Worthaft. Eine Anthologie mit Texten politischer Gefangener

Worthaft. Texte politischer Gefangener. Sonderheft 2018 Poesiealbum neu

  • Veröffentlicht: 01.10.2018 · Zuletzt aktualisiert: 05.10.2018

Empfehlung des Monats · Oktober 2018
von Ralf Burnicki

 

 

 

 

„Ich halte den Band für bedeutsam.“

Im Westen Deutschlands aufgewachsen war mir die DDR fremd und als Herrschaftssystem nicht geheuer. Vielleicht fuhr ich damals gerade deshalb mehrfach nach Ostberlin und suchte auf dem Alexanderplatz einen Buchladen auf, um den Hauch einer Innensicht zu erhalten. Dort galt mein Interesse neben marxistischen Theoriebändchen unter anderem der Lyrik der DDR, und im Laufe der Jahre hatte ich mir einen kleinen Stapel Lyrikbände zusammengestellt. Warum griff ich zur Lyrik? Weil ich der Meinung war, dass man in Gedichten und zwischen den Zeilen die Hoffnungen der Menschen besser ablesen konnte als in den Verlautbarungen der staatlich zensierten Presse. 
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Ein Remix wiedererfundener Zeit – Sören Heims lyrische Klänge und Farben auf der Suche nach Selbst-Bestimmung

Sören Heim, kathaStrophen, chiliverlag 2017

  • Veröffentlicht: 01.09.2018 · Zuletzt aktualisiert: 26.09.2018

Empfehlung des Monats · September 2018
von Michel Ackermann

 

 

 

Moderne Kunst muss sich heutzutage nicht mehr rechtfertigen, ganz gleich, ob es sich um Musik, Lyrik oder visuelle Künste handelt. Denn die Moderne ist längst selbst ein Teil der Tradition geworden, überholt von Postmoderne und all den kulturellen Narrativen, die auch das “Everything goes“ schon wieder überholt haben. Deswegen ist es verständlich, wenn sich Künstler in diesem zeit- und kulturgeschichtlichen Nirwana selbst bestimmen und verorten wollen: “Erweisen wird sich, hoffentlich, dass die freie Form am Ende (…) nicht weniger streng ist als die äußerliche Strenge.“

Ob Heims klanglich, rhythmisch und inhaltlich einfühlsam und überzeugend geschriebene Poesie derlei Selbsterklärung überhaupt nötig hat …

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“Und ich entschwinde / Im bösen Winde …“: Frank Stückemanns Neu-Übersetzung von Paul Verlaines musikalisch inspirierter Dichtung

Paul Verlaine, Gedichte I, Zweisprachige Ausgabe französisch/deutsch, Übersetzt und kommentiert von Frank Stückemann

  • Veröffentlicht: 01.08.2018 · Zuletzt aktualisiert: 29.08.2018

Empfehlung des Monats · August 2018
von Michel Ackermann

 

 

 

Die Frage der Übersetzbarkeit von originärer Lyrik in eine andere Sprache berührt die Frage der Übersetzbarkeit von Sprache schlechthin. Denn Sprache selbst ist eine kreative Übersetzung menschlicher Wahrnehmung in mehr oder weniger angemessene(n) Laute(n). Der Auftrag der Übersetzung einer fremden Wahrnehmung (der des fremdsprachlichen Dichters in seiner Sprache) in eine andere Wahrnehmung (der des Übersetzers in seine eigene Wahrnehmung der Wahrnehmung des Dichters) muss von daher ein sehr besonderer sein …


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„Gedichte können Brücken sein“: Zum posthum erschienenen Band Fremdes wird nah von Sigrid Lichtenberger

Sigrid Lichtenberger, Fremdes wird nah, Pendragon 2018

  • Veröffentlicht: 01.07.2018 · Zuletzt aktualisiert: 08.07.2018

Empfehlung des Monats · Juli 2018
von Franziska Röchter

Als die gebürtige Leipzigerin und Wahl-Bielefelderin Sigrid Lichtenberger im Jahr 2016 jäh vom literarischen Parkett gerufen wurde, befand sie sich mitten in der Arbeit an einem weiteren Lyrikband. Rund eineinhalb Jahre später erscheint nun posthum – dank der intensiven Zusammenarbeit ihrer Tochter Karin Lichtenberger-Eberling mit Günter Butkus (Pendragon-Verlag) ihr Lyrikband Fremdes wird nah mit vielen unveröffentlichten Gedichten aus dem Nachlass. Ein Vermächtnis weitsichtiger Gedanken an eine Welt im Umbruch …
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#poesie –> überall und in allem

#poesie, hrsg. Nora Gomringer und Martin Beyer, Volant & Quist, 2018

Empfehlung des Monats · Juni 2018
von Franziska Röchter

#poesie –> Eine Anthologie von Nora Gomringer und Martin Beyer

Hashtags sind modern. Sie wirken jung, jugendlich, „fresh“, und womöglich kaum ein „social-media“-begeisterter kommunikationsaffiner Internetuser unter 30 würde sich veranlasst sehen, überhaupt die konkrete Frage nach der Bedeutung dieses Zeichens zu stellen …

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Rolf Birkholz: Edle Buchdruckkunst mit spirituellem Anspruch / Lutz Rathenow: Kindergedichte für alle

Rolf Birkholz und Lutz Rathenow: zwei unterschiedliche Lyriker

  • Veröffentlicht: 01.05.2018 · Zuletzt aktualisiert: 02.05.2018

Empfehlung des Monats · Mai 2018
von Franziska Röchter

In unseren heutigen Empfehlungen des Monats treffen zwei sehr unterschiedliche Autoren aus zwei unterschiedlichen Regionen Deutschlands, nämlich Rolf Birkholz und Lutz Rathenow, aufeinander, deren Bücher letztendlich das Gleiche wollen: Das Leserinteresse für unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst wecken.

