Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

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Gesellschaft für zeitgenoessische Lyrik

Lyrikgesellschaft Aktuell

Zwischenruf des Vorsitzenden bzw. Wir können nicht keinem Geld noch welches nachwerfen!

Wir sind der einzige (und zudem mitgliederstärkste) Literaturverein in Leipzig, der seit 1997 alljährlich Lyrikveranstaltungen anbietet.
 
Im Februar 2019 wurde unser im September 2018 eingereichter Projektantrag, der 12 Veranstalungen - mit ganz unterschiedlichen Beteiligten und ebenso unterschiedlichen Formaten an verschiedenen Orten enthielt - als nicht förderungswürdig erachtet. Zu den 12 Veranstaltungen zählten die Lesung mit dem Leipziger Buchpreis- und Erich-Loest-Preisträger Guntram Vesper, die Vernissage der Ausstellung "Worthaft - Bildhaft. Kunst politischer Gefangener", die Präsentation der aktuellen Poesiealbum neu- Ausgabe "Größe spüren. Musikgedichte" im Schillerhaus Leipzig und der New-York-Abend mit Film, Fotografie, Lyrik, Prosa und Musik im Capa-Haus.
Gegen den Ablehnungsbescheid haben wir fristgemäß Widerspruch eingelegt; das Widerspruchsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Im Juli hat uns das Kulturamt eine Anhörung eingeräumt.
 
Der im Februar 2019 gestartete Spendenaufruf hat uns in die Lage versetzt, einen Teil der geplanten Veranstaltungen dennoch zu realisieren.
 
Fast allen Spender/innen habe ich ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe "Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen" zusenden können. Weitere Versendungen folgen.
 
 
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke.
 
In der Hoffnung auf weitere Spenden verbleibt die Bankverbindung auf der Webseite:
 
Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.

Nun gibt es Neuigkeiten und wir bewerten es als ersten ERFOLG!

Ein erneuter Antrag, der im März 2019 beim Kulturamt für das 2. Halbjahr 2019 gestellt werden konnte, wurde dieser Tage hingegen positiv beschieden und die beantragte Förderung in geminderter Form bewilligt. Das versetzt uns in die Lage, die Veranstaltung zu Ehren unseres Schirmherrn Karl Krolow am 27. August im Literaturhaus Leipzig und gut 3 Wochen davor, am 3. August, den Lieder- und Lyrikabend im Schillerhaus "Die Spinnerin Hanne Luhs und andere Frauenlieder und -gedichte" anbieten zu können. Dafür danken wir. (25. Juni 2019) 

Anmerkung vom 22.7.19: Leider ist der Erfolg nur ein halber. Das Kulturamt fördert den Lieder- und Lyrikabend um "Die Spinnerin Hanne Luhs" leider nicht; für das Programm besteht keine Wertschätzung. Somit erlangt lediglich eines von unseren 14 Veranstaltungsangeboten 2019 die erforderliche Förderpriorität der Kulturbehörde; man will partout nichs fördern, was dem "Leipziger Liederbuch 1987/2017" nahekommt.

ERGÄNZUNG

Wir können nicht keinem Geld noch welches nachwerfen!

Mit Datum 29.7.19 hat der Vorstand der GZL nach der Anhörung am 12. Juli den Widerspruch zurückgezogen, um finanziellen Schaden von der Lyrikgesellschaft abzuwenden. Der Beschluss des Vorstandes wurde mit einfacher Mehrheit gefasst, zwei Vorstandsmitglieder enthielten sich der Stimme.

Bei der Anhörung wurden uns folgende "Fördereckpunkte" verdeutlich: Neues bieten, neue Kooperationen bilden, neue Akteure einbeziehen, neue Formate schaffen, neue Zielgruppen finden.

Schaut man sich daraufhin nochmals unseren Antrag vom September 2018 an, wird deutlich, dass wir bei der Antragstellung auf Vielfalt geachtet haben, verschiedene Zielgruppen angesprochen haben, ohne jedoch das, was sich bewährt hat (Lesung im Gohliser Schlösschen seit 2007 bzw. erfolgreiche Kooperation mit dem Botanischen Garten seit 2017) in diesem Jahr vernachlässigen zu wollen.

Im Plan für 2019 gibt es ganz neue Veranstaltungsorte: Café Eigler im Capa-Haus, Galerie Süd, Bührnheims Literatursalon und Schillerhaus.

