#poesie –> überall und in allem

#poesie, hrsg. Nora Gomringer und Martin Beyer, Volant & Quist, 2018

Empfehlung des Monats · Juni 2018
von Franziska Röchter

#poesie –> Eine Anthologie von Nora Gomringer und Martin Beyer

Hashtags sind modern. Sie wirken jung, jugendlich, „fresh“, und womöglich kaum ein „social-media“-begeisterter kommunikationsaffiner Internetuser unter 30 würde sich veranlasst sehen, überhaupt die konkrete Frage nach der Bedeutung dieses Zeichens zu stellen …

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Vielleicht …

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 31.05.2018

Helle Trede (*1938)

Vielleicht
mag man
an Engel
nicht glauben

In Bethlehem
brennt das Kloster
neben der Geburtskirche
Als ein Palästinenser
löschen will
wird er erschossen

Vielleicht
mag man
an Engel
nicht glauben

jetzt

Quelle: Poesiealbum neu: Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle, Leipzig 2013

„Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle“, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2013, 60 S., Preis 6,- EUR (zzgl. Versand).

Gedichte zum Thema Musik. Ausschreibung des Poesiealbum neu 1/2019

  • Veröffentlicht: 27.05.2018 · Zuletzt aktualisiert: 22.06.2018

Im Zeitraum 1. Mai bis 31. Oktober 2018 (Poststempel) schreibt die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. (GZL) die Beteiligung an der Frühjahrsausgabe 2019 der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ aus.

Ausschließlich auf dem Briefpostweg können bis zu drei, möglichst bislang unveröffentlichte Gedichte in 2-facher Ausführung eingereicht werden. Die Gedichte sollten eine Länge von 35 Zeilen nicht überschreiten. Hinzuzufügen sind a) eine Kurzvita, b) die Erklärung, dass der kostenfreie Abdruck erlaubt wird, und c) die Zustimmung, dass die persönlichen Daten, die allein für den Zweck der Kommunikation und Registration Verwendung finden und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden, gespeichert werden dürfen.

Bitte verzichten Sie auf Einsendungen per Einschreiben.

Kommt ein Gedicht für die Veröffentlichung in Betracht, setzt sich das „Poesiealbum neu“ – Team mit der Autorin/dem Autor in Verbindung. Rückfragen oder Stellungnahmen zu den Einsendungen können nicht beantwortet bzw. geleistet werden. Sobald der Drucksatz abgeschlossen ist, werden auf der Webseite der GZL  die Namen der Autorinnen und Autoren veröffentlicht, deren Gedicht in die Ausgabe zum Thema „Musik“ Aufnahme fand. Mit ihrer/seiner  Beteiligung an der Ausschreibung, stimmt die Einsenderin/der Einsender diesem Verfahren ausdrücklich zu.

Jeder Autorin, jeder Autor des Heftes erhält ein Freiexemplar und nimmt mit ihrem/seinem unveröffentlichten Gedicht an der Auswahl für den „Poesiealbum neu“ – Preis 2020 teil, der das beste Gedicht  des Jahrgangs 2019 prämiert.

Musik gilt als Weltsprache, für die es kein Wörterbuch braucht; hier spricht Seele zu Seele, heißt es. Aber wie ist es um Verse bestellt, die der Tondichtung frönen? Die Lyra steht für die Verskunst, die dereinst mit der Sangeskunst einherging. Frühzeitig unterschied man zwischen E- und U-Musik, kannte man den Spielmann und den Hofkompositeur. Die Laute war das herrschaftliche Instrument, die Klampfe gehörte dem Volke. Wir kennen den 1. Geiger und 2. Violinisten, wie ist ihr Verhältnis, wie das von Dirigent und Orchester? Was denkt der Roadie über den Allstar? Wie sehr leidet noch heute das Wunderkind unter dem Ehrgeizvater, der nicht selten weiblich ist?

Was fällt einem Dichter dazu ein? Lassen sich Musik und das Musikerleben überhaupt in Worte fassen?

