Heute mal 8 – mit Symbolkraft

Heute mal 8 – mit Symbolkraft

Empfehlung des Monats · Dezember 2017
von Franziska Röchter

Es ist Jahresende und die Zeit wird knapp. Zu knapp, um all den
Menschen da draußen für die Zeit des Schenkens und für das Fest
der Liebe nur ein einziges Buch zu empfehlen. Deshalb finden Sie
heute an dieser Stelle keine ausführliche Besprechung oder
detaillierte Begründung für eine Lese- oder Kaufempfehlung,
sondern einigegenau genommen 8 sehr unterschiedliche
Titel, die aus verschiedenen Gründen Neugier wecken und zum
Lesen oder Schenken verführen können …

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Das Leipziger Liederbuch in Neufassung: Zeitzeugnis subversiver Literaturgeschichte

  • Veröffentlicht: 01.11.2017 · Zuletzt aktualisiert: 05.11.2017

Empfehlung des Monats · November 2017

Franziska Röchter

von Franziska Röchter

 

 

 

 

„Das Leipziger Liederbuch, auf dessen vielfache Aufführung wir aus sind, ist kein getöntes Leipzig-Bild. Als Stadtführer wird es nicht zu gebrauchen sein …“, so schrieben die Text- und Ton-Autoren des Liederbuches, Ralph Grüneberger und Walter Thomas Heyn, bei der Ankündigung der Erstfassung 1987 und verwiesen auf ein „Leipzig am Rand“ und „dicke Luft“, die Gegenstand der Texte, ab 1985 entstanden, seien. Seinerzeit fiel der fromme Wunsch der beiden Autoren noch der Zensur zum Opfer, eineinhalb nicht-öffentliche Aufführungen (ja, eines war nur eine Teilaufführung) vor ausgewählten geladenen Gästen, eine im Gewandhaus zu Leipzig, die gestutzte Version in der Alten Handelsbörse, zeugen von nur einigen Konsequenzen, die Produzenten kritischer oder vermeintlich kritischer Texte damals in Kauf nehmen mussten.
Nun wird genau 30 Jahre später unter anderen Vorzeichen eine Wiederbelebung des Leipziger Liederbuches in einer Neufassung mit zusätzlichen aktuellen, zeitbezogenen Texten gewagt.
Grund genug, einen Blick in dieses Zeugnis Leipziger Zeit- und Literaturgeschichte zu werfen …

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Esther Ackermann: Die Hand hinein – ortelyrik

Esther Ackermann, Die Hand hinein, ortelyrik, 2016

  • Veröffentlicht: 30.09.2017 · Zuletzt aktualisiert: 01.10.2017

Empfehlung des Monats · Oktober 2017
von Franziska Röchter

Franziska Röchter

 

 

 

 

 

Wahrheitssuche & Wahrhaftigkeit mittels Lyrik
Esther Ackermanns Debüt im orte Verlag

Der Name Bocca della Verità wurde erstmals 1485 urkundlich erwähnt. Es handelt sich bei diesem „Mund der Wahrheit“ um ein scheibenförmiges Relief, das an der linken Schmalseite in der Säulenvorhalle der römischen Kirche Santa Maria in Cosmedin angebracht ist. Verschiedene Abbildungen dieses Reliefs wirken auf mich, um ehrlich zu sein, etwas gruselig.


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Jutta Pillat: die aus der kälte kommen. portraitgedichte

Jutta Pillat, die aus der kälte kommen. portraitgedichte

Empfehlung des Monats · September 2017
von Urte Skaliks

 

 

 

Von Dr. Jutta Pillat aus Leipzig, deren kunstreiche Sprachspielerein u.a. in „Nonsens oder was?“ und „Süßholz raspeln“ ihre Liebhaber gefunden haben und die auch lockere Schreib-Workshops anbietet, ist kürzlich ein überraschendes Gedichtbändchen mit ganz anderer Thematik erschienen.
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„Überall können wir singen“ – postpoetry.nrw

postpoetry.nrw, Poesiebotschaften aus fünf Wettbewerbsjahren, herausgegeben von Monika Littau

  • Veröffentlicht: 31.07.2017 · Zuletzt aktualisiert: 29.08.2017

Empfehlung des Monats · August 2017

Maren Schönfeld (c) G. v. d. Kammer

von Maren Schönfeld

 

Hamburg ist wirklich eine schöne Stadt und ich lebe unheimlich gern hier. Aber seit ich von dem Projekt postpoetry.nrw gehört habe, überlege ich doch, meinen Wohnsitz nach Nordrhein-Westfalen zu verlegen, damit ich da mitmachen kann. „Poesiebotschaften aus fünf Wettbewerbsjahren“, herausgegeben von Monika Littau, ist ein Lesebuch mit Gedichten der Preisträgerinnen und Preisträger aus den Jahren 2010 bis 2014. Aber was ist das eigentlich für ein Wettbewerb?
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Peter Bornhöft: Auf Leben und Tod

Peter Bornhöft, Auf Leben und Tod

  • Veröffentlicht: 30.06.2017 · Zuletzt aktualisiert: 29.08.2017

Empfehlung des Monats · Juli 2017
von Urte Skaliks 

Ich komme überhaupt nicht aus dem Staunen heraus.

Das ist selten. Ich komme beim Lesen überhaupt nicht aus dem Staunen heraus. Und möchte am liebsten immer nur zitieren und das Büchlein sofort einem Freund schicken.

