„Steinbrech. Gedichte zu Pflanzen“ – die Autorinnen und Autoren aus 6 Ländern

  • Veröffentlicht: 27.08.2017 · Zuletzt aktualisiert: 17.01.2018

Poesiealbum neu: „Steinbrech. Gedichte zu Pflanzen“

Pflanzen, sie ernähren uns, sie schmücken uns, sie schützen
und behausen uns, sie kleiden und heilen uns – und sie töten uns.
Es ist also unabdingbar, den Pflanzen in Gedichtform zu huldigen.
Das formulieren auf ihre Weise diese 154 Autorinnen und Autoren
der „Poesiealbum neu“-Ausgabe 2/2017 (Rezensionen siehe
hier Pflanzen-Heft_Rezension_L-IZ_061117: oder von Timo Brandt
die sehr ausführliche Besprechung auf FIXPOETRY🙂


Weiterlesen

Von fliegenden Hunden und schuhlosen Vögeln: Gabriele Kromers Fantasiewelten

Manche Hunde fliegen - Gedichte und Bilder von Gabriele Kromer

  • Veröffentlicht: 01.02.2018 · Zuletzt aktualisiert: 01.02.2018

Empfehlung des Monats · Februar 2018
von Franziska Röchter

 

Ein bisschen gaga, ein bisschen dada, ein bisschen crazy – und sehr viel Esprit!

Von manchen schönen Dingen erfährt man erst, wenn man mit der Nase drauf gestoßen wird. So auch von diesem hochwertig aufgemachten und durchgängig mit Bildern versehenen Lyrikband von Gabriele Kromer aus 2017, der durch sehr charmante, in sehr verschiedenen Mischtechniken angefertigte Kunstgrafiken besticht, von denen viele etwas mit einem Hund zu tun haben – aber nicht alle.
Weiterlesen

Meine Großmutter

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 31.01.2018

Katharina Düwel (*1948)
Meine Großmutter

„Höll Hitler“ oder „Litler“ hat sie gesagt.
Das fiel nicht auf.
Gebetet hat sie um das Spuk-Ende
und für den gefallenen Sohn.
Gegen die Kälte hatte sie Worte
und altes Schuppenholz,
ihr Eingemachtes
brachte Verwandte
durch Hunger und Not.

Deutsch zu lehren –
dieser Wunsch blieb ihr Traum.
Sie herrschte, vereinnahmte, verwöhnte
wickelte Wunderknäule
redete gern, mochte Gedichte, kochte gut
und laut war sie auch.

Doch niemand hat
ihr Menorah-Versteck geahnt,
die Synagoge war zerstört.
Im Frieden gab sie den Leuchter zurück.
An wen.

Quelle: Poesiealbum neu „In Familie“, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2013

Poesiealbum neu: „Vom Glück. Gedichte“ – die Jubiläumsausgabe

  • Veröffentlicht: 28.01.2018 · Zuletzt aktualisiert: 28.01.2018

In unserer Frühjahrausgabe 2018, die den 12. Jahrgang unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ eröffnet, veröffentlichen wir von 78 Autorinnen und Autoren Gedichte zum Thema Glück.

Präsentiert wir die 25. reguläre Ausgabe während der Finissage der Ausstellung „FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“ am 1. März in der Leipziger Stadtbibliothek, Beginn 19 Uhr, von Steffi Böttger und dem Herausgeber Ralph Grüneberger, sowie wenige Tage später am 17. März um 18 Uhr im Gohliser Schlösschen im Rahmen der Leipziger Buchmesse von 10 Mitgliedern der Lyrikgesellschaft.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei. Lieferbar ist die Jubiläumsausgabe nach der Leipziger Buchmesse und kann direkt bei der GZL kontakt@lyrikgesellschaft oder über den Buchhandel bestellt werden.

