Ringelnatz-Wettbewerb geht in die absolute Endphase

  • Veröffentlicht: 15.05.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2019

TEMPO! Noch 14 Tage Zeit! Bereits Anmeldungen aus 8 Ländern.

Gedichtfilme zur Lyrik von Ringelnatz gefragt

Nach dem Start ihres aktuellen Gedichtfilmwettbewerbs “Wassertropfen & Seifenblase“ mit Gedichten von Joachim Ringelnatz gingen bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bislang Anmeldungen aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Iran, Österreich, der Schweiz, aus Uruguay und den USA ein. Auch Schulklassen sind unter den Anmeldern.

Das Projekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) gefördert wird, stellt eine Kooperation mit der Ringelnatz-Gesellschaft in Cuxhaven, dem dortigen Joachim-Ringelnatz-Museum, dem Kulturhistorischen Museum Wurzen mit seiner Ringelnatz-Sammlung und dem gleichfalls in Wurzen ansässigen Joachim-Ringelnatz-Verein dar. Der Wettbewerb mit einem Preisvolumen von über 2.500 € ist noch bis zum 15. Juli 2019 ausgeschrieben. Zu den Spendern der Geld- und Sachpreise zählen die Leipziger Buchmesse und die Filmproduktionsfirma Saxonia Media. Informationen: www.lyrikgesellschaft.de

Rückfragen richten Sie bitte per E-Mail an lyrikgesellschaft@web.de

Stand: 01.07.19

Gedicht des Monats Mai

  • Veröffentlicht: 01.05.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.05.2019

Volker Braun (*1939)

STEINBRECH

Wovon nährt sich dieses demütige Kraut. Welches karge

Mehl aus Tau malmt es beharrlich. Aus beinahe nichts

sintert es sein festes Grün. Es kost den Felsen und über-

wächst ihn mit hartem Fleisch. Stetig, strotzend dürf-

tig kämpft es ums Leben und darbt wie Hoffnung, und

dorrt. Und öffnet den Stein.

Quelle: Poesiealbum neu. „Steinbrech. Gedichte zu Pflanzen“, Leipzig 2017

Wir gratulieren unserem Mitglied Volker Braun auf diesem Wege herzlich zum 80. Geburtstag.

Poesiehäppchen, Gedankensplitter, Geistesblitz – Michael Augustin, Meister der Miniatur

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt

  • Veröffentlicht: 01.03.2019 · Zuletzt aktualisiert: 28.02.2019
Empfehlung des Monats · März 2019
von Franziska Röchter

Eigentlich müsste man schon wieder einen ganz anderen Band von Michael Augustin empfehlen, ist der Liebhaber von Miniaturen und poetischen Kurzformen im Ausmaß und Umfang seiner Produktivität doch so ganz und gar nicht minimalistisch. Der stärkste Mann der Welt, der beim Einschlafen so gar nicht auf sein Kuscheltier verzichten kann, will jedoch erforscht werden und drängt aufgrund seines lausbubenhaften Titelcharmes in literaturkritischer Hinsicht möglicherweise extensivere Arbeiten wie „Duet of Hopes Nozomi no Nijuso (Japanese Edition, zusammen mit Maki Starfield und Sujata Bhatt, Übersetzer) zunächst in den Hintergrund.

Das titelgebende Gedicht erinnert an Pippi Langstrumpf, an das stärkste Mädchen der Welt, das ganze Pferde tragen kann und zwischen Kirchturmspitzen den Dorfplatz in luftiger Höhe per Seiltanz überquert, es auch mit Verbrechern aufnimmt und in die Südsee sticht, aber nachts allein am Fenster zum Himmel spricht: „Liebe kleine Krummelus, niemals will ich werden gruß.“

Michael Augustins mit „spitzer Feder“ geschriebenen Gedichte, Aphorismen, Gedankensplitter und Minaturen (Verlagsbeschreibung) werden mit 12 ironischen Collagen des Autors illustriert. (Hat nicht Pippi Langstrumpf auch alles selbst gemacht: vom Eierpfannkuchen zur Haarmaske mit rohem Ei bis zu den selbstgebastelten Schrubberschuhen für die Dielenreinigung fiel ihr ständig etwas Neues ein …) Michael Augustin kombiniert die – möglicherweise per Holzstich geschaffenen honorigen Köpfe überaus ordensdekorierter, meist (schnauz)bärtiger und ernst dreinblickender Personen, zumeist Männer, mit Insekten und Meeresgetier als Kopfschmuck – oder Hirnräuber –, was recht albern aussieht, wenn zum Beispiel ein Tintenfisch die Sicht verhindert oder die filigranen Flügel einer überdimensionierten Stubenfliege die Glatze verdecken.

