Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Zwischenruf des Vorsitzenden: Spendenaktion

Wir sind der einzige (und zudem mitgliederstärkste) Literaturverein in Leipzig, der seit 1997 alljährlich Lyrikveranstaltungen anbietet. 2019 wurden wir von jedweder Förderung durch das Kulturamt ausgeschlossen, obgleich wir Förderung für 12 ganz unterschiedliche Veranstaltungen beantragt haben (z.B. für eine Lesung mit dem Leipziger Buchpreis- und Erich-Loest-Preisträger Guntram Vesper oder eine Vernissage von Kunst politischer Gefangener).
 
Die offizielle Verlautbarung der Stadt Leipzig vom Februar d.J.:
"Für die Förderung von Projekten der freien Kunst und Kultur in Leipzig stehen insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind gut 58 Prozent mehr als im Vorjahr." 
 
Mal abgesehen davon, dass die 12 - thematisch und von ihrer Umsetzung her ganz unterschiedlich angelegten - Veranstaltungen, für die wir im Spätsommer 2018 für das Jahr 2019 Förderung beantragt haben, nicht von der 58-%igen Steigerung partizipierten, sondern bekanntermaßen als nicht förderungswürdig erachtet wurden,  müsste es eigentlich einen Aufstand der Literaturvereine in dieser Stadt geben: Insgesamt 84.500 € stellt die Stadt Leipzig für Literaturprojekte zur Verfügung von 1.500.000 €! Das sind 5,6 % !!! Hat das von den Verantwortlichen im Stadtrat und im Amt selbst schon jemand ausgerechnet?
Nur mal zum Vergleich: Für die Förderung von freien Musikprojekten stellt die Stadt Leipzig 304.200 € bereit (23,6 % des Budgets). Warum wurde dann  eigentlich in der Musikstadt Leipzig nicht wenigstens die Premiere unserer Zeitschriftenausgabe "Größe spüren. Musikgedichte" gefördert? Auch diese Frage stellt sich.
 
Rückblick auf den 4. Februar 2019:
Nachdem wir dieser Tage erfahren mussten (aus dem Internet, eine offizielle Information bzw. Begründung erhielten wir bislang nicht), dass unser im September 2018 gestellter Antrag auf Projektförderung für 12 Veranstaltungen im Jahre 2019 vom Kulturamt Leipzig als nicht förderungswürdig erachtet wird, fiel mir spontan diese Spendenaktion ein, um die aktuellen Veranstaltungstermine einigermaßen sicherzustellen.
 
Dazu werde ich jeder/m Spender/in ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe "Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen" zusenden.
 
 
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke.
 
Hier die Bankverbindung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik:

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.
 
 
Vielen Dank schon jetzt allen, die diese Aktion unterstützen.
 
 
Ralph Grüneberger
Vorsitzender
 
 
Nachtrag 1:

Die ersten Spender haben sich bereits auf meine am 5. Februar privat gestartete Aktion gemeldet und der Foto- und Videokünstler Antonius schrieb mir daraufhin folgendes:

"Lieber Ralph,

eine geradezu groteske Ablehnung der Stadt Leipzig; ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne!

Vielleicht kann ich Dich/Euch noch in anderer Form supporten? Wir könnten jeden Spender an der Verlosung eines großformatigen Bildes (Leinen im Format 80 x 120 cm) teilnehmen lassen (Galerie-Preis 800 €)."

Die Verlosung findet statt und wird am 24. März 2019 öffentlich während der Buchmesse-Veranstaltung in der Buchhandlung "Südvorstadt" erfolgen.

Nachtrag 2:

Wir haben fristgemäß Widerspruch gegen die Entscheidung des Kulturamtes, Posteingang 11. Februar 2019, eingelegt und können sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Von den 6 Fachbeiräten Literatur hat sich auf Anfrage ein einziges Mitglied geäußert und meinte, wie sollten doch die "Gremienarbeit" akzeptieren und es wäre doch ganz normal, dass man mal eine Ablehnung kassiere. Das Beiratsmitglied führt keinen Verein, sondern ein Privatunternehmen und setzt Anträge auf Förderung mit Bewerbungen um offiziellen Ausschreibungen gleich.

