Die Entdeckung Gershom Scholems als bedeutender Lyriker – Zu dem Band Poetica

Gershom Scholem, Poetica

  • Veröffentlicht: 01.11.2019 · Zuletzt aktualisiert: 09.10.2019

Empfehlung des Monats · November 2019
von Wolfgang Braune-Steininger

„Gershom Scholem (1897-1982) begründete mit seinen Werken einen neuen Forschungszweig: die wissenschaftliche Erforschung der jüdischen Mystik, die ein neues Verständnis des Judentums und der jüdischen Geschichte eröffnet hat.“ – Mit diesen Worten, die auf der Innenseite des Rückumschlags des Buches stehen, wird die geistesgeschichtliche Bedeutung  Scholems konzise benannt. Weniger bekannt  ist seine Wirkung als Homme de Lettres im literarischen Diskurs, die nun mit dem vorliegenden Band einprägsam belegt wird. So äußert sich Scholem vielfältig und nachhaltig über das lyrische Genre des Klagelieds, bedenkt  Sprach- und Übersetzungstheoretisches, etwa Über das Hohe Lied und Wenn die Sprache ein relativistisches Werkzeug der Erkenntnis wäre, bespricht  Hauptwerke des literarischen Kanons, z.B. Mörikes Künstlerroman Maler Nolten und Rilkes Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, und erinnert an die Schicksale der literaturhistorisch eher verborgenen Dichter Alfred Margul-Sperber und Lea Goldberg.                                                         

Das unter den Aspekten von Lyrik besondere Verdienst des Bandes liegt in der Edition von 52 des insgesamt 140 Gedichte umfassenden lyrischen Werkes von Scholem. Dabei sind die Gedichte, wie das Herausgeberteam in seinen einleitenden Worten durchaus zutreffend meint, „auch als biographisch gefärbte Parerga und Paralipomena  zu seinem wissenschaftlichen Schaffen zu lesen“ (S.648). Besonders auffallend sind die personenbezogenen Gedichte.  So schreibt  Scholem  exaltierte Verse An Theodor Herzl!, äußert sich in Martin Buber kritisch-distanzierend über den bedeutenden Religionsphilosophen und setzt seinem Freund Walter Benjamin mit dem Sonett W.B. ein poetisches Denkmal.                                                                                       
Scholem und Benjamin lebten zeitweilig in Muri, einem Ort in der Nähe von Bern, wo sie, wie die Herausgeber (S. 724) vermerken, 1918 die „imaginäre ‚Haupt- und Staatsuniversität  Muri‘“ gründeten. Aus dieser Zeit stammt ein originelles Widmungsgedicht: Amtliches Lehrgedicht der Philosophischen Fakultät der Haupt- und Staats-Universität Muri. Scholem, der höchstselbst in die Rolle des lyrischen Sprechers als „Pedell des religionsphilosophischen Seminars“ schlüpft, dediziert die Zweite, umgearbeitete und den letzten approbierten Errungenschaften der Philosophie entsprechende Ausgabe seinem verehrten Freund (S.718):

Seiner
Magnifizenz
WALTER BENJAMIN
Rektor der Universität Muri                                                                          
damals wie heute gewidmet                                                                         
zum 5. Dezember 1927                                                                        
vom Verfasser

Scholem schreibt zu jedem Buchstaben des Alphabets einen originellen Vierzeiler, der voller Witz und Bildungsreichtum sprüht. Dabei sei folgendes Beispielzitat  (S. 719) gegeben:

F
Für Freud und Fichte fechten heute                                                                  
Nur allzuviele faule Leute.
Man weiß von mancher falschen Fee  
Mehr als von Michael Faradey.


Hätte das Personengedicht in der Literaturwissenschaft die ihm gebührende Wertschätzung, müsste Scholem zu den prägenden deutschsprachigen Lyrikern im 20. Jahrhundert gezählt werden.


Gershom Scholem, Poetica. Schriften zur Literatur, Übersetzungen und Gedichte. Herausgegeben und kommentiert  von Herbert Kopp-Oberstebrink, Hannah Markus, Martin Treml und Sigrid Weigel  unter Mitarbeit von Theresia Heuer, 
Berlin:  Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag 2019.
ISBN 978-3-633-54292-5. 780 Seiten. 58€

„Aus Wollgewölk gewoben“ – Zu Rolf Birkholz neuem Lyrikband „Das Fell der Welt“

Rolf Birkholz, Das Fell der Welt. Gedichte, chiliverlag 2019

  • Veröffentlicht: 01.10.2019 · Zuletzt aktualisiert: 28.09.2019

Empfehlung des Monats · Oktober 2019
von Monika Littau

Ursprünglich brachte ich den Namen Rolf Birkholz ausschließlich mit Lyrikbesprechungen in Verbindung. Dann aber entdeckte ich fast im Jahrestakt die Lyrikbände des lebenslangen Ostwestfalen: „EIN SATZ MIT ROT“, „Ein leicht gekreuztes Nicken“ und nun „Das Fell der Welt“, soeben im chili-Verlag erschienen. Rolf Birkholz, der im Alltag journalistische Texte verfasst, schreibt und veröffentlicht in den letzten Jahren kontinuierlich Gedichte, ringt um Stoffe, ringt um Formen, sucht Zeichen und Wege. –

Und so heißen die Kapitel, in denen er seine Gedichte im neuen Band bündelt: Signale, Wege, Stoffe, Formen.