Auf den Berg der Läuterung mit Maß: Ein leicht gekreuztes Nicken

Ein leicht gekreuztes Nicken, San Marco Handpresse

Seit 22 Jahren entstehen in Peter Marggrafs San Marco Handpresse außergewöhnliche Druckerzeugnisse von höchster Qualität und großem künstlerischem Anspruch. Möchte man sich auf einen Band, auf einen „handgedruckten“ Dichter, konzentrieren, ist es zunächst schwer möglich, sich ausschließlich auf die Texte zu fokussieren, …
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Über Ulrich Becks Lyrikband komm & geh zeiten: Cowboy oder Ritter auf modernen Kriegsschauplätzen

Ulrich Beck, komm & geh zeiten, edition DAS GEDICHT, 2018

Empfehlung des Monats · April 2018
von Franziska Röchter

Wenn ein Lyriker die „Härte der modernen Arbeitswelt mit ihren Athleten des Managements“ (Waschzettelbeschreibung) thematisiert und selbst ein nicht geringer Teil genau dieser bedichteten Arbeitswelt ist, also in zwei vielleicht nur auf den allerersten Blick extrem gegensätzlichen Parallelwelten zuhause ist, dann wird man neugierig und fragt sich, wie er das macht. Wenn man aus Ostwestfalen kommt und gleich im ersten Gedicht auf der Innenseite des Schutzumschlages dieses qualitativ hochwertigen Hardcoverbandes mit Lesebändchen Bielefelds Existenz mit der Unsichtbarkeit von Briefkasten- oder Scheinfirmen  verglichen wird,  dann muss man sich Ulrich Becks Gedichte einfach einmal genauer anschauen …

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„bis zu den engeln unter der erde“ & Die Leichtigkeit der Fülle : neue Lyrik von Blankenburg bis Gütersloh

neue lyrik bei chili

  • Veröffentlicht: 01.03.2018 · Zuletzt aktualisiert: 01.03.2018

Empfehlung des Monats · März 2018
von Michel Ackermann

Thomas Rackwitzs zupackender lyrikband “IM TRAUM DER DICH NICHT SCHLAFEN LÄSST“ und Jürgen Zimmermanns „SAISONLYRIK

es geht ein mediales lächeln um, im zeitalter digitaler glücklichkeit. möglichst selfie-made, sozusagen eine art ego-digitales wasserstoffbömbchen, um die sozial-psychologisch obligatorische aufmerksamkeitsquote optimierter erreichen zu können. selbst die traurig-glücklosen hat die omni-glückliche gesellschaft im zweifelsfall fröhlich zu inkludieren.  denn auch egalität ist ein understatement in der ungleichen gesellschaft. solch epidemisches understatement hat längst auch alle genres der kunst ergriffen. mindestens die jedenfalls, welche abseits unbeliebter negativer dialektik darum bemüht ist, in der tonalität und totalität der lächelnden gesellschaft ihren “auch-ein-bisschen-fröhlichen-ego-platz“ zu finden.


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Von fliegenden Hunden und schuhlosen Vögeln: Gabriele Kromers Fantasiewelten

Manche Hunde fliegen - Gedichte und Bilder von Gabriele Kromer

  • Veröffentlicht: 01.02.2018 · Zuletzt aktualisiert: 01.02.2018

Empfehlung des Monats · Februar 2018
von Franziska Röchter

 

Ein bisschen gaga, ein bisschen dada, ein bisschen crazy – und sehr viel Esprit!

Von manchen schönen Dingen erfährt man erst, wenn man mit der Nase drauf gestoßen wird. So auch von diesem hochwertig aufgemachten und durchgängig mit Bildern versehenen Lyrikband von Gabriele Kromer aus 2017, der durch sehr charmante, in sehr verschiedenen Mischtechniken angefertigte Kunstgrafiken besticht, von denen viele etwas mit einem Hund zu tun haben – aber nicht alle.
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Ein Leben: Aufgewachsen an der Memel, Schüler in Königsberg, Soldat und Gefangener am Don, Dichter in Deutschland

Johannes Bobrowski, Gesammelte Gedichte

  • Veröffentlicht: 01.01.2018 · Zuletzt aktualisiert: 31.12.2017

Empfehlung des Monats · Januar 2018
von Ralph Grüneberger

In der noch vom Ober-Ausleser Marcel Reich-Ranicki herausgegebenen Sammlung „Hundert Gedichte des Jahrhunderts“, die zehn Jahre nach dem Ende der deutschen Teilung lediglich drei Gedichte zweier in der DDR verbliebener Lyriker zur Jahrhundertausbeute zählt, ist immerhin ein Gedicht von Johannes Bobrowski zu lesen. Ein Werturteil des Literaturgrantlers und eine Anregung gleichermaßen.
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Förderer und Partner

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Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

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Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
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ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
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