Zu den Mitgliedern im Fachbeirat gehört auch eines, das Arbeitnehmer bei einem Antragsteller ist. Ein weiteres Mitglied des Fachbeirates trat selbst als Antragsteller in Erscheinung und erhielt für sein Projekt 29,6 % des Budgets, das für die Anträge per 30.9.18 ausgereicht wurde. All das ist in Leipzig möglich. Ein Korrektiv könnte der neue Stadtrat sein!

Doch ungeachtet dessen sind wir als Verein froh, dass sich fast 90 literaturkundige Menschen für unser Veranstaltungsprojekt 2019 ausgesprochen haben und es finanziell mit ihrer Spende unterstützen. Das hat den Zusammenhalt der Lyrikgesellschaft, die auch auf andere Art Ausgrenzung erfahren hat (Stichwort Festivalkongress FOKUS LYRIK in Frankfurt/Main), bestärkt.

Wortmeldung: Für Vielfalt

U.a. von der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke aufgefordert, uns der Kampagne "Die Vielen" anzuschließen, melden wir uns zu Wort und stellen es gleichzeitig all unseren Mitgliedern anheim, sich dieser Aktion anzuschließen: Berliner Erklärung. Die 1992 gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, der derzeit Mitglieder aus acht Ländern angehören, verpflichtet sich in ihrer Satzung „im Geist von Toleranz und Völkerverständigung“ zu agieren. Das haben wir mit unserer Arbeit immer wieder unter Beweis gestellt, sei es durch Veranstaltungsreihen von „Heimat und Fremde“ (1993-95) bis ZWIE SPRACHE (seit 2013), unsere Ausstellung „gegen den strom“, die bisher mehr als 36.000 Besucher zählt, und Veröffentlichungen der Poesiealbum neu-Themenhefte „Texte gegen Intoleranz“ (2008), „Deutschland. Gedichte“ (2009), „Deutsche Inventuren“ (2012), „Gedichte von Welt“ (2014) oder jüngst in Form der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ (2018) sowie bei unseren Gedichtfilmwettbewerben „Worte sind Boote“ (2012) und „Poetry Clips gegen den Krieg“ (2014) – bei denen jeweils Gedicht- bzw. Filmautor(inn)en aus verschiedenen Ländern involviert waren. Wir setzen uns auch ganz aktuell dafür ein, dass die Freiheit der Kunst bewahrt wird. Es ist deshalb nicht nur der „Spaßmacher Ringelnatz“, zu dessen Lyrikverfilmung wir gegenwärtig in Form unseres 4. Gedichtfilmwettbewerbs anregen, sondern sein Beispiel zeigt exemplarisch, dass die Freiheit der Kunst binnen weniger Tage verloren gehen kann, sobald Ermächtigungsgesetze und Machtstrukturen dies ermöglichen. Mit unserer für 2019 geplanten „Worthaft“-Lesetour, bei der Autorinnen und Autoren an Schulen von ihren Haftgründen und -bedingungen unter der SED-Diktatur berichten werden, verdeutlichen wir, was es bedeutet, die Meinungsfreiheit zu verlieren. Darüber hinaus haben wir zu Beginn des Monats deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich an unserer Ausschreibung des Poesiealbum neu-Themenheftes „Heimat / Heimatverlust“ mit neuer Lyrik zu beteiligen. Gern bringen wir uns mit einer Auswahl der bisherigen und künftigen Veröffentlichungen in das Wirken „der Vielen“ ein, ohne jedoch als Organisatoren von Veranstaltungen und Aktivitäten federführend handeln zu können, dazu entbehrt es seit 2012 einer personellen Struktur. Hier ein aktueller Artikel von Christina Sticht zum Thema "Kultur lebt von unterschiedlichen Einflüssen" aus der nmz vom 14.01.2019. Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes Leipzig, im November 2018