Darüber hinaus wurden für 2019 neue Mitwirkende avisiert: Die Sax'n, Carsten Pfeiffer, Frederic Böhle, Blanche Kommerell, Jutta Rosenkranz.

Ebenso wurden ganz neue Formate angeboten: Foto, Film, Lyrik und Musik an einem Abend, ebenso einer Vernissage mit Kunst von politischen Gefangenen und einen Abend zu Mascha Kaleko.

Dass all das nicht als förderungswürdig erachtet wird, ist im Grunde unvorstellbar und eine Schande für diese Stadt. Desgleichen gilt für ein Widerspruchs“verfahren“, das den, der der Entscheidung widerspricht, praktisch handlungsunfähig macht, indem ihm erklärt wird, es gäbe – selbst wenn es ihm gelänge, einen Fehler im bürokratischen Ablauf zu finden – ohnehin keine Korrektur, denn einer inhaltliche Fehlbewertung kann nicht widersprochen werden.

Wortmeldung: Für Vielfalt

U.a. von der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke aufgefordert, uns der Kampagne "Die Vielen" anzuschließen, melden wir uns zu Wort und stellen es gleichzeitig all unseren Mitgliedern anheim, sich dieser Aktion anzuschließen: Berliner Erklärung. Die 1992 gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, der derzeit Mitglieder aus acht Ländern angehören, verpflichtet sich in ihrer Satzung „im Geist von Toleranz und Völkerverständigung“ zu agieren. Das haben wir mit unserer Arbeit immer wieder unter Beweis gestellt, sei es durch Veranstaltungsreihen von „Heimat und Fremde“ (1993-95) bis ZWIE SPRACHE (seit 2013), unsere Ausstellung „gegen den strom“, die bisher mehr als 36.000 Besucher zählt, und Veröffentlichungen der Poesiealbum neu-Themenhefte „Texte gegen Intoleranz“ (2008), „Deutschland. Gedichte“ (2009), „Deutsche Inventuren“ (2012), „Gedichte von Welt“ (2014) oder jüngst in Form der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ (2018) sowie bei unseren Gedichtfilmwettbewerben „Worte sind Boote“ (2012) und „Poetry Clips gegen den Krieg“ (2014) – bei denen jeweils Gedicht- bzw. Filmautor(inn)en aus verschiedenen Ländern involviert waren. Wir setzen uns auch ganz aktuell dafür ein, dass die Freiheit der Kunst bewahrt wird. Es ist deshalb nicht nur der „Spaßmacher Ringelnatz“, zu dessen Lyrikverfilmung wir gegenwärtig in Form unseres 4. Gedichtfilmwettbewerbs anregen, sondern sein Beispiel zeigt exemplarisch, dass die Freiheit der Kunst binnen weniger Tage verloren gehen kann, sobald Ermächtigungsgesetze und Machtstrukturen dies ermöglichen. Mit unserer gegenwärtigen „Worthaft“-Lesetour, bei der Autorinnen und Autoren an Schulen von ihren Haftgründen und -bedingungen unter der SED-Diktatur berichten werden, verdeutlichen wir, was es bedeutet, die Meinungsfreiheit zu verlieren. Darüber hinaus haben wir 2018/19 deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich an unserer Ausschreibung des Poesiealbum neu-Themenheftes „Heimat / Heimatverlust“ mit neuer Lyrik zu beteiligen. Gern bringen wir uns mit einer Auswahl der bisherigen und künftigen Veröffentlichungen in das Wirken „der Vielen“ ein, ohne jedoch als Organisatoren von Veranstaltungen und Aktivitäten federführend handeln zu können, dazu entbehrt es seit 2012 einer personellen Struktur. Hier ein aktueller Artikel von Christina Sticht zum Thema "Kultur lebt von unterschiedlichen Einflüssen" aus der nmz vom 14.01.2019. Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes Leipzig, im Juli 2019

Text/Hörbuch: „Wassertropfen und Seifenblase“

Zur Unterstützung unserer gleichnamigen Ausschreibung des 4. Gedichtfilmwettbewerbs und als Angebot an Wertschätzer dieser Dichtung veröffentlichen wir das Text/Hörbuch „Joachim Ringelnatz, Wassertropfen & Seifenblase. Ausgewählte Gedichte“ Das Text-/Hörbuch enthält 39 Gedichte, 5 davon auch in englischer Übertragung von Ernest A. Seemann. Sprecher/innen: Steffi Böttger, Johannes Gabriel, Mayjia Gille, Axel Thielmann Idee und Auswahl: Ralph Grüneberger Preis: 9,95 € Lieferbar ab Ende August Verbindliche Bestellungen nehmen wir ab sofort entgegen, richten Sie diese bitte an: kontakt@lyrikgesellschaft.de oder senden Sie eine Postkarte oder einen Brief an Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig

Veranstaltungen unserer Mitglieder – Jörn Sack

Jörn Sack, ‚Fontane als Kriegschronist‘ (Berliner Wissenschaftsverlag): Buchvorstellung. Ort: Sakristei der Sophienkirche in Berlin-Mitte, Große Hamburger Straße, 12. September 2019, 19 h

Gedicht des Monats August

  • 01.08.2019

Franziska Röchter (*1959)

Hauptbahnhof

Ankommen in Leipzig
kann man auch nachts
allein als Frau
zu später Stunde
sind die Gänge verlassen
kein Kiosk mehr offen
für ne Dose Bier
grölt ne Horde Hardcore
Fans nach dem Fußball
auf der sicheren Seite

Während um Mitternacht
vorne im Eingang
wo schon Paul Potts
den Flashmob besang
orangene Männer
ein Sichtverhältnis
in Grauzonen schaffen
möcht ich am liebsten
im Kunstfrühlingsblumenbeet
n(acht) oc-turnen

ist nicht erlaubt
heißt sicher
zuhaus
                                    

Quelle: Poesiealbum neu, „Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen“,

Poesiealbum neu – O Freude. Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen, Ausgabe 1/2015 Doppelheft 120 S. / Preis 6,00 EUR Doppelheft mit CD „HörBildStadt – Sounds of Leipzig“ / Preis 9,95 EUR (limitierte Auflage) jeweils zzgl. 2 Euro Versand

Leipzig 2014          

Wir gratulieren unserem Vorstandsmitglied Franziska Röchter herzlich zum runden Geburtstag. Wer sie kennt, denkt bestimmt, die haben sich um 10 Jahre vertan.                

Veranstaltungen unserer Mitglieder – Franziska Beyer-Lallauret

Franziska Beyer-Lallauret, 11. August, 15 Uhr, Gasthof Zum Goldenen Hufeisen, Ramsla bei Weimar: „Vom Reisen und Lieben an Mulde und Loire“, Lyrik und Prosa aus Deutschland und Frankreich mit Gitarrenmusik von Mario Fritzsche und Falco Wiesner, Eintritt frei für die Lesung, Kaffee und Kuchen à la carte, um Spende wird gebeten.


Veranstaltungen

15.03.2019 - 15.11.2019
0:00

Worthaft-Lesetour für Schüler/innen in Sachsen

Im zu Ende gegangenen Schuljahr und in den ersten drei Monaten des neuen Schuljahres bot bzw. bietet die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik Bibliotheken und Schulen in Sachsen die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren als Zeitzeugen zu Gesprächen und Lesungen einzuladen. Grundlage dafür ist die 2018 mit Unterstützung des Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erschienene Poesiealbum neu-Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ mit Lyrik und Prosa von 50 Autorinnen und Autoren, von denen die Mehrheit aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert war.

Ermöglicht wird die „Worthaft-Lesetour“ durch die großzügige Unterstützung des Landtages des Freistaates Sachsen. Insgesamt sind nunmehr zehn Veranstaltungen vorgesehen. Begonnen wurde die „Worthaft-Lesetour“ an der Rudolf Hildebrand Schule in Markkleeberg mit dem Künstler Jörg Beier und der Schriftstellerin und bildenden Künstlerin Gabriele Stötzer. Fortgeführt haben die Lesetour in der Stadtbibliothek Bautzen vor Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums Róža Domašcyna und Gerhard Pötzsch. In Leipzig an der Anton Reclam Schule und in der Chemnitzer Zentralbibliothek werden es im Mai Hubertus Schmidt, Siegmar Faust und Stephan Krawczyk sein. Im Juni stellten sich im vogtländischen Reichenbach Heinz-Martin Benecke und Jörg Beier den Fragen der Jugendlichen in der von der Jürgen-Fuchs-Bibliothek organisierten Veranstaltung für das Goethe-Gymnasium.