Aber ich versuche, zuerst etwas über die Gedichte zu sagen.
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Lyrik arabischer Dichterinnen vs. Antäus ohne die Erde

Empfehlungen des Monats Juni 2017

  • Veröffentlicht: 01.06.2017 · Zuletzt aktualisiert: 29.08.2017

Empfehlung des Monats · Juni 2017
von Michel Ackermann

Der charmante Appell des tieferen Sinns

Der Manesse-Verlag veröffentlicht Lyrik arabischer Dichterinnen vom 5. Jahrhundert bis heute
von Michel Ackermann

In einem aufschlussreichen Essay über Luther zitiert der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott eben diesen mit einem erstaunlichen (Neben)-Satz, der ein bemerkenswertes Anliegen des Reformators zum Ausdruck bringt: “… daß nicht der Sinn den Worten, sondern die Worte dem Sinn dienen und folgen sollen.“ (*)

Luther will der Eigenmächtigkeit einer poetisch-bildhaften Bibel-Sprache seiner Zeit und ihren sperrigen Formulierungem und Sprachbildern ein Ende machen und die Worte einem klar und für alle verstehbaren Sinn unterwerfen. Ein Sinn, der der höhere Sinn eines unmissverständlich sprechenden Gottes und seiner religiösen Mitteilungen ist und nicht etwa ein Sinn, welcher in gemeinsamem Diskurs von kirchlichen Gelehrten und Denkern zu erkunden und zu ergründen wäre. So war es bis dahin gewesen, doch so soll es nun nicht mehr sein. Das Zeitalter der ›Ideologie‹ begann, in dem gedruckte Sprache in hohen Auflagen ihre Botschaft für die Massen einfach und verständlich zu transportieren hatte und damit (nicht zufälliger Weise) auch das Zeitalter, in dem die gemeinsame Wiege der sprachlichen Kultur zwischen arabischer Tradition und einer griechisch-römischen Aufarbeitung und Übernahme in Theater, Lyrik und Philosophie für lange Zeit der Vergangenheit angehören sollten.
Doch das buchstäblich und wörtlich Verdrängte holt uns wieder ein.

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Gontran Peer : Haiku und so weiter

Gontran Peer, Haiku und so weiter

  • Veröffentlicht: 01.05.2017 · Zuletzt aktualisiert: 07.05.2017

Empfehlung des Monats · Mai 2017

Von Stiefmütterchen, die Gärten überfluten

Von Stiefmütterchen
die Gärten überfluten –
jetzt weiß ich’s wieder

Ganz in der Tradition der alten Haiku-Meister nimmt uns Gontran Peer mit auf eine lyrische Reise durch die Jahreszeiten und ruft dabei dem Leser ins Gedächtnis, genau hinzusehen und sich der wandelnden Natur bewusst zu werden. Die kunstvollen Miniaturen spiegeln dabei, neben einer gewissen Einsamkeit, die Liebe des Dichters zum Detail wider – kein noch so kleines Wesen, keine noch so unscheinbare Pflanze wird dabei ausgelassen, wie zum Beispiel in folgender Momentaufnahme:
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Sigrid Lichtenberger – Manchmal ist ein Strohhalm viel

Sigrid Lichtenberger – Manchmal ist ein Strohhalm viel

Sigrid Lichtenberger – Manchmal ist ein Strohhalm viel

  • Veröffentlicht: 01.04.2017 · Zuletzt aktualisiert: 01.04.2017

Empfehlung des Monats · April 2017

Mit einem  Best of präsentiert sich hier die 2016 verstorbene Autorin Sigrid Lichtenberger aus Bielefeld. In der Lyrik einer 1923 geborenen Autorin möchte man fast unbedingt mit antiquierter Sprache und  Zeitzeugenschaft konfrontiert werden. Historisch informative Abbildungen aus strapaziösen Epochen dürften sogar hinter lyrischem Format zurückstehen. All das würde man durchaus akzeptieren. Aber es begegnen dem Leser dieser Gedichtsammlung stattdessen oft eigenwillig moderne, lobunabhängige, äußerst persönliche und auch geistliche Gedichte, die sich fast immer in einer  JETZT-Situation, in einem aktuellen inneren Gespräch befinden.
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Nora Gomringer & Philipp Scholz: Peng Peng Peng – Ralph Grüneberger: Bienen über Brooklyn – Lyrikheft 20: Ralph Grüneberger / Bettina Haller

Empfehlung des Monats März 2017

Empfehlung des Monats März 2017

  • Veröffentlicht: 01.03.2017 · Zuletzt aktualisiert: 04.03.2017

Empfehlung des Monats · März 2017

Nora Gomringer & Philipp Scholz, Peng Peng Peng

Von der bereits in 2. Auflage erschienenen CD geht etwas Magisches aus, eine unsichtbare Kraft möchte dazu animieren, hinter jedes Peng! im dadaistisch anmutenden Titel ein Ausrufungszeichen zu setzen und das Werk als Aufforderung zum Abweichen von gewohnten Hörpfaden zu verstehen.
Obwohl nicht als AudioBook für Kinder daherkommend (und bei Volant & Quist auch nicht in einem Kinderbuchverlag erschienen), fühlen sich auf jeden Fall auch jüngere und im Kopf ganz jung gebliebene Menschen direkt und unmittelbar angesprochen, wenn gleich das erste Stück „Wie soll ich das beschreiben“ mit der echte Gesangsqualitäten aufweisenden Stimme der rezitierenden Künstlerin unter Begleitung psychedelisch-jazziger Trommelklänge effektvoll von der Wirkung des Wortklangs spricht und dabei mit den Beispielen von „Igel“ und „Boot“ und der direkten Ansprache des Hörers mit „Du Kind, du Mädchen, du Junge“ dieses unmittelbar demonstriert wird und eine Interaktion mit dem Rezipienten entsteht. Dabei wird geschriiiiien, gejault, gehechelt, dass es anschaulicher gar nicht ginge.
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