Text/Hörbuch: „Wassertropfen und Seifenblase“

Zur Unterstützung unserer gleichnamigen Ausschreibung des 4. Gedichtfilmwettbewerbs und als Angebot an Wertschätzer dieser Dichtung veröffentlichen wir das Text/Hörbuch „Joachim Ringelnatz, Wassertropfen & Seifenblase. Ausgewählte Gedichte“ Das Text-/Hörbuch enthält 39 Gedichte, 5 davon auch in englischer Übertragung von Ernest A. Seemann. Sprecher/innen: Steffi Böttger, Johannes Gabriel, Mayjia Gille, Axel Thielmann Idee und Auswahl: Ralph Grüneberger Preis: 9,95 € Lieferbar ab Ende August Verbindliche Bestellungen nehmen wir ab sofort entgegen, richten Sie diese bitte an: kontakt@lyrikgesellschaft.de oder senden Sie eine Postkarte oder einen Brief an Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Größe spüren. Musikgedichte

Ende Juni 2019 erscheint die Nr. 1/2019 unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ – die zum Thema „Musik“ ausgeschrieben wurde.

Diese Ausgabe vereint auf 90 Seiten Gedichte und Liedtexte von 86 Text- und Tonautorinnen und -autoren, bekannten wie weniger bekannten. Erstmals veröffentlichen wir in unserer Zeitschrift Notenbilder einzelner Lieder und Chansons. Mehr als 450 Texte von Einsendern aus 7 Ländern lagen zu unserer Ausschreibung vor.

Gedichte bzw. Notenbilder dieser Text- und Tonautorinnen und -autoren wurden aufgenommen:

Manfred Ach

Esther Ackerman

Johanna Anderka

Ann Kathrin Ast

Michael Augustin

Otto Beatus

Heidi Bergmann

Franziska Beyer-Lallauret

Katrin Bibiella

Julia de Boor (Ps.)

Peter Bothe

Ira Karoline Bräuer

Lars-Arvid Brischke

Georg Bydlinski

Ingo Cesaro

Georg Oswald Cott

Tanja Cremer

Ulrike Diez

Katharina Düwel

Eckhard Erxleben

Patricia Falkenburg

Mateusz Gawlik

Mordechaj Gebirtig (Ps.)

Johann Wolfgang v. Goethe

Peter Gosse

Joachim Gräber

Ralph Grüneberger

Monika Hähnel

Dora Hauch (Ps.)

Sören Heim

Walter Thomas Heyn 

Gisela Hemau

Max Herrmann-Neiße (Ps.)

Raffael Hiden

Dieter Höss

Jan-Eike Hornauer

Nancy Hünger

Stefan Kabisch

Barbara Kadletz

Manfred Klenk

Charlott Ruth Kott

Gabriele Kromer

Karl Krolow

Else Lasker-Schüler

Jakob Leiner

Anton G. Leitner

Guido Luft

Wolfgang Mayer König

Olivér Meiser

Sabine Minkwitz

Peter Mitmasser

Andreas Müller

Christoph Müller

Ingrid Niegel

Klaus Nührig

Ralf Preusker

Lutz Rathenow

Rainer Rebscher

Susanne Reichard 

Andreas Reimann

Joachim Ringelnatz

Wolfgang Rinn

Wolfgang Rischer

Birgit Rivero

Franziska Röchter

Andreas-Wolfgang Rohr

Mike Rother

Friedhelm Rudolph

Silke Rudl 

Horst Samson

Maren Schönfeld

Wolfgang Schönfeld

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Helga Schulz Blank

Nadine Maria Schmidt

Ralph Schüller

Christiane Schwarze

Angelica Seithe

Olaf Stelmecke

Heidrun Stödtler

Gerhard A. Spiller

Dieter Treeck

Martin A. Völker

Friederike Weichselbaumer

Der Begriff Lyrik bezeichnete einst jene Verskunst, die zur „Lyra“, dem antiken Streichinstrument, interpretiert wurde. Die Texte waren also entstanden, um sie zu singen. […] Nicht zu vergessen die Wiegenlieder, die Mütter und Väter ihren Kindern vorsummen, um ihnen Geborgenheit und Wärme zu geben, auch als körperliche Erfahrung. Lyrisches führt immer tief ins Innere, in welcher Kunst auch immer.  Thomas Schinköth (aus dem Nachwort)

Veranstaltungen unserer Mitglieder / Markus Leuschner

Markus Leuschner – Autorenlesung. Am 07.06.2019 um 19: 30 Uhr im Freya-Frahm-Haus, Strandstraße 15, Laboe: eine literarische Reise ans, ins und übers Meer mit besinnlichen und heiteren Gedichten. Eintritt frei, um Spende wird gebeten.

