitzeugen des ehemaligen Kaßberg-Gefängnisses. Dank des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gibt es nach der Premiere des Programms in Dresden nun erstmalig eine Vorstellung in Chemnitz. Die Dresdner Schauspieler Oda Pretzschner und Holger Hübner tragen eine Auswahl der Texte und Gedichte am 29. April 2019 um 19.00 Uhr im Café des Weltecho vor.

Der Eintritt ist frei.

Weiterlesen: Worthaft-Lesung des Kaßberg-Vereins
16.05.2019
19:30 - 21:30

Zu Ehren von Volker Braun

Stadtbibliothek Leipzig,
Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11

»Handstreiche zum Achtzigsten«

Ehrenlesung zum Geburtstag von Volker Braun* 

Über welche Möglichkeiten verfügt unter den gegenwärtigen Bedingungen ein Schriftsteller zum Eingreifen in den Lauf der Dinge? In seinem neuesten Buch »Handstreiche« (Suhrkamp 2019) bedient sich ein mit allen literarischen Traditionen vertrauter Volker Braun der bewährten Prosaformen, um diesem Zweck näherzukommen: Aphorismen, Dialogfetzen, Zitate. In seiner Werkstatt entstehen Träume, Rätselhaftes, eigensinnige Wahrheiten, Beobachtungen zum schreibenden und fühlenden Ich und zur Welt.

Es lesen Helmut Richter, Adel Karasholi, Angela Krauß, Manfred Jendryschik, Peter Gosse und André Schinkel.

Begrüßung: Susanne Metz, Direktorin der Leipziger Städtischen Bibliotheken

Grußwort: Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig

Moderation: Thorsten Ahrend

Am Klavier: Stefan König

Die Platzzahl ist begrenzt. Rechtzeitige Anmeldung unbedingt erforderlich unter stadtbib@leipzig.de

Veranstaltung des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, des Vereins zur Förderung der Leipziger Städtischen Bibliotheken, Leipziger Städtische Bibliotheken und des Literaturhauses Leipzig

*unter der Mitwirkung von fünf Mitgliedern der Lyrikgesellschaft – mit Braun sind es gar sechs -, die leider nicht gefragt wurde, ob sie als Mitveranstalter dabei sein möchte, aber sie ist es de facto

Foto: Gustav Franz, ZWIE SPRACHE mit Volker Braun und Peter Gosse am 4. 4.17

Weiterlesen: Zu Ehren von Volker Braun
24.05.2019
20:00 - 22:00

Daheim in der Fremde - Konzertlesung

Philippus,
Leipzig, Aurelienstraße 54

Der Leipziger Bernd Franke vertonte 2016 Gedichte unseres Mitgliedes Adel Karasholi. Anlasslich des 60. Geburtstages des Musikers, Komponisten und Hochschullehrers findet im Rahmen der Reihe „Konzerte am Kanal“ in der Philippus-Kirche in Leipzig-Lindenau eine Wiederaufführung des Zyklus` statt, an der auch der Dichter Adel Karasholi mitwirken wird.

Weiterhin stehen unter dem Titel „Nähe“ Psalmen von SAID auf dem Programm.

Beteiligt sind das Vocalconsort Leipzig, amarcord und das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus unter der Leitung von Alexander Merzyn.

Bernd Franke studierte in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ (HMT) Komposition bei Siegfried Thiele und Dirigieren bei Wolf-Dieter Hauschild. Seit 1981 lehrt er an Universität und an der HMT Leipzig; seit 2003 hat er an der Leipziger Universität eine Professur für Komposition, Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, Tonsatz und Analyse inne.

Bernd Frankes Werke werden weltweit aufgeführt und geschätzt. Sie sind stark geprägt durch die Tradition, aber auch durch den Jazz, oft beeinflusst durch Malerei, Bildende Kunst, Philosophie und vor allem durch andere Kulturen. Der vielseitige Komponist hat in zahlreichen unterschiedlichen Genres gearbeitet – seine kosmopolitisch geprägte Musik spricht Laien wie Fachleute an, wovon zahlreiche Auftragskompositionen zeugen. Heimat, Identität, Flucht waren und sind Themen,  die im Denken und Schaffen Bernd Frankes eine zentrale Rolle einnehmen.

 

Eintritt: 20 Euro, erm. 12 Euro
Karten im VVK in der Musikalienhandlung M. Oelsner, im Nikolaieck an der Nikolaikirche und im Stoffladen „Wildwechsel“ (Karl-Heine-Str.). Restkarten an der Abendkasse

Weiterlesen: Daheim in der Fremde - Konzertlesung

Gedicht des Monats

Gedicht des Monats März

Eckhard Erxleben   (*1944)

orientalische farben

erregt fiebert

die nacht

violett erhitzt

vibrierend unter

den lidern wie

tausend und eine nacht

fliegende teppiche

züngeln vorbei

verlockend mondblass

erst dann safrangelb

vor türkis bebendem

himmel schimmern

opal die leiber

der frauen von nuakno

und tulpepah

schmiegsam im federflaum

sich biegend und wiegend

wie von chagall gemalt

bis endlich dann

mein sternblauer teppich

kommt dass auch ich

aufsteige und fliege

zu dir meine eine

und tausendnacht

Quelle: Poesiealbum neu, „Weißglut. Gedichte zu Farben“, Leipzig 2014

Poesiealbum neu - Weißglut. Gedichte zu Farben
Poesiealbum neu – Weißglut.
Gedichte zu Farben

Geboren ist Eckhard Erxleben in Stendal/Altmark. Er lebt in Osterburg, Lyriker, Prosa- und Kinderbuchautor, Haiku-Dichter, Diplompädagoge, Deutschlehrer, Forstwirt am Silberberg, aktives Mitglied der GZL und der IGdA.