66 S., Preis 6,50 €

– als Abonnent/in erhalten Sie 2 Ausgaben im Inland für 12 € p.a. frei Haus (Auslandspreis  auf Anfrage)

Die Gedicht-Autorinnen und -Autoren der Ausgabe „Vom Glück“  sind:

Manfred Ach

Johanna Anderka

Franziska Arnold

Ernst Moritz Arndt

Michael Augustin

Silke Berke

Jörg Bernig

K.U. Robert Berrer

Franziska Beyer-Lallauret

Martina Bilke

Detlev Block

Hartmut Brie

Hans Brinkmann

Stefanie Bucifal

Gudula Budke

Felix Buehrer

Martina Burandt

Georg Oswald Cott

Daniela Daub

Herta Dietrich

Doris Distelmaier-Haas

Nicole Drude

Renate Düpmann

Linda Dzeko-Marolt

Patricia Falkenburg

Saskia Fischer

Paula C. Georges

Johann Wolfgang v. Goethe

Joachim Gräber

Harald Gröhler

Alice Grünfelder

Christel Guhde

Kerstin Hensel

Stefan Heyer

Dieter Höss

Jan-Eicke Hornauer

Caroline Hummel

Manfred Klenk

Karin Koch

Charlott Ruth Kott

Karl Krolow

Christoph Kuhn

Horst Landau

Eva Lehmann-Lilienthal

Anton G. Leitner

Karin Lichtenberger-Eberling

Hartmut Löscher

Cornelia Lotter

Guido Luft

Gustav Lüder

Hans-Hermann Mahnken

Salean A. Maiwald

Georg Maurer

Jutta v. Ochsenstein

Mirjam Phillips

Ursula Pickener

Andreas Reimann

Franziska Röchter

Joachim Rönneper

Slata Roschal

Susanne Sarrazin

Sigune Schnabel

Maren Schönfeld

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Helga Schulz Blank

Christiane Schwarze

Roswitha Charlotte Schwenk

Horst Sonntag

Wolfgang Stock

Heidrun Stödtler

Steffen Thiemann

Galsan Tschinag

Martin A. Völker

Jutta Weber-Bock

Evelyn von Wietersheim

Christa Witzleb

Renate Wunderer

Matthias Zwarg

Ein Leben: Aufgewachsen an der Memel, Schüler in Königsberg, Soldat und Gefangener am Don, Dichter in Deutschland

Johannes Bobrowski, Gesammelte Gedichte

  • Veröffentlicht: 01.01.2018 · Zuletzt aktualisiert: 31.12.2017

Empfehlung des Monats · Januar 2018
von Ralph Grüneberger

In der noch vom Ober-Ausleser Marcel Reich-Ranicki herausgegebenen Sammlung „Hundert Gedichte des Jahrhunderts“, die zehn Jahre nach dem Ende der deutschen Teilung lediglich drei Gedichte zweier in der DDR verbliebener Lyriker zur Jahrhundertausbeute zählt, ist immerhin ein Gedicht von Johannes Bobrowski zu lesen. Ein Werturteil des Literaturgrantlers und eine Anregung gleichermaßen.
Weiterlesen

Wegwarte

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 31.12.2017

Johannes Bobrowski (1917-1965)
Wegwarte

Wegwarte, mädchenschmale,
ich seh dich immer stehn,
wo mir die Wege alle
der Welt zuende gehn.

Dort kommt hell vor dem Walde
der Fluß die Felder her.
Dort warte an der Halde,
bis daß ich wiederkehr.

Quelle: Poesiealbum neu „Steinbrech. Gedichte zu Pflanzen“, Ausgabe 2/2017, hrsg. von Ralph Grüneberger,
Edition kunst & dichtung, Leipzig 2017
Das Gedicht ist der Sammlung: Johannes Bobrowski, Gesammelte Gedichte, hrsg. von Eberhard Haufe, DVA, Stuttgart 2017, entnommen.