Ringelnatz-Wettbewerb geht in die Endphase

Noch gut 5 Wochen Zeit! Bereits Anmeldungen aus 8 Ländern.

Gedichtfilme zur Lyrik von Ringelnatz gefragt

Nach dem Start ihres aktuellen Gedichtfilmwettbewerbs “Wassertropfen & Seifenblase“ mit Gedichten von Joachim Ringelnatz gingen bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bislang Anmeldungen aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Iran, Österreich, der Schweiz, aus Uruguay und den USA ein. Auch Schulklassen sind unter den Anmeldern.

Das Projekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) gefördert wird, stellt eine Kooperation mit der Ringelnatz-Gesellschaft in Cuxhaven, dem dortigen Joachim-Ringelnatz-Museum, dem Kulturhistorischen Museum Wurzen mit seiner Ringelnatz-Sammlung und dem gleichfalls in Wurzen ansässigen Joachim-Ringelnatz-Verein dar. Der Wettbewerb mit einem Preisvolumen von über 2.500 € ist noch bis zum 15. Juli 2019 ausgeschrieben. Zu den Spendern der Geld- und Sachpreise zählen die Leipziger Buchmesse und die Filmproduktionsfirma Saxonia Media. Informationen: www.lyrikgesellschaft.de

Rückfragen richten Sie bitte per E-Mail an lyrikgesellschaft@web.de

Stand: 02.06.19


Veranstaltungen

15.03.2019 - 15.11.2019
0:00

Worthaft-Lesetour für Schüler/innen in Sachsen

In diesem Schuljahr und zu Beginn des nächsten bietet die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Bibliotheken und Schulen in Sachsen die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren als Zeitzeugen zu Gesprächen und Lesungen einzuladen. Grundlage dafür ist die 2018 mit Unterstützung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erschienene Poesiealbum neu-Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“mit Lyrik und Prosa von 50 Autorinnen und Autoren, von denen die Mehrheit aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert war.

Ermöglicht wird die“Worthaft-Lesetour“durch die großzügige Unterstützung des Landtages des Freistaates Sachsen. Insgesamt sind zehn Veranstaltungen vorgesehen. Begonnen wurde die „Worthaft-Lesetour“ an der Rudolf Hildebrand Schule in Markkleeberg mit dem Künstler Jörg Beier und der Schriftstellerin und bildenden Künstlerin Gabriele Stötzer. Fortgeführt haben die Lesetour in der Stadtbibliothek Bautzen vor Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums Róža Domašcyna und Gerhard Pötzsch. In Leipzig an der Anton Reclam Schule und in der Chemnitzer Zentralbibliothek werden es im Mai Hubertus Schmidt, Siegmar Faust und Stephan Krawczyk sein. Im Juni stellen sich im vogtländischen Reichenbach Heinz-Martin Benecke und Jörg Beier den Fragen der Jugendlichen in der von der Jürgen-Fuchs-Bibliothek organisierten Veranstaltung für das Goethe-Gymnasium.

Weitere Schulveranstaltungen in Borna, Grimma, Plauen und Leipzig sind für den Zeitraum September bis November 2019 geplant und werden rechtzeitig auf dieser Seite vorgestellt.

 

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03.08.2019
17:00 - 18:30

Die Spinnerin Hanne Luhs und andere Frauenlieder und -gedichte

Schillerhaus,
Leipzig, Menckestraße 42

Ein Abend mit Liedern und Gedichten zur Rolle der Frau in der Gesellschaft. Zum Programm zählen Gedichtzyklen wie „Ich, die Spinnerin Hanne Luhs“, „Die Stanzerin“ und Vertonungen wie „Die Wirtin“, „Abendlied“, „Ach, Freundin“, „Ich will meine Arbeit machen“.

Bei dem Gedichtzyklus „Die Spinnerin Hanne Luhs“, als Angelpunkt des Programms, handelt es sich um die fiktive Biographie einer ehemaligen Spinnerin in der Leipziger Textilindustrie.

Konzertante Lesung mit Ralph Grüneberger, Anna Fey (Gesang), Walter Thomas Heyn (musikalische Leitung und Kompositionen) und Henri Kühnert (Violine).