Wir gratulieren ihm herzlich zu seinem 75. Geburtstag und wünschen vor allem Gesundheit und viele kreative Stunden.


Empfehlung des Monats

Poesiehäppchen, Gedankensplitter, Geistesblitz – Michael Augustin, Meister der Miniatur

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt

Empfehlung des Monats · März 2019
von Franziska Röchter

Eigentlich müsste man schon wieder einen ganz anderen Band von Michael Augustin empfehlen, ist der Liebhaber von Miniaturen und poetischen Kurzformen im Ausmaß und Umfang seiner Produktivität doch so ganz und gar nicht minimalistisch. Der stärkste Mann der Welt, der beim Einschlafen so gar nicht auf sein Kuscheltier verzichten kann, will jedoch erforscht werden und drängt aufgrund seines lausbubenhaften Titelcharmes in literaturkritischer Hinsicht möglicherweise extensivere Arbeiten wie „Duet of Hopes Nozomi no Nijuso (Japanese Edition, zusammen mit Maki Starfield und Sujata Bhatt, Übersetzer) zunächst in den Hintergrund.

Das titelgebende Gedicht erinnert an Pippi Langstrumpf, an das stärkste Mädchen der Welt, das ganze Pferde tragen kann und zwischen Kirchturmspitzen den Dorfplatz in luftiger Höhe per Seiltanz überquert, es auch mit Verbrechern aufnimmt und in die Südsee sticht, aber nachts allein am Fenster zum Himmel spricht: „Liebe kleine Krummelus, niemals will ich werden gruß.“

Michael Augustins mit „spitzer Feder“ geschriebenen Gedichte, Aphorismen, Gedankensplitter und Minaturen (Verlagsbeschreibung) werden mit 12 ironischen Collagen des Autors illustriert. (Hat nicht Pippi Langstrumpf auch alles selbst gemacht: vom Eierpfannkuchen zur Haarmaske mit rohem Ei bis zu den selbstgebastelten Schrubberschuhen für die Dielenreinigung fiel ihr ständig etwas Neues ein …) Michael Augustin kombiniert die – möglicherweise per Holzstich geschaffenen honorigen Köpfe überaus ordensdekorierter, meist (schnauz)bärtiger und ernst dreinblickender Personen, zumeist Männer, mit Insekten und Meeresgetier als Kopfschmuck – oder Hirnräuber –, was recht albern aussieht, wenn zum Beispiel ein Tintenfisch die Sicht verhindert oder die filigranen Flügel einer überdimensionierten Stubenfliege die Glatze verdecken.

Worüber aber schreibt der Autor, der stellenweise Rätsel aufgibt – so zum Beispiel über die gewichtsrelevanten Schnittmengen zwischen Vergangenheit und Zukunft – und über das Ich und die Anderen sinniert oder über die Analogie zwischen Liebe und einer fleischfressenden Pflanze? Ganz ohne das runde Leder (Strafstoß, Unser Torwart, Was der Ball sagt) geht es bei ihm nicht. Im Kapitel Klamottengedichte wird alles unter die Lupe genommen, was den Menschen zieren und als Attribut dienen kann: von den Socken bis zur Fernsichtbrille, vom Handy bis zum Ohrenstöpsel gibt es fast nichts, das nicht Michael Augustins Spaß an Bedeutungsübertragungen, sprachlichen Spielereien und interessanten Betrachtungen hervorruft.

Aber es gibt auch Gedichte, bei denen das Schmunzeln abgewürgt wird: Vor dem Gewandhaus ist so eines, das uns daran erinnert, dass bei aller Situationskomik oder auch Tragikomik die Vergangenheit, hier Leipzigs, eben auch überschattet wurde. Doch Michael Augustin weiß auch hier mit seinem grotesk-absurden Humor die Dramatik  mit einer spielerischen Leichtigkeit zu entschärfen.

Für wen sind diese Bände – es gibt schon einige dieser Art von Michael Augustin in der Edition Temmen (z. B. Denkmal für Baby Schiller) besonders geeignet? Nun, für Vielreisende, für Zeitarme, für Nachtleser, für Multitasker, für Gestresste, für Witzbolde, für Humorvolle, vor allem aber für Fans von Michael Augustin (u. a. Festival Director von Poetry on the Road, Literatur-Festivalbereicherer all-over-the-world, jahrelanger Lyrik-feature-Readakteur bei Radio Bremen).

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Michael Augustin, Foto Jenny Augustin


Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Miniaturen und Gedichte
Edition Temmen, September 2018
ISBN 978-3837870480, 148 Seiten
9,90 €



Förderer und Partner

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Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

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Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
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ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.