Gerade im ersten Kapitel (Signale) scheint er nah an seiner Biografie zu sein, wenn von einem Lyrischen Ich/einem Kind die Rede ist, das sich „niederschweigt“, wenn die Mutter an der Ampel steht: „Ihr Gesicht, mildehell, zeigt dir Grün“. Auch die Erinnerung an die Musik der jungen Jahre mit Gerry Rafferty, Manfred Mann, Les Paul, „verrückte Diamenten, sternenwärts“ scheint einer biografischen Spur zu folgen. Signale kommen auch von Frauen, so heißt es im Gedicht „Insalata“, sie „spricht mit den Füßen“.

Der Dichter ist ständig auf „Augenfang“ und findet nicht nur bunte Glasscherben auf seinem Weg. Er richtet vielmehr seine Aufmerksamkeit auf aktuelle Themen: auf die „Seelenwölfchen“, d.h. die triebverirrten Hirten, vor denen „die letzten Frommen schaudern wie Lämmer“;  auf das Massaker in Florida und die Debatte über frei zugängliche Schnellfeuerwaffen; auf die Windräder, die „Strom aus Stürmen“ machen, „wackre Ritter“, die, wenn sie stillstehen „von trauriger Gestalt“ sind.

Die Wege und westfälischen Pättchen im zweiten Kapitel führen „übers Grüne … und sei es ins Blaue“, führen nach Norden zur Insel Hiddensee und zum Hauptmannhaus, führen nach Wuppertal und nach Haus Nottbeck, dem Westfälischen Literaturmuseum, und werden gelegentlich zu schnell befahren. Diesem Ereignis widmet der Autor die augenzwinkernde „Blitzbubenballade“, die den Rahmen der übrigen oft 6-9-zeiligen Gedichte mit seinem 11 Strophen geradezu sprengt.

Kapitel drei will Stoffe versammeln, bspw. „Mohn“, „Lebertran“, „Botenstoffe“,  aber auch das „schwarzbraune Aroma aus Handverb und Rauch“. Damit führt Rolf Birkholz nahe an sein Kernthema: die Formen (letztes Kapitel).

Formfragen an der Ems

Der Dichter im Anzug,
Pulloverpoeten
ade, doch kein Tröpfchen
soll nässen die Verse
beim Fototermin
an der Ems, dann schon lieber
den anderen Stoff,
der nicht ganz so wie diese
im Maß, in der Form
angegossen, begossen
der Anzug ist dichter.

Rhythmik, Sprachspiel und Witz machen das Lesen zur Freude. 

Ernsthafter geht es dagegen im Text „Workshoppoeten“ zu:

Im Fenster die Stadt die Momente
zum Glück, dort erschließen sich Dichter
die inneren Räume, sie bremsen
die Zeit in den Zeilen, sie schmelzen
den Wortstein mit Salzgeist zu Versen,
festflüssig, Gedichte sind Fenster.

Auch hier bewegt sich der Text vom „Fenster zur Stadt“  in einer  Spiralbewegung auf eine neue Ebene, weist von außen nach innen und eröffnet von diesem Ort einen neuen Ausblick, denn „Gedichte sind Fenster“.

Neben diesen feinen semantischen Bearbeitungen und Verschiebungen in äußerster Verknappung, der bereits genannten Rhythmik, prägen Stab- und Endreime (vorwiegend Schweifreime), seine Texte, die Rolf Birkholz ganz gegen den gegenwärtigen Lyriktrend verwendet:

Verspottung des Herrn

Als süßes Seelenwölfchen heulte
In Herden triebverirrter Hirt:
Lasset die Kindlein zu mir kommen.

Nun schaudern selbst die letzten Frommen,
den Lämmern gleich, ein jeder spürt:
So läuft des Herrn Verspottung heute.