Zwischenruf des Vorsitzenden vom 5. Dezember 2017

  • Veröffentlicht: 05.12.2017 · Zuletzt aktualisiert: 05.12.2017

Heute am Internationalen Tag des Ehrenamtes sei all unseren ehrenamtlich tätigen Mitgliedern herzlich gedankt. Im 25. Jahr ihres Bestehens können wir als Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit Stolz auf das Erreichte blicken. Wir zählen 2017 erneut zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Call for Members“ der Bundeskulturstiftung. Dieser Tage haben wir unseren 3. Gedichtfilm-Wettbewerb abgeschlossen, zu dem weit mehr preiswürdige Filme eingesandt worden, als Preise zur Verfügung standen. Die 24. reguläre Ausgabe unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ mit über 150 „Gedichten zu Pflanzen“ liegt druckfrisch vor und erreicht eine große Nachfrage und die 25. Ausgabe zum Thema „Glück“  ist in Vorbereitung. Mit dem „Leipziger Liederbuch“ haben wir jüngst ein „Zeugnis subversiver Literaturgeschichte“ veröffentlicht. Noch diese Woche eröffnen wir in der Leipziger Stadtbibliothek die Ausstellung „FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“ und nehmen Bezug auf die illegale Lyrik-Lesung im Sommer 1968 auf dem Elsterstausee im Süden Leipzigs. Geplant haben wir 2018 eine Sonderausgabe des „Poesiealbum neu“ mit Gedichten politischer Gefangener sowie unter dem Titel „Was alles in den Dingen steckt“ eine Auswahl der besten Poetry Clips aus unseren bisherigen drei Gedichtfilm-Wettbewerben.

Da uns für all diese Vorhaben kein festangestelltes Personal zur Verfügung steht, stützen wir uns zum einen auf die ehrenamtlich Tätigen und zum anderen auf jene, die stundenweise in unserer Geschäftsstelle tätig sind. Finanziell ermöglicht wird unsere gemeinnützige Arbeit neben den Mitgliedsbeiträgen durch Projektförderung und Spenden. Gerade letztere erlauben uns eine vielfältige Projektarbeit, und wir danken an dieser Stelle allen Spenderinnen und Spendern. Laut Statistik* betrug 2016 die durchschnittliche Höhe einer Spende 35 €, und die Häufigkeit pro Spender wird mit 6,7 angegeben. Spendeten viele und käme von ihnen einmal jährlich 35 € bei uns an, könnten wir perspektivisch unsere Personalsituation verbessern. Und das Fazit „Ältere Menschen sind freigiebiger“ (71,7 %) muss ja nicht unumstößlich sein. In diesem Sinne Ihnen allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit, und schenken Sie sich und/oder anderen ein Abonnement unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ für ganze 12 € p.a.

 

*)Quelle: DekaBank; Stand 12.09.2017

Heute mal 8 – mit Symbolkraft

Heute mal 8 – mit Symbolkraft

Empfehlung des Monats · Dezember 2017
von Franziska Röchter

Es ist Jahresende und die Zeit wird knapp. Zu knapp, um all den
Menschen da draußen für die Zeit des Schenkens und für das Fest
der Liebe nur ein einziges Buch zu empfehlen. Deshalb finden Sie
heute an dieser Stelle keine ausführliche Besprechung oder
detaillierte Begründung für eine Lese- oder Kaufempfehlung,
sondern einigegenau genommen 8 sehr unterschiedliche
Titel, die aus verschiedenen Gründen Neugier wecken und zum
Lesen oder Schenken verführen können …

Weiterlesen

Ein Zahlkellner

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 31.08.2017

Thomas Böhme (*1955)

EIN ZAHLKELLNER hat sich in der Tür geirrt.
Er befindet sich in einem Klassenzimmer
wo Hebräisch für Auswanderer gelehrt wird.
Seine Augen begegnen dem umschatteten Blick
der kleinen Jüdin, die vor mehr als einem halben Jahrhundert
mit ihrem Vater das Café betrat.
Der Mittelsmann, den sie dort treffen sollten
mit den getürkten Pässen und einer Schiffspassage
nach Palästina, war nicht gekommen
oder hatte sie schon an die Gestapo verraten.
Er ist erleichtert, sie am Leben zu sehen
und gibt ihr das verabredete Zeichen:
Das Wechselgeld auf dem Teller in Sternenform angeordnet.
Endlich kann er es ihr erstatten.