Wir laden ein zu Lyrik über Sänger, Musikanten, Komponisten, Rock- und Pop-Stars (m/w), zu Gedichten über 12-Töner und Eintöner, goldene Stimmen und ebensolche Schallplatten, zu Hinterhofauftritten und Bühnenshows, Ballettpanoramen und Opernarien, Lagerfeuerromatik und Open-Air-Konzerten. Und wir erinnern an das in der Musikgeschichte eher jüngere Geschwisterpaar „Jazz & Lyrik“, das uns im März 2019 bei der Präsentation dieser „Poesiealbum neu“-Ausgabe zur Seite stehen könnte.

Marx, unsere Note

  • Veröffentlicht: 01.05.2018 · Zuletzt aktualisiert: 29.04.2018

Hundert Mark, DDR 1975

Ralph Grüneberger
Marx, unsere Note

Der da, der Hundertmarkmarx
Dieser Geldkopf, dieser Kopf des Geldes, dieser
Mach ihn nicht klein: Was
Sind 5₤ aus Manchester. Die Hose
Ein Loch wie die Mäuler. Ebbe
In Karls Bad. Immer
Und immer wieder. Die Gläubiger
Glauben nicht an gute Worte
Die einer sich selber bezahlt. Die Schriften
Aufsässige Sätze. Die Absätze
Schief, so sonntags Old Nick in Familie
Auf englischem Rasen ein Spiel. Darunter
Der Kinder dreie, die Frau dann und
Er. Du kennst ihn, wohl
Placiert und -genährt und so
Mächtig. Die Bilder im Schulhaus und hier
Auf dem Blauen. Du weißt doch, wer
Ihn verfälscht oder nachmacht oder …

1978

aus: Ralph Grüneberger/Walter Thomas Heyn,
Leipziger Liederbuch,
Edition kunst & dichtung, Leipzig 2017

Leipziger Liederbuch

Ralph Grüneberger/Walter Thomas Heyn, Leipziger Liederbuch,
Edition kunst & dichtung, Leipzig 2017

 

Rolf Birkholz: Edle Buchdruckkunst mit spirituellem Anspruch / Lutz Rathenow: Kindergedichte für alle

Rolf Birkholz und Lutz Rathenow: zwei unterschiedliche Lyriker

Empfehlung des Monats · Mai 2018
von Franziska Röchter

In unseren heutigen Empfehlungen des Monats treffen zwei sehr unterschiedliche Autoren aus zwei unterschiedlichen Regionen Deutschlands, nämlich Rolf Birkholz und Lutz Rathenow, aufeinander, deren Bücher letztendlich das Gleiche wollen: Das Leserinteresse für unterschiedliche Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst wecken.

Auf den Berg der Läuterung mit Maß: Ein leicht gekreuztes Nicken

Ein leicht gekreuztes Nicken, San Marco Handpresse

Seit 22 Jahren entstehen in Peter Marggrafs San Marco Handpresse außergewöhnliche Druckerzeugnisse von höchster Qualität und großem künstlerischem Anspruch. Möchte man sich auf einen Band, auf einen „handgedruckten“ Dichter, konzentrieren, ist es zunächst schwer möglich, sich ausschließlich auf die Texte zu fokussieren, …
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Der andere Ort

  • Veröffentlicht: 02.04.2018 · Zuletzt aktualisiert: 02.04.2018

Gisela Hemau (*1938)
Der andere Ort

Gott war die hohe
Stimme meines Vaters
vermischt mit
dem Rauschen
des Baums
an dem ich
hing
halb tot halb lebendig

Jetzt fahre ich und fahre
Vorbei an einem wolken-
verwischten Ortsschild
auf dem Ann Arbor steht
Meine Mutter heißt Ann
Die Straße verliert sich
Neben mir sitzt mein
Vater

Quelle: Poesiealbum neu „In Familie“, edition kunst & dichtung, Leipzig 2013

Poesiealbum neu
„In Familie. Gedichte“, edition kunst & dichtung, Leipzig 2013
Ausgabe 2/2013