Rolf Birkholz, der studierte Philosoph und Theologe, hat sich für die Arbeit an der  Transzendenz des Wortes entschieden. Denn „auch das Wort hat ein Sein“. Die theologische Bilderwelt ist ihm jedoch in seiner „unheiligen Schrift“, seiner „nichttheologischen Gedichtpredigt“ geblieben. Und da ist es das Bild des Lamms, das immer wieder eine Rolle spielt:

„Das Lamm, das geschlachtet wurde“, ebenso wie die „Lämmer“, die dem Hirten folgen. „Das Fell der Welt“, so der Titel des Lyrikbandes, ist das Fell eines Lamms, festlich angezogen zur „Erbarmendämmerung“. Rolf Birkholz erinnert sowohl an die „Götter“- als auch an die „Menschheitsdämmerung“. Letztere scheint mit dem Aufruf zu „Sturz und Schrei“, zur „Erweckung des Herzens“, zu „Aufruhr und Empörung“ und „Liebe den Menschen“, so die Kapitelüberschriften in Kurth Pinthus Werk von 1919, dem Anliegen des Lyrikers nahe zu kommen.

Wieder hält sich der Autor an die Dichter, an die vergehende Welt, in der sich trotzdem Frieden finden lässt. Er hält sich an die Transzendenz des Wortes.  

Das Lamm

So festweiß angezogen
Erbarmendämmerung,
es trägt das dicke Fell
der Welt, Vergehen, großen
kleinen, deinen Frieden,
aus Wollgewölk gewoben.


Rolf Birkholz, Das Fell der Welt. Gedichte
76 Seiten, chiliverlag 2019
Softcover ISBN 978-3943292817, Euro 9,90
Hardcover ISBN 978-3943292800, Euro 16,90

Jörg Neugebauer: Jimi Hendrix traf Kafka und fragte ihn nach der Uhrzeit

Jörg Neugebauer: Jimi Hendrix traf Kafka und fragte ihn nach der Uhrzeit

  • Veröffentlicht: 01.09.2019 · Zuletzt aktualisiert: 30.08.2019

Empfehlung des Monats · September 2019
von Franziska Röchter

Wie kam es zu diesem außergewöhnlichen Buchtitel, was steckt dahinter? Diese Frage hat sich sicher schon der eine oder andere Gedichtleser gestellt, der Jörg Neugebauers Buch in die Hand bekam. Der Autor, Lyriker, Performer und Radiomoderator (www.freefm.de/sendung/klassisch-modern) sagt, dass der Buchtitel gleichzeitig auch der Titel eines enthaltenen Gedichtes ist und dass Udo Degener, (Anm. des Verf.: Verleger dieses feinen, mit hellgrünem Schutzumschlag und dunkelgrünem Lesebändchen versehenen Hardcoverbandes) die Idee dazu hatte (nachzulesen auf dasgedichtblog). Aus dem Buchtitel ergab sich dann der Titel für ein Performanceprogramm des Autors Jörg Neugebauer zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Gitarristen Uli Dumschat. Ein schönes Video zu diesem Gedicht findet man unter gleichnamigem Titel auf dem Videoportal YouTube.
Jimi Hendrix traf Kafka und fragte ihn nach der Uhrzeit
https://www.youtube.com/watch?v=9w5ykTPIWZk

Ein weiteres Performanceprogramm des Autors heißt Mein langsamer Ferrari und beinhaltet zum Beispiel lyrische Gute-Laune-Mantras wie „Ich bin heut gut drauf“, was man Jörg Neugebauer beim Anblick seines lakonisch-gelassenen bis heiter-zufriedenen Gesichtsausdruckes absolut abnimmt. https://www.youtube.com/watch?v=YiYce0n5fWs

Die Gedichte im vorliegenden Lyrikband mit dem interessanten, zunächst geheimnisvollen Titel sind in 3 Kapitel aufgeteilt: beim überqueren der straße, spät springen die schatten, so groß sind heut die katzen.
Suchen wir das Kafkaeske in den Texten, das Musikalische? Eine Symbiose von beidem? Nicht selten ist von Dunkelheit die Rede, von Stille und Schweigen, von Todesahnungen, vom Fortgehen, vom Weitblick, von Existentiellem. Dann wieder gehen klanglich und rhythmisch die Pferde durch, „ins blaue hinein“, und wir haben es mit Spoken Word-Lyrics vom Feinsten zu tun, hören schon Jörg Neugebauers markante Radiostimme Texte wie „ich sag nix“ oder „do my ding“ rezitieren.
Etwas vollkommen Abgeklärtes, Souveränes  liegt in seinen Texten, in seinem Vortrag, etwas nicht selten ins Schelmisch-Parodistische bis Persiflierende Hineinreichende (z.B. in Feinheiten, in zur KONTROLLE war ich nicht erschienen).
Jörg Neugebauer selbst legt – betrachtet man seine lyrisch-musikalischen Performances – den Verdacht nahe, dass er gern für den mündlichen Vortrag schreibt und seine schauspielerischen und rezitatorischen Fähigkeiten gar nicht unter den Teppich kehren kann und will. Ebenso wenig seinen Hang zu Hintergründigkeiten, Anspielungen, Konnotationen (ref. Friedrich Hölderlin, Schmidt-Rottluff, Rainer Maria Rilke, Gertrude Stein, Jimi Hendrix, Bertolt Brecht, Pablo Picasso usw.), seine humordurchtränkten kleinen Dramen, seine Polarität von Einfachheit und hermeneutischer Ratlosigkeit, Experimentellem und Theatralischem.