Weitere Schulveranstaltungen sind für den Zeitraum September bis November 2019 geplant. Den Auftakt für den zweiten Teil übernimmt ein Trio aus Dresden mit den Schauspielern Oda Pretzschner und Holger Hübner und dem Musiker Max Loeb Garcia an der Rudolf Hildebrand Schule in Markkleeberg. Ihm folgt eine Veranstaltung am Leibniz-Gymnasium in Leipzig mit Stephan Krawczyk und Gerhard Pötzsch. Lutz Rathenow und Gabriele Stötzer sind in Plauen zu Gast, zum einen am Beruflichen Schulzentrum Anne Frank und zum anderen in der dortigen Jugendherberge. Die Veranstaltung in Grimma ist derzeit noch in Planung.

Weiterlesen: Worthaft-Lesetour für Schüler/innen in Sachsen
27.08.2019
19:30 - 21:15

Der feine Gesang. Karl Krolow zu Ehren

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

Lesung & Gespräch

mit Dr. Christa Grimm (Altenburg) und Prof. Wolfgang Mayer König (Wien),

Lesung ausgewählter Korlow-Gedichte: Axel Thielmann (Leipzig),

Einführung und Moderation Ralph Grüneberger.

Eintritt (Abendkasse): 4 €, ermäßigt 3 €

Einlass ab 19 Uhr

Buchverkauf

Gemeinschaftsveranstaltung von der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik und dem Literaturhaus Leipzig, gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig

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Aus Anlass des 20. Todestages des Gründungs-Schirmherrn der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik gibt Ralph Grüneberger im Auftrag der GZL in der neuen Reihe „Die besondere Edition“ die Nr. 3 heraus.

Eine limitierte Ausgabe mit 20 ausgewählten Gedichten von Karl Krolow, einer Collage des Grafikers Peter Krolow zu einem Gedicht seines Vaters sowie Wortbeiträgen von Manfred Bosch, Kurt Drawert, Dr. Christa Grimm, Ulf Heise, Prof. Wolfgang Mayer König und einem Editorial des Herausgebers.

Die Auflage beträgt 124 Exemplare, davon sind die 20 Exemplare der Vorzugsausgabe römisch nummeriert und enthalten zwei Originalgrafiken von Karl-Georg Hirsch und Bettina Haller. 104 Exemplare sind arabisch nummeriert.

Bis zum Erscheinen bieten wir die Vorzugsausgabe I zum Subskriptionspreis von 84 € an, danach 104 €. Die Nr. 1-20 der arabisch nummerierten Ausgabe enthalten als Vorzugsausgabe II die Aufnahme der Schallplatte „Karl Krolow liest aus seinen Gedichten“ (Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1975) auf Speicherkarte (SD) und werden zum Einzelpreis von 20 € angeboten.

Die Normalausgabe (Nr. 21-104) ohne Speicherkarte kostet 8 €.

Verbindliche Bestellungen richten Sie bitte schriftlich an kontakt@lyrikgesellschaft.de oder auf dem Postweg an die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V., Haus des Buches, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

Weiterlesen: Der feine Gesang. Karl Krolow zu Ehren
13.09.2019
19:30

Wassertropfen & Seifenblase. Ein Ringelnatz-Abend

Botanischer Garten,
Leipzig, Linnéstr. 1

Lesung aus der Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des 4. Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen.

Vortragende sind die SprecherInnen des Hörbuchs Steffi BöttgerMayjia Gille und Axel Thielmann.

Steffi Böttger, Ralph Grüneberger, Mayjia Gille, Axel Thielmann (Foto: GZL)

Den musikalischen Part übernimmt Michael „Massa“ Großwig am Saxophon und die Einführung Ralph Grüneberger, der Herausgeber der Reihe Die besondere Edition als Erweiterung unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ .

Gemeinschaftveranstaltung der GZL mit dem Förderkreis des Botanischen Gartens der Universität Leipzig

Eintritt 12 € / ermäßigt und im Vorverkauf vor Ort 10 €

Schriftliche Kartenreservierungen sind bis 9.9.19 per E-Mail möglich: kontakt@lyrikgesellschaft.de

Einlass ab 19 Uhr

Weiterlesen: Wassertropfen & Seifenblase. Ein Ringelnatz-Abend
14.09.2019
16:00 - 17:30

Größe spüren. Musikgedichte - GZL-Mitglieder lesen, singen, musizieren

Schillerhaus,
Leipzig, Menckestraße 42

Die neue Ausgabe unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ mit dem Titel „Größe spüren. Musikgedichte“ präsentieren Autorinnen und Autoren der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik an jenem Ort, an dem Friedrich Schiller den Text für das „Lied an die Freude“ zu schreiben begann.