Über Ulrich Becks Lyrikband komm & geh zeiten: Cowboy oder Ritter auf modernen Kriegsschauplätzen

Ulrich Beck, komm & geh zeiten, edition DAS GEDICHT, 2018

Empfehlung des Monats · April 2018
von Franziska Röchter

Wenn ein Lyriker die „Härte der modernen Arbeitswelt mit ihren Athleten des Managements“ (Waschzettelbeschreibung) thematisiert und selbst ein nicht geringer Teil genau dieser bedichteten Arbeitswelt ist, also in zwei vielleicht nur auf den allerersten Blick extrem gegensätzlichen Parallelwelten zuhause ist, dann wird man neugierig und fragt sich, wie er das macht. Wenn man aus Ostwestfalen kommt und gleich im ersten Gedicht auf der Innenseite des Schutzumschlages dieses qualitativ hochwertigen Hardcoverbandes mit Lesebändchen Bielefelds Existenz mit der Unsichtbarkeit von Briefkasten- oder Scheinfirmen  verglichen wird,  dann muss man sich Ulrich Becks Gedichte einfach einmal genauer anschauen …

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Andreas Reimann mit dem Poesiealbum neu-Preis 2018 geehrt

  • Veröffentlicht: 18.03.2018 · Zuletzt aktualisiert: 25.03.2018
Der in diesem Jahr von der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik zum 2. Mal vergebene „Poesiealbum neu-Preis“ geht an den in Leipzig
ansässigen Lyriker Andreas Reimann für sein Gedicht „DIE FRÜCHTE“, das die Jury als das beste aus 200 unveröffentlichten Gedichten
des Jahrgangs 2017 ermittelt hat. Andreas Reimann erhält die Edelfeder der Firma Waldmann KG aus Birkenfeld in der Nähe von Pforzheim.
Die Jury, bestehend aus Dr. Therese Chromik, Dr. Wolfgang Braune-Steininger und Klaus Pankow, hat ihre Entscheidung wie folgt begründet:

Andreas Reimann

 

„bis zu den engeln unter der erde“ & Die Leichtigkeit der Fülle : neue Lyrik von Blankenburg bis Gütersloh

neue lyrik bei chili

  • Veröffentlicht: 01.03.2018 · Zuletzt aktualisiert: 01.03.2018

Empfehlung des Monats · März 2018
von Michel Ackermann

Thomas Rackwitzs zupackender lyrikband “IM TRAUM DER DICH NICHT SCHLAFEN LÄSST“ und Jürgen Zimmermanns „SAISONLYRIK

es geht ein mediales lächeln um, im zeitalter digitaler glücklichkeit. möglichst selfie-made, sozusagen eine art ego-digitales wasserstoffbömbchen, um die sozial-psychologisch obligatorische aufmerksamkeitsquote optimierter erreichen zu können. selbst die traurig-glücklosen hat die omni-glückliche gesellschaft im zweifelsfall fröhlich zu inkludieren.  denn auch egalität ist ein understatement in der ungleichen gesellschaft. solch epidemisches understatement hat längst auch alle genres der kunst ergriffen. mindestens die jedenfalls, welche abseits unbeliebter negativer dialektik darum bemüht ist, in der tonalität und totalität der lächelnden gesellschaft ihren “auch-ein-bisschen-fröhlichen-ego-platz“ zu finden.


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Selbstbildnis

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 27.02.2018

Wolf Wiechert (*1938)
Selbstbildnis

Lange
hielt der Priester
seinen Riemenschneider
einbruchsicher
in der Sakristei
gefangen.

Kürzlich
stellte sich heraus
das im Tresor
die Luft
nicht richtig
zirkulierte.

Seither
will er nun riskieren
den Christen wieder
beim Altar zu installieren
selbstverständlich mit
Alarmanlage.

Quelle: Poesiealbum neu „Bild und Bildner“, Leipzig 2010

Poesiealbum neu „Bild und Bildner“, Leipzig 2010

 

 

 

 

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der Stadt Leipzig

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ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
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