Feinheiten

Das Nachthemd hab ich an dir noch niemals gesehen
ich hab dich noch niemals im Nachthemd gesehen
aber es steht dir gut
fast möchte ich gar nicht dass du es ausziehst
es betont so schön deine Schultern
und auch deine Arme betont es
außerdem hat es den Vorteil dass es
mir die Empfindung gibt dir unters Kleid zu fassen
so wie es dir ermöglicht dir unters Kleid fassen zu lassen
obgleich es gar kein Kleid ist
sondern ein Hemd
doch wer wird jetzt auf solche Feinheiten achten

Dieser Band lädt zum Erkunden ein, zum Eintauchen in die zumindest lyrische Welt Jörg Neugebauers, und in jedem Fall auch – trotz manch vordergründiger Lakonie – zum Erfassen klandestiner Feinheiten.


Jörg Neugebauer, Jimi Hendrix traf Kafka und fragte ihn nach der Uhrzeit: Gedichte
Gebundenes Buch
Verlag Udo Degener, März 2015
ISBN 978-3-95497-700-0
84 Seiten, 14,90

Von null auf hundert: Till Rodheudts Debüt

Till Rodheudt, zwischen den beats, Reihe Poesie 21

  • Veröffentlicht: 01.08.2019 · Zuletzt aktualisiert: 26.07.2019

Empfehlung des Monats · August 2019
von Franziska Röchter

Nicht zufällig, so der Herausgeber Anton G. Leitner, habe der Band zwischen den beats von Till Rodheudt den Jubiläumsplatz 100 in der seit 2006 existierenden und lange etablierten Gedicht-Reihe Poesie 21 erhalten – deren Anliegen es ist, „bemerkenswerte zeitgenössische Gedichtbände und lyrische Debüts in deutscher Sprache“ zu präsentieren.  

Diese höchst sorgfältig unter dem gründlichen Auge des Verlegers und Herausgebers persönlich entstehenden Bände  bestechen durch einen hohen Wiedererkennungswert und ein seriöses und einheitliches Erscheinungsbild; trotz des sich über die Jahre längst vom ursprünglich schwarzen und roten Umschlag in Richtung Farbenvielfalt weiterentwickelten Covers und diverser kreativer Umschlagsgestaltungen reihen sämtliche bisher erschienenen aktuell 101 Titel ihre Autorinnen und Autoren in die Gedichtfamilie ein und stellen auch Debütanten – wie hier Till Rodheudt – in einen über das rein Dichterische hinausgehenden Zusammenhang in einer immer unüberschaubarer werdenden und manchmal auch undurchdringbaren lyrischen Welt. Kurzum: Die Reihe hat etwas Einendes, ist im sogenannten „Betrieb“ integrationsstiftend. Wer bei Poesie 21 verlegt wurde – und das wird gewiss nicht jeder – wird verortet, darf sich glücklich schätzen und schätzt sicher viele der Mitangehörigen in diesem Kreis lyrischer Verwandtschaft.

Was macht Till Rodheuts Gedichte besonders? Wovon schreibt der studierte Germanist und Philosoph, der 17 Jahre lang hauptberuflich nicht in der schöngeistigen, sondern ökonomischen Welt der „businessgebiete“ und „vertikaler marktgespräche“ agierte?


Einige der 5 Kapitelüberschriften (z.B. Wir flirten mit Gewehrmündungen, System oder Die Krieger sind abbestellt) lassen einen Daseinskampf des Individuums vermuten oder – Muscheln & Muscheln haben wir gesucht – deuten auf existentielle Sinnsuche in einem verschlüsselten Universum (… sprachverwirrt die anschauung / meiner nicht verstandenen / umlaufbahn  aus: die früchte ess ich). Rodheuts Texte oszillieren zwischen Innen und Außen, zwischen „funkelndem ipadglas“ und „blutbuchenschicksal“, zwischen geschlossenen Räumen und den Weiten des Universums,  zwischen „extrasolaren planeten“  und „gegenwartsschienen“, sie „verweilen im zungengrund“ und „stranden an der flussfront“,  wandern vom „zellschnee des lebens“ in „die zukunft“.

Die Gedichte wirken sehr kompakt, formell in modernen Blocksatz gefasst, manche treten nahezu quadratisch auf, als sollten die stringente Form und die umklammernden Enjambements das persönliche und lyrische Ausufern im endlosen Kosmos verhindern:



Diese „andere galaxie“ des Till Rodheudt lädt zum Durchqueren und Erforschen ein, zum Verlassen bekannter Räume, um herauszufinden, was sich „zwischen den beats“ befindet, nicht nur wegen des vom Herausgeber beschworenen „psychedelischen Flows“, sondern auch, weil die Entdeckung unbekannter Galaxien so schön den eigenen Standpunkt verändern kann.  


