Ralph Grüneberger

Montag in Monnem

Rosenmontag, Hellau, wie man hier

Nicht sagt. Fröhlich der Fasnachtumzug

Noch gestern, heute steuert Amok

Einen Menschen mit 50 km/h

Auf andere zu. Das Schreien alarmiert

Muhammad A., den Taxiunternehmer

Einst aus Pakistan. Ausländer raus!

Aber er blieb, hat Familie, gibt anderen

Arbeit, selbst stellt er sich quer

Dem Amokfahrer mit seinem Wagen

Stoppte ihn, der auf ihn losgeht.

Ein Held will er nicht sein. Sein Glauben

An Mohammed hält ihn, auch

Wenn er ein Jahr später noch immer

Nach Schlaf sucht, sein Puls geht

Wie das Taxameter, er plötzlich

Anhält mitten in Mannheim

Kann nicht lange geradeaussehen.

Die Erinnerung schmerzt, die

Ihn täglich quadriert.

2026

Dieses Gedicht habe ich (Ralph Grüneberger) dem Mannheimer Freund und Kollegen Manfred Klenk gewidmet und am Leipziger Buchmesse-Sonntag, dem 22. März d.J., im Schillerhaus das erste Mal vorgetragen. 

Jetzt hat meine Stadt einen ebensolchen Schmerz zu ertragen.

Zehn Minuten vor der Amokfahrt habe ich gestern die Grimmaische Straße Richtung Nikolaikirche überquert, vom Schutzengel begleitet.

Ich wünsche allen Verletzten eine schnelle Genesung und den Angehörigen der beiden Getöteten viel Kraft und Hilfe.                                                                                                                                     5. Mai 2026