Die Namen der Lesenden werden rechtzeitig an dieser Stelle bekannt gegeben. Dass die Singer-Songwriter Nadine Maria Schmidt und Ralph Schüller dabei sein werden und der Musikwissenschaftler Dr. Thomas Schinköth eine kurze Einführung in das Thema „Lyrik & Musik“ geben wird, sei schon einmal verraten.

Gemeinschaftsveranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig; allerdings erneut ohne Förderung durch das Kulturamt Leipzig

Foto: Carola Lisson

Weiterlesen: Größe spüren. Musikgedichte - GZL-Mitglieder lesen, singen, musizieren
27.09.2019
18:00 - 20:00

New York, New York. Ein Abend mit Gedichtfilm, Fotografien, Musik, einem Romanauszug und Poesie

Café Eigler im Capa-Haus,
Leipzig, Jahnallee 61

Ein amerikanischer Abend im Capa-Haus während der Interkulturellen Wochen 2019 in Leipzig

Die USA sind das Mutterland der Migration und Integration. Das gilt für keinen anderen Staat der Welt im selben Maße. Seit etwa zwei Jahrhunderten ist die Anziehungskraft, die von Nordamerika ausgeht, ungebrochen. Daran haben auch die Terroranschläge auf das World Trade Center (WTC) nichts geändert. Umso stärker ist die Wirkung einzuschätzen, die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in der weltweiten negativen Bewertung des Islam mündeten. Nichts hat die Weltlage zu Beginn des 21. Jahrhunderts so verändert wie die Anschläge auf das WTC. Dieses Klima führte zum Krieg gegen den Irak und damit zum Entstehen der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Aktuell beobachten wir mit Sorge eine erneute militärische Drohkulisse der US-Regierung gegen den Iran. Immer geht es dabei um den Kampf um Rohstoff-Ressourcen bzw. um die ökonomische und politische Vorherrschaft.

Vor diesem Hintergrund wirken die sozialkritischen Fotografien des Fotokünstlers Antonius, der heute in Berlin lebt, aber seiner familiären Wurzeln in den USA hat, wie aus einer „anderen Welt“. Antonius hat einen Blick für die Randgruppen und für die Armen im reichen Nordamerika. Ihnen gilt seine ganze Empathie. Ähnlich sind die Amerika-Gedichte einzuschätzen, die viele Mitglieder der in Leipzig ansässigen internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik für eben diesen Abend ausgewählt und bereitgestellt haben.

Programm:

„12. September” –  Gedichtfilm

„New York” – Foto-Musik-Performance

„New York-Gedichte“ von Mitgliedern der GZL (deutsch und z.T. in amerikanischer Übersetzung)

„Amerika” – Auszug aus dem Roman von Franz Kafka (Ankunft in New York)

Musikalische Zwischenspiele

Es wirken mit: Antonius, Mayjia Gille, Ralph Grüneberger, Axel Thielmann und Martin Hoepfner.

Eintritt 8 € / Vorverkauf 6 €

Beginn 18 Uhr, Einlass ab 17 Uhr.
Kartenvorverkauf ab 15. August 2019
Platzreservierungen über Tel. 0341-877 27 33 empfohlen

Foto NYC und Trailer: Antonius

Eine Förderung dieser Veranstaltung bei der Stadt Leipzig, Referat Migration und Integration, im Rahmen der diesjährigen Interkulturellen Wochen in Leipzig wurde beantragt.

Weiterlesen: New York, New York. Ein Abend mit Gedichtfilm, Fotografien, Musik, einem Romanauszug und Poesie

Gedicht des Monats

Tagesanbruch in Lindenau

Gedicht des Monats Juli

Andreas-Wolfgang Rohr (*1959)
Tagesanbruch in Lindenau


Früh
Wenn die Haltestellen
Schon wieder
Nach Tagescreme riechen
Und die tanzmüden
Spätheimkehrer
In ihren Verkehrssesseln
Siechen
Sitzt auch das Arbeitsvolk
Hinter getöntem Glas
In Gedanken
Noch schlafend
Die Gesichter
Blicklos und blass


Früh
Wenn die Haltestellen
Sammellager sind
Stößt die Freiheit
An die Grenze ihrer Sehnsucht
Tageslichtblind

Poesiealbum neu - O Freude. Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen
Poesiealbum neu – O Freude.
Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen

Quelle: „Leipzig im Gedicht. Lyrik & Prosaminiaturen“,
Poesiealbum neu, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2015

Wir gratulieren unserem Mitglied herzlich zum 60. Geburtstag, wünschen vor allem Gesundheit und jede Menge Kreativität und Freude am Leben.