Till Rodheudt, zwischen den beats
Gedichte
80 Seiten, Broschur, EUR 12,80
[D]Deiningen 2019, Verlag Steinmeier
ISBN 978-3-943599-67-1
www.Poesie21.de




Günther Butkus‘ Herzensangelegenheiten: Bekenntnisse eines Verlegers

Günther Butkus, Herzband. 366 Gedichte über Liebe und Verlust

  • Veröffentlicht: 01.07.2019 · Zuletzt aktualisiert: 30.06.2019

Empfehlung des Monats · Juli 2019
von Franziska Röchter

Zugegebenermaßen: Bei solch verbalem Herzensüberschuss schon in der Titelvergabe der einzelnen Texte (366 Gedichttitel, die als Komposita das Wort Herz beinhalten, dies zum ganz überwiegenden Teil als Wortbeginn) schwant einem zunächst ein höchst emotionaler Überhang. Und hat nicht auch manch einer den Bielefelder Verleger Günther Butkus – vielleicht pseudonymisiert – möglicherweise eher in der Ecke der hartgesottenen Kriminalschreiber vermutet?

Zunächst überrascht die Größe des Buches. Bei 366 angekündigten Herz-Gedichten befürchtet man eingangs, unter Umständen einen Herzkasper zu erleiden – haben doch vornehme Lyrikbände von Einzelautoren nicht selten bedeutend weniger als 100 Seiten und wirken extrem selektiert. Ein möglicherweise komplettes Lebenswerk von Liebesgedichten erwächst vor dem kalleidoskopischen Auge. Doch wie kommod handlich die in den Abmaßen postkartenklein gehaltene, aber umso kompaktere Sammlung in uni pinkem Leineneinband mit dezentem Glitzereffekt und grauem Lesebändchen daherkommt! Innerhalb eines Jahres seien all diese Texte (und weitere) entstanden: Aus über 1000 Gedichten konnte Günther Butkus schöpfen, wie Alexander Häusser im Vorwort festhält. Die vielen teilweise aphorismenkurzen, Wort für Wort präzise konstruierten Zeilen mit kalkuliert eingebauten Enjambement-Korsetts stehen in erfrischendem Gegensatz zu einem ansatzweise vermuteten Gefühlsüberschwang und zeigen, dass eine 392 Seiten umfassende Kurzgedichtsammlung voller Herzensangelegenheiten aus einer einzigen Feder keinesfalls überkoloriert sein muss.

Wen wundert’s, dass in den Dankesworten vorneweg u.a. auch Bielefelds bekanntester und erfolgreichster Liebeslyriker schlechthin, Hellmuth Opitz, als unterstützendes „waches Auge“ Erwähnung findet? Wer spekuliert nicht über den kühlen Lektoratscut, den einen Schleifmeister, der dem kultigen Koronarkompendium diese homogene Kallibrierung verlieh?

Wo in diesem Band anfangen mit der Erforschung Günther Butkus` kardiovaskulärer Konditionen? Das untere Ende des Lesebändchens liegt zwischen den Seiten 142 / 143. herzschnuppe und herzkorb.

herzkorb

wenn deine hände
mich mitnehmen
auf nächtliche reisen
packe ich mein herz
in einen korb damit
ich es nicht verliere
wie meinen kopf

Oder: das 44. Gedicht von hinten geblättert, Seite 336. Ein Jahr für Jahr besonderer Tag für den Autor:

herzzigarillo

auf dem balkon
über uns stieg
zigarillorauch
in den himmel
später auf dem
sofa sind mir
meine hände
entwischt und
worte folgten
wir bekamen es
beide zu spüren


(M)ein favourite:

herzbogen 

mein herz ist
gespannt auf
dich zielt es

(S. 311)

Dieser Band mag ein persönliches Dokument einer Liebe sein – gleichzeitig und vor allem  ist er aber auch eine zeitlose und äußerst geschmackvolle Geschenkoption für jene, die  jemandem Liebe zeigen möchten, selbst aber nicht genau diese (oder ähnliche) Worte finden, die es Günther Butkus so leicht machen, bei anderen, auf jeden Fall bei einer bestimmten Person, „ins Herz“ zu treffen. Frei von Pathos vermitteln seine Gedichte neben all der Leichtigkeit auch den Ernst und die herausragende Wichtigkeit dieses zentralsten Steuerorgans und erinnern daran, dass die Pflege einer Herzensbildung mindestens genauso wichtig sein sollte wie die separate Schulung des Geistes:

herzbrain

nicht genug
dass es mich
schlägt nein
jetzt denkt es
sich auch noch
seinen teil

(S. 234)