 

Foto Schillerhaus: Carola Lisson

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11.08.2019
19:00 - 20:15

Wurzener Ringelnatz-Sommer 2019

„Seepferdchen“,
Wurzen, Schweizergartenstraße 2

Zum Abschluss des diesjährigen Wurzener Ringelnatz-Sommers bietet die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik auf Einladung des Joachim-Ringelnatz-Vereins Wurzen eine Lesung aus der Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des (noch bis 15. Juli offenen) Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen.

Vortragende sind die SprecherInnen des Hörbuchs Steffi Böttger, Mayjia Gille und Axel Thielmann.

Den musikalischen Part übernimmt Michael „Massa“ Großwig am Saxophon und die Einführung Ralph Grüneberger, der Herausgeber der Reihe Die besondere Edition als Erweiterung unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ .

Diese Veranstaltung sowie der Gedichtfilmwettbewerb werden von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) aus Mitteln des Bundes unterstützt.

Hinweis: Das gesamte Programm des Wurzener Ringelnatz-Sommers 2019 stellen wir demnächst als Link zum Herunterladen auf diese Seite. Das bietet dann auch die Kontaktdaten zur Reservierung von Eintrittskarten.

Das Text-/Hörbuch „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“ kann bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bestellt werden, Preis 9,95 € (inkl. CD). Bestellungen richten Sie bitte schriftlich an. kontakt@lyrikgesellschaft.de

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27.08.2019
19:30 - 21:15

Der feine Gesang. Karl Krolow zu Ehren

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

Aus Anlass des 20. Todestages des Gründungs-Schirmherrn der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik gibt Ralph Grüneberger im Auftrag der GZL in der neuen Reihe „Die besondere Edition“ die Nr. 3 heraus.

Eine limitierte Ausgabe mit 20 ausgewählten Gedichten von Karl Krolow, einer Collage des Grafikers Peter Krolow zu einem Gedicht seines Vaters sowie Wortbeiträgen von Manfred Bosch, Kurt Drawert, Dr. Christa Grimm, Ulf Heise, Prof. Wolfgang Mayer König und einem Editorial des Herausgebers.

Die Auflage beträgt 124 Exemplare, davon sind die 20 Exemplare der Vorzugsausgabe römisch nummeriert und enthalten zwei Originalgrafiken von Karl-Georg Hirsch und Bettina Haller. 104 Exemplare sind arabisch nummeriert.

Bis zum Erscheinen bieten wir die Vorzugsausgabe I zum Subskriptionspreis von 84 € an, danach 104 €. Die Nr. 1-50 der arabisch nummerierten Ausgabe enthalten eine Neupressung der Schallplatte „Karl Krolow liest aus seinen Gedichten“ (Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1975) auf CD und werden zum Einzelpreis von 20 € angeboten.

Die Normalausgabe ohne CD kostet 8 €.

Verbindliche Bestellungen richten Sie bitte schriftlich an kontakt@lyrikgesellschaft.de oder auf dem Postweg an die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V., Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

Am 27. August 2019 wird Die besondere Edition Nr. 3 im Literaturhaus Leipzig vorgestellt. Mitwirken werden Dr. Christa Grimm, Ulf Heise und Wolfgang Mayer König, Moderation Ralph Grüneberger.

 

 

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14.09.2019
16:00 - 17:30

Größe spüren. Musikgedichte - GZL-Mitglieder lesen, singen, musizieren

Schillerhaus,
Leipzig, Menckestraße 42

Die neue Ausgabe unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ mit dem Titel „Größe spüren. Musikgedichte“ präsentieren Autorinnen und Autoren der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik an jenem Ort, an dem Friedrich Schiller den Text für das „Lied an die Freude“ zu schreiben begann.

Die Namen der Lesenden werden rechtzeitig an dieser Stelle bekannt gegeben. Dass die Singer-Songwriter Nadine Maria Schmidt und Ralph Schüller dabei sein werden und der Musikwissenschaftler Dr. Thomas Schinköth eine kurze Einführung in das Thema „Lyrik & Musik“ geben wird, sei schon einmal verraten.

Gemeinschaftsveranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig; allerdings erneut ohne Förderung durch das Kulturamt Leipzig

Foto: Carola Lisson

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Gedicht des Monats

Gedicht des Monats Juni

Karl Krolow (1915-1999)

Hinreichend

Alles ist hinreichend beschrieben –

wie es anfängt und weitergeht,

übrig bleibt

die verbrauchte Landschaft,

Einverständnis, Empfindungen,

guter Rat, zu teuer

für den, der ihn ausführt.

Alles bleibt genügend bekannt.

Ein gesundes Bild

ergibt sich nicht, das man

aus Papier schneidet

und an die Wand heftet.

Die Mängel sieht man ein

als sonderbare Vorzüge.

Phantasiegold

liegt auf der Straße.

Die Liebe ist

zum Greifen nah,

die Gegend ohne Hintergrund.

Behutsam steigt man

durch ein Gelände,

abgesteckt von denen,

die alles rechtzeitig

in Besitz nehmen.

Im Juni vor zwanzig Jahren vertarb in Darmstadt der Gründungs-Schirmherr der von Gerhard Oberlin 1992 ins Leben gerufenen Lyrikgesellschaft. Dieses Gedicht ist eines von zwanzig, die in „Der feine Gesang. Karl Krolow zu Ehren“ als besondere Edition im Sommer dieses Jahres erscheinen werden.


Empfehlung des Monats

Charles Bukowski On Cats

Charles Bukowski, On Cats, Canongate

Empfehlung des Monats · Juni 2019
von Philipp Röchter

Foto: privat

Der Name des in Deutschland geborenen amerikanischen Schriftstellers und Dichters Charles Bukowski (1920-1994) dürfte bei vielen Leuten ganz bestimmte Assoziationen hervorrufen: Schnell wird das Bild eines misanthropischen Alkoholikers und selbsternannten Gossenpoeten gezeichnet, der sein Leben und literarisches Schaffen dem Schreiben über gescheiterte Schicksale, die Schlechtigkeit des Menschen, die seelenzerfressende Tretmühle des Lohnsklavendaseins und überhaupt die Sinnlosigkeit und Absurdität der menschlichen Existenz im Hamsterrad eines gegen ihn und die Natur, also gegen das Leben an sich  gerichteten Systems widmete. Das alles begleitet vom über allem stehenden Dauersuff, dem häufig letzten Zufluchtsort der Protagonisten aus Bukowskis Erzählungen von gebrochenen, aber ungebeugten Lebensgeschichten voller Elend und Leidenschaft, Tod und Sehnsucht: eine Art latent dauerhafte Todessehnsucht gepaart mit einem unlöschbaren Durst nach Leben – und nach Hochprozentigem, um bei dem ganzen Wahnsinn das Gleichgewicht nicht ganz zu verlieren.

Charles Bukowski, with special thanks to Jamie Norman, Canongate, Edinburgh

Nicht wenige „Zeitgeistgeschädigte“ würden Bukowski gerade in heutigen Zeiten der als Menschenfreundlichkeit und „Zivilcourage“ getarnten zunehmenden Gesinnungsdiktatur und Unterdrückung der freien Meinung und des freien Wortes „Gedankenverbrechen“ wie Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Rassismus etc. unterstellen. Diese zu reinen Totschlagkeulen und zum Abwürgen jeglicher non-konformistischen, nicht „politisch korrekten“ Meinungsäußerung verkommenen Worthülsen würden dem alten Herrn wahrscheinlich entspannt an der Quelle seines Fäkalhumors vorbeigehen (siehe seine zahlreichen „beer shit“-Referenzen). Es wurde auch über Bukowskis angebliches Liebäugeln mit dem Nationalsozialismus spekuliert (ähnlich wie bei Céline, einem seiner literarischen Idole und Vorbilder), was daher rührt, dass er als angehender und ziemlich bald scheiternder (weil scheitern wollender?) College-Student während der Kriegsjahre nicht in das antideutsche Horn der Mehrheit seiner Kommilitonen blies und sich durch als provozierend empfundene und mehrheitsuntaugliche Äußerungen gerne selbst ins (soziale) Abseits stellte (siehe z.B. hier: https://bukowskiforum.com/threads/was-he-really-a-nazi.17/ ).