Empfehlung des Monats

Von null auf hundert: Till Rodheudts Debüt

Till Rodheudt, zwischen den beats, Reihe Poesie 21

Empfehlung des Monats · August 2019
von Franziska Röchter

Nicht zufällig, so der Herausgeber Anton G. Leitner, habe der Band zwischen den beats von Till Rodheudt den Jubiläumsplatz 100 in der seit 2006 existierenden und lange etablierten Gedicht-Reihe Poesie 21 erhalten – deren Anliegen es ist, „bemerkenswerte zeitgenössische Gedichtbände und lyrische Debüts in deutscher Sprache“ zu präsentieren.  

Diese höchst sorgfältig unter dem gründlichen Auge des Verlegers und Herausgebers persönlich entstehenden Bände  bestechen durch einen hohen Wiedererkennungswert und ein seriöses und einheitliches Erscheinungsbild; trotz des sich über die Jahre längst vom ursprünglich schwarzen und roten Umschlag in Richtung Farbenvielfalt weiterentwickelten Covers und diverser kreativer Umschlagsgestaltungen reihen sämtliche bisher erschienenen aktuell 101 Titel ihre Autorinnen und Autoren in die Gedichtfamilie ein und stellen auch Debütanten – wie hier Till Rodheudt – in einen über das rein Dichterische hinausgehenden Zusammenhang in einer immer unüberschaubarer werdenden und manchmal auch undurchdringbaren lyrischen Welt. Kurzum: Die Reihe hat etwas Einendes, ist im sogenannten „Betrieb“ integrationsstiftend. Wer bei Poesie 21 verlegt wurde – und das wird gewiss nicht jeder – wird verortet, darf sich glücklich schätzen und schätzt sicher viele der Mitangehörigen in diesem Kreis lyrischer Verwandtschaft.

Was macht Till Rodheuts Gedichte besonders? Wovon schreibt der studierte Germanist und Philosoph, der 17 Jahre lang hauptberuflich nicht in der schöngeistigen, sondern ökonomischen Welt der „businessgebiete“ und „vertikaler marktgespräche“ agierte?


Einige der 5 Kapitelüberschriften (z.B. Wir flirten mit Gewehrmündungen, System oder Die Krieger sind abbestellt) lassen einen Daseinskampf des Individuums vermuten oder – Muscheln & Muscheln haben wir gesucht – deuten auf existentielle Sinnsuche in einem verschlüsselten Universum (… sprachverwirrt die anschauung / meiner nicht verstandenen / umlaufbahn  aus: die früchte ess ich). Rodheuts Texte oszillieren zwischen Innen und Außen, zwischen „funkelndem ipadglas“ und „blutbuchenschicksal“, zwischen geschlossenen Räumen und den Weiten des Universums,  zwischen „extrasolaren planeten“  und „gegenwartsschienen“, sie „verweilen im zungengrund“ und „stranden an der flussfront“,  wandern vom „zellschnee des lebens“ in „die zukunft“.

Die Gedichte wirken sehr kompakt, formell in modernen Blocksatz gefasst, manche treten nahezu quadratisch auf, als sollten die stringente Form und die umklammernden Enjambements das persönliche und lyrische Ausufern im endlosen Kosmos verhindern:



Diese „andere galaxie“ des Till Rodheudt lädt zum Durchqueren und Erforschen ein, zum Verlassen bekannter Räume, um herauszufinden, was sich „zwischen den beats“ befindet, nicht nur wegen des vom Herausgeber beschworenen „psychedelischen Flows“, sondern auch, weil die Entdeckung unbekannter Galaxien so schön den eigenen Standpunkt verändern kann.  


Till Rodheudt, zwischen den beats
Gedichte
80 Seiten, Broschur, EUR 12,80
[D]Deiningen 2019, Verlag Steinmeier
ISBN 978-3-943599-67-1
www.Poesie21.de




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Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

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Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.