Günther Butkus, HERZBAND
366 Gedichte über Liebe und Verlust
Pendragon, Mai 2019
329 Seiten, Euro 20,00


                                               

Charles Bukowski On Cats

Charles Bukowski, On Cats, Canongate

  • Veröffentlicht: 01.06.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.06.2019

Empfehlung des Monats · Juni 2019
von Philipp Röchter

Foto: privat

Der Name des in Deutschland geborenen amerikanischen Schriftstellers und Dichters Charles Bukowski (1920-1994) dürfte bei vielen Leuten ganz bestimmte Assoziationen hervorrufen: Schnell wird das Bild eines misanthropischen Alkoholikers und selbsternannten Gossenpoeten gezeichnet, der sein Leben und literarisches Schaffen dem Schreiben über gescheiterte Schicksale, die Schlechtigkeit des Menschen, die seelenzerfressende Tretmühle des Lohnsklavendaseins und überhaupt die Sinnlosigkeit und Absurdität der menschlichen Existenz im Hamsterrad eines gegen ihn und die Natur, also gegen das Leben an sich  gerichteten Systems widmete. Das alles begleitet vom über allem stehenden Dauersuff, dem häufig letzten Zufluchtsort der Protagonisten aus Bukowskis Erzählungen von gebrochenen, aber ungebeugten Lebensgeschichten voller Elend und Leidenschaft, Tod und Sehnsucht: eine Art latent dauerhafte Todessehnsucht gepaart mit einem unlöschbaren Durst nach Leben – und nach Hochprozentigem, um bei dem ganzen Wahnsinn das Gleichgewicht nicht ganz zu verlieren.

Charles Bukowski, with special thanks to Jamie Norman, Canongate, Edinburgh

Nicht wenige „Zeitgeistgeschädigte“ würden Bukowski gerade in heutigen Zeiten der als Menschenfreundlichkeit und „Zivilcourage“ getarnten zunehmenden Gesinnungsdiktatur und Unterdrückung der freien Meinung und des freien Wortes „Gedankenverbrechen“ wie Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Rassismus etc. unterstellen. Diese zu reinen Totschlagkeulen und zum Abwürgen jeglicher non-konformistischen, nicht „politisch korrekten“ Meinungsäußerung verkommenen Worthülsen würden dem alten Herrn wahrscheinlich entspannt an der Quelle seines Fäkalhumors vorbeigehen (siehe seine zahlreichen „beer shit“-Referenzen). Es wurde auch über Bukowskis angebliches Liebäugeln mit dem Nationalsozialismus spekuliert (ähnlich wie bei Céline, einem seiner literarischen Idole und Vorbilder), was daher rührt, dass er als angehender und ziemlich bald scheiternder (weil scheitern wollender?) College-Student während der Kriegsjahre nicht in das antideutsche Horn der Mehrheit seiner Kommilitonen blies und sich durch als provozierend empfundene und mehrheitsuntaugliche Äußerungen gerne selbst ins (soziale) Abseits stellte (siehe z.B. hier: https://bukowskiforum.com/threads/was-he-really-a-nazi.17/ ).

Diese bewusste oder unbewusste Selbstsabotage ist überhaupt ein interessanter Aspekt vieler kreativ Begabter, selbiges Phänomen zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Leben z.B. eines Townes Van Zandt. Ein meines Erachtens nach sehr sehenswerter Buchrezensent beschrieb die jungen und düsteren Jahre Bukowskis einmal als das Dasein eines Taugenichts erster Klasse (siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=OvHLrBzIFvo ). Wie dem auch sei, meiner Meinung nach wird bei genauerer Beschäftigung mit Bukowski klar, dass er wohl kein überzeugter Anhänger dieser oder jener Weltanschauung gewesen war – in seiner politischen Bezugnahme deckte er lediglich regelmäßig die Widersprüche und Inkonsistenzen sowie die Heucheleien und Lächerlichkeiten einzelner Akteure oder Bewegungen sowie strukturelle Fehler auf, letztlich immer auch ein Verweis auf die Absurditäten des kollektiven gesellschaftlichen Affentheaters und auf die Tragikomödie, die ein einzelnes Menschenleben häufig darstellt.

Einen nicht unerheblichen Anteil an dem öffentlichen Bild Bukowskis hat er sich sicherlich selbst zu verdanken, sei es durch Ausschmückungen des eigenen Werdegangs zum Antihelden bis hin zur Mystifizierung („The 10 Year Drunk“) oder durch öffentliche Lesungen und Auftritte, bei denen die enormen Mengen Alkohol, die er in sich hineinschüttete, ziemlich wirkungslos blieben (zu finden im Netz, siehe z.B. Youtube). Dass es auch eine andere Seite des Menschen Charles Bukowski gab, eine nachdenkliche bis stark depressive, eine zärtliche, empfindsame und sehnsüchtige, ist eigentlich hinreichend bekannt und belegt, wenn man sich die Mühe macht, über den Tellerrand der Fassade hinauszublicken. Trotzdem bleibt diese Seite viel zu oft unerwähnt. Dies wird in dem 2015 erschienenen Kurzgeschichten- und Lyriksammelband „Charles Bukowski On Cats“ einmal mehr deutlich. Dieses Werk zeigt auf 118 Seiten interessante Einblicke in Hanks Beziehung zu seinen Lieblingstieren und lebenslangen Lehrern – wie gewohnt mit der für ihn typischen Mischung aus teils tiefer Traurigkeit und selbstironischem Galgenhumor.