Diese bewusste oder unbewusste Selbstsabotage ist überhaupt ein interessanter Aspekt vieler kreativ Begabter, selbiges Phänomen zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Leben z.B. eines Townes Van Zandt. Ein meines Erachtens nach sehr sehenswerter Buchrezensent beschrieb die jungen und düsteren Jahre Bukowskis einmal als das Dasein eines Taugenichts erster Klasse (siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=OvHLrBzIFvo ). Wie dem auch sei, meiner Meinung nach wird bei genauerer Beschäftigung mit Bukowski klar, dass er wohl kein überzeugter Anhänger dieser oder jener Weltanschauung gewesen war – in seiner politischen Bezugnahme deckte er lediglich regelmäßig die Widersprüche und Inkonsistenzen sowie die Heucheleien und Lächerlichkeiten einzelner Akteure oder Bewegungen sowie strukturelle Fehler auf, letztlich immer auch ein Verweis auf die Absurditäten des kollektiven gesellschaftlichen Affentheaters und auf die Tragikomödie, die ein einzelnes Menschenleben häufig darstellt.

Einen nicht unerheblichen Anteil an dem öffentlichen Bild Bukowskis hat er sich sicherlich selbst zu verdanken, sei es durch Ausschmückungen des eigenen Werdegangs zum Antihelden bis hin zur Mystifizierung („The 10 Year Drunk“) oder durch öffentliche Lesungen und Auftritte, bei denen die enormen Mengen Alkohol, die er in sich hineinschüttete, ziemlich wirkungslos blieben (zu finden im Netz, siehe z.B. Youtube). Dass es auch eine andere Seite des Menschen Charles Bukowski gab, eine nachdenkliche bis stark depressive, eine zärtliche, empfindsame und sehnsüchtige, ist eigentlich hinreichend bekannt und belegt, wenn man sich die Mühe macht, über den Tellerrand der Fassade hinauszublicken. Trotzdem bleibt diese Seite viel zu oft unerwähnt. Dies wird in dem 2015 erschienenen Kurzgeschichten- und Lyriksammelband „Charles Bukowski On Cats“ einmal mehr deutlich. Dieses Werk zeigt auf 118 Seiten interessante Einblicke in Hanks Beziehung zu seinen Lieblingstieren und lebenslangen Lehrern – wie gewohnt mit der für ihn typischen Mischung aus teils tiefer Traurigkeit und selbstironischem Galgenhumor.

Die deutsche Ausgabe bei Kiepenheuer&Witsch, 2018

Das Buch ist für Bukowski-Interessierte, egal ob Einsteiger oder Fan, einen Blick wert, da es größtenteils bis dato unveröffentlichtes Material bietet. Besonders hervorzuheben sind aus meiner Sicht die Texte „when everything seems like suicide finality“ und „Manx“ – in beiden geht es um das Durchhalten und Kämpfen, während alles um einen herum schwarz und endgültig sinnlos erscheint. Katzen als Suizidprävention bzw. Lebensretter? Bukowski jedenfalls schien darauf geschworen zu haben. Überhaupt wird seine Bewunderung für diese intelligenten, eleganten, ausdauernden und dem Menschen sinngebenden Tiere in den Texten immer wieder deutlich. Der geneigte Leser dürfte das so ähnlich empfinden, da sich wohl kaum weder ein Bukowski- noch ein Katzenhasser die Sammlung zulegen wird. Hier wird auch die elementare und übersinnliche (göttliche?) Verbindung zwischen dem Schriftsteller und diesen kaum zu ergründenden Wesen deutlich: Beide (Buk-Texte und Katzen) können etwas Magisches und Lebensrettendes ausstrahlen, was auch einer der Gründe dafür sein dürfte, weshalb sie sich einer fortwährenden Beliebtheit unter vielen Menschen erfreuen.

Charles Bukowski On Cats – erschienen bei Canongate Books Ltd.; Auflage: Main (4. August 2016), 118 Seiten – ISBN: 978 1 78211 727 8

In deutscher Übersetzung erschienen bei:
Verlag: KiWi-Taschenbuch (7. September 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3462051326 ISBN-13: 978-3462051322, Seiten, Originaltitel: On Cats

Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.