 

Quelle:
„Konsum & Kommerz“. Gedichte;
„Poesiealbum neu“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.,
ausgewählt u. herausgegeben von Ralph Grüneberger, Leipzig 2011

Gedichte zum Thema „Meine Generation“

  • Veröffentlicht: 08.11.2017 · Zuletzt aktualisiert: 15.11.2017

Herbstausgabe 2018 des „Poesiealbum neu“

Zeitraum: 1. November 2017 bis 31. Mai 2018.

2018 jährt sich zum 50. Mal das für Deutschland so wichtige Jahr 1968, in dem Teile der nachgewachsenen Generation sowohl im Westen bzw. Westberlin als auch im Osten (hier  mit dem empathischen Blick gen Prag) die nach 1945 schnell einsetzende Geschichtsklitterung oder -verkrustung aufbrechen wollten.

Eine Zeitschrift, die es auszeichnet, dass in ihr mitunter 60, 70 Jahre zwischen den Geburtsjahren ihrer Autorinnen und Autoren liegen, ist nachgerade prädestiniert dafür, sich dem Thema der Generationen zu widmen und lädt dazu ein, in Gedichtform die jeweiligen Merkmale und Wegzeichen der eigenen Generation zu formulieren.

Willkommen sind Einsendungen von bis zu drei, möglichst bislang unveröffentlichten Gedichten in deutscher Sprache (mit einer maximalen Länge von 40 Zeilen) 2-fach ausschließlich auf dem Postweg, zuzüglich Kurzvita (mit E-Mail-Adresse und Jahrgangsangabe) und kostenfreier Abdruckgenehmigung.

Für die Veröffentlichung erhält jede/r Autor/in ein Freiexemplar und die Möglichkeit, weitere Exemplare mit 25 % Rabatt zu erwerben.

Es können keine Eingangsbestätigungen verschickt werden. Desgleichen werden auch keine telefonischen Auskünfte gegeben. Sobald die Vorauswahl getroffen ist, werden die jeweiligen Autor/innen per E-Mail kontaktiert.

Mit Drucklegung werden die Namen aller Autorinnen und Autoren, deren Einsendung Berücksichtigung gefunden hat, auf der Webseite lyrikgesellschaft.de veröffentlicht.

Die Lage der Dinge

  • Veröffentlicht: 01.11.2017 · Zuletzt aktualisiert: 31.08.2017

Peter Bornhöft (*1936)

Die Lage der Dinge

Ein Augenblick der Erstarrung
eine Verhärtung der Eingeweide
eine traurige Gleichgültigkeit
als wäre das Licht
für immer erloschen

Am Morgen schon
ist das Hochbild vom Menschen
zu einer Lachnummer geworden

Ein weißer Pierrot
tut seine Arbeit
an den Gefolterten
er hat vergessen
dass es Gefolterte sind
er hört dass sie lachen
sie haben bezahlt
er muss leben
muss kaufen verkaufen
er lacht kein einziges Mal
er kann nicht lachen

Der Tod verkauft sich nicht

Aber geliftete Frauen
auch Babies per Katalog
niedliche Drogen zum Kinder
Geburtstag ein paar Pistolen
zur Konfirmation die Massaker
der Weihnachtsmänner
auf einem Computerspiel
zum Jahresende
ein paar Genozide –

und ein paar Menschen

 

Quelle:
„Konsum & Kommerz“. Gedichte;
„Poesiealbum neu“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.,
ausgewählt u. herausgegeben von Ralph Grüneberger, Leipzig 2011

Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Space-Web
Leipzig
Leipziger
Städtische Bibliotheken
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.