Die deutsche Ausgabe bei Kiepenheuer&Witsch, 2018

Das Buch ist für Bukowski-Interessierte, egal ob Einsteiger oder Fan, einen Blick wert, da es größtenteils bis dato unveröffentlichtes Material bietet. Besonders hervorzuheben sind aus meiner Sicht die Texte „when everything seems like suicide finality“ und „Manx“ – in beiden geht es um das Durchhalten und Kämpfen, während alles um einen herum schwarz und endgültig sinnlos erscheint. Katzen als Suizidprävention bzw. Lebensretter? Bukowski jedenfalls schien darauf geschworen zu haben. Überhaupt wird seine Bewunderung für diese intelligenten, eleganten, ausdauernden und dem Menschen sinngebenden Tiere in den Texten immer wieder deutlich. Der geneigte Leser dürfte das so ähnlich empfinden, da sich wohl kaum weder ein Bukowski- noch ein Katzenhasser die Sammlung zulegen wird. Hier wird auch die elementare und übersinnliche (göttliche?) Verbindung zwischen dem Schriftsteller und diesen kaum zu ergründenden Wesen deutlich: Beide (Buk-Texte und Katzen) können etwas Magisches und Lebensrettendes ausstrahlen, was auch einer der Gründe dafür sein dürfte, weshalb sie sich einer fortwährenden Beliebtheit unter vielen Menschen erfreuen.

Charles Bukowski On Cats – erschienen bei Canongate Books Ltd.; Auflage: Main (4. August 2016), 118 Seiten – ISBN: 978 1 78211 727 8

In deutscher Übersetzung erschienen bei:
Verlag: KiWi-Taschenbuch (7. September 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3462051326 ISBN-13: 978-3462051322, Seiten, Originaltitel: On Cats

Poesiehäppchen, Gedankensplitter, Geistesblitz – Michael Augustin, Meister der Miniatur

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt

  • Veröffentlicht: 01.03.2019 · Zuletzt aktualisiert: 28.02.2019
Empfehlung des Monats · März 2019
von Franziska Röchter

Eigentlich müsste man schon wieder einen ganz anderen Band von Michael Augustin empfehlen, ist der Liebhaber von Miniaturen und poetischen Kurzformen im Ausmaß und Umfang seiner Produktivität doch so ganz und gar nicht minimalistisch. Der stärkste Mann der Welt, der beim Einschlafen so gar nicht auf sein Kuscheltier verzichten kann, will jedoch erforscht werden und drängt aufgrund seines lausbubenhaften Titelcharmes in literaturkritischer Hinsicht möglicherweise extensivere Arbeiten wie „Duet of Hopes Nozomi no Nijuso (Japanese Edition, zusammen mit Maki Starfield und Sujata Bhatt, Übersetzer) zunächst in den Hintergrund.

Das titelgebende Gedicht erinnert an Pippi Langstrumpf, an das stärkste Mädchen der Welt, das ganze Pferde tragen kann und zwischen Kirchturmspitzen den Dorfplatz in luftiger Höhe per Seiltanz überquert, es auch mit Verbrechern aufnimmt und in die Südsee sticht, aber nachts allein am Fenster zum Himmel spricht: „Liebe kleine Krummelus, niemals will ich werden gruß.“

Michael Augustins mit „spitzer Feder“ geschriebenen Gedichte, Aphorismen, Gedankensplitter und Minaturen (Verlagsbeschreibung) werden mit 12 ironischen Collagen des Autors illustriert. (Hat nicht Pippi Langstrumpf auch alles selbst gemacht: vom Eierpfannkuchen zur Haarmaske mit rohem Ei bis zu den selbstgebastelten Schrubberschuhen für die Dielenreinigung fiel ihr ständig etwas Neues ein …) Michael Augustin kombiniert die – möglicherweise per Holzstich geschaffenen honorigen Köpfe überaus ordensdekorierter, meist (schnauz)bärtiger und ernst dreinblickender Personen, zumeist Männer, mit Insekten und Meeresgetier als Kopfschmuck – oder Hirnräuber –, was recht albern aussieht, wenn zum Beispiel ein Tintenfisch die Sicht verhindert oder die filigranen Flügel einer überdimensionierten Stubenfliege die Glatze verdecken.

Worüber aber schreibt der Autor, der stellenweise Rätsel aufgibt – so zum Beispiel über die gewichtsrelevanten Schnittmengen zwischen Vergangenheit und Zukunft – und über das Ich und die Anderen sinniert oder über die Analogie zwischen Liebe und einer fleischfressenden Pflanze? Ganz ohne das runde Leder (Strafstoß, Unser Torwart, Was der Ball sagt) geht es bei ihm nicht. Im Kapitel Klamottengedichte wird alles unter die Lupe genommen, was den Menschen zieren und als Attribut dienen kann: von den Socken bis zur Fernsichtbrille, vom Handy bis zum Ohrenstöpsel gibt es fast nichts, das nicht Michael Augustins Spaß an Bedeutungsübertragungen, sprachlichen Spielereien und interessanten Betrachtungen hervorruft.

Aber es gibt auch Gedichte, bei denen das Schmunzeln abgewürgt wird: Vor dem Gewandhaus ist so eines, das uns daran erinnert, dass bei aller Situationskomik oder auch Tragikomik die Vergangenheit, hier Leipzigs, eben auch überschattet wurde. Doch Michael Augustin weiß auch hier mit seinem grotesk-absurden Humor die Dramatik  mit einer spielerischen Leichtigkeit zu entschärfen.

Für wen sind diese Bände – es gibt schon einige dieser Art von Michael Augustin in der Edition Temmen (z. B. Denkmal für Baby Schiller) besonders geeignet? Nun, für Vielreisende, für Zeitarme, für Nachtleser, für Multitasker, für Gestresste, für Witzbolde, für Humorvolle, vor allem aber für Fans von Michael Augustin (u. a. Festival Director von Poetry on the Road, Literatur-Festivalbereicherer all-over-the-world, jahrelanger Lyrik-feature-Readakteur bei Radio Bremen).

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Michael Augustin, Foto Jenny Augustin


Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Miniaturen und Gedichte
Edition Temmen, September 2018
ISBN 978-3837870480, 148 Seiten
9,90 €



Über die Zuwendung der Welt – Andreas Andrej Peters neuer Gedichtband Rum & Ähre

Andreas Andrej Peters, Rum & Ähre, Gedichte

  • Veröffentlicht: 01.02.2019 · Zuletzt aktualisiert: 20.02.2019

Empfehlung des Monats · Februar 2019
von Michel Ackermann

Vielleicht kann Lyrik uns das geben: eine sprachliche Zuwendung und Trost dort, wo sich Infotainment, Gossip und unbestellte Welterklärung letztlich im wortreich-bildhaften Luxus aufgenötigter Sprachlichkeit von uns abwendet, ja, uns gar gedemütigt und verletzt hinterlässt. Und wo sich eine häufige Desillusionierung von Politik und ihren Religionen letztlich ebenso von uns abwendet – weil wir als Einzelwesen nun mal nicht wichtig genug sind, ersetzbar und selbst als “very important person“ nicht in tieferem Sinnbezug von systemischem Interesse.


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Dieser eine Tag, der Abend der Lyriklesung

  • Veröffentlicht: 01.01.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.01.2019
Empfehlung des Monats · Januar 2019
von Ralph Grüneberger

Als am 6. Dezember 2018 im neuen Saal der Gemeinde Knauthain der gemeinsam vom Förderverein Elsterstausee und Pro Leipzig herausgegebene opulente Foto-Text-Band „Der Leipziger Elsterstausee. Vom Anfang bis zu seinem Ende“ vorgestellt wurde, mussten vom Eingang aus Stühle weitergereicht werden, damit alle Interessierten Platz fanden. Das Bild erinnerte an die Kette derer, die 2002 Eimer gefüllt mit Elsterwasser weitergaben, um das Verlanden des Stausees aufzuhalten.
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Last Minute Weihnachtsempfehlung: CD Luxusnacht verwebt Rilke mit Eigenem

Eisvogel: Luxusnacht (CD)

  • Veröffentlicht: 16.12.2018 · Zuletzt aktualisiert: 16.12.2018

Empfehlung des Monats · Dezember 2018
Weihnachtsempfehlung von Jule Weinrot

 

„Mich hat nie interessiert, was für andere gültig ist.“

Schon dieser Satz – Auszug einer Projektbeschreibung – reicht aus, um die Sängerin der vorgestellten CD für sich einnehmen zu lassen. Wer Maja „Mayjia“ Gille bislang vorrangig als Lyrikerin, Rezitatorin und einfühlsame Moderatorin literarischer Veranstaltungen kennengelernt hat, dem wird die besondere Stimme der vielseitigen Künstlerin nicht entgangen sein. So nimmt es kaum Wunder, dass die Dame auch musikalisch unterwegs ist und über allem hinaus auch über eindrucksvolle gesangliche Qualitäten verfügt.

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