Worüber aber schreibt der Autor, der stellenweise Rätsel aufgibt – so zum Beispiel über die gewichtsrelevanten Schnittmengen zwischen Vergangenheit und Zukunft – und über das Ich und die Anderen sinniert oder über die Analogie zwischen Liebe und einer fleischfressenden Pflanze? Ganz ohne das runde Leder (Strafstoß, Unser Torwart, Was der Ball sagt) geht es bei ihm nicht. Im Kapitel Klamottengedichte wird alles unter die Lupe genommen, was den Menschen zieren und als Attribut dienen kann: von den Socken bis zur Fernsichtbrille, vom Handy bis zum Ohrenstöpsel gibt es fast nichts, das nicht Michael Augustins Spaß an Bedeutungsübertragungen, sprachlichen Spielereien und interessanten Betrachtungen hervorruft.

Aber es gibt auch Gedichte, bei denen das Schmunzeln abgewürgt wird: Vor dem Gewandhaus ist so eines, das uns daran erinnert, dass bei aller Situationskomik oder auch Tragikomik die Vergangenheit, hier Leipzigs, eben auch überschattet wurde. Doch Michael Augustin weiß auch hier mit seinem grotesk-absurden Humor die Dramatik  mit einer spielerischen Leichtigkeit zu entschärfen.

Für wen sind diese Bände – es gibt schon einige dieser Art von Michael Augustin in der Edition Temmen (z. B. Denkmal für Baby Schiller) besonders geeignet? Nun, für Vielreisende, für Zeitarme, für Nachtleser, für Multitasker, für Gestresste, für Witzbolde, für Humorvolle, vor allem aber für Fans von Michael Augustin (u. a. Festival Director von Poetry on the Road, Literatur-Festivalbereicherer all-over-the-world, jahrelanger Lyrik-feature-Readakteur bei Radio Bremen).

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Michael Augustin, Foto Jenny Augustin


Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Miniaturen und Gedichte
Edition Temmen, September 2018
ISBN 978-3837870480, 148 Seiten
9,90 €



Zwischenruf des Vorsitzenden bzw. Wir können nicht keinem Geld noch welches nachwerfen!

  • Veröffentlicht: 04.02.2019 · Zuletzt aktualisiert: 28.09.2019

EIN OFFENER BRIEF an die Abteilungsleiterin Kulturförderung Antje Brodhun und den Fachbeirat Literatur

Sehr geehrte Frau Brodhun, sehr geehrte Fachbeiräte Literatur Maria Hummitzsch, Regine Möbius, Dr. Sibille Tröml, Claudius Nießen, Ulrich Kiehl und Jan Wenzel!

Gestern hatten wir für dieses Kalenderjahr die letzte öffentliche Veranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Leipzig, die wiederum von den Leipzigern (und ihren Gästen) begeistert aufgenommen wurde. Sie gehört zum Programmangebot der Leipziger Interkulturellen Wochen und gleichzeitig zu den 12 Veranstaltungen in diesem Jahr, für die uns die im September 2018 beantragte Förderung des Kulturamtes Leipzig versagt wurde.

Gemeinsam mit der dankenswerterweise (singulär) vom Kulturamt geförderten Veranstaltung zu Ehren unseres Schirmherrn Karl Krolow im Literaturhaus Leipzig am 27.8.19 und den anderen nichtgeförderten Kulturangeboten, dem Ringelnatz-Abend im Botanischen Garten der Universität Leipzig (13.9.19) sowie der Vorstellung der „Musikgedichte“ im Leipziger Schillerhaus am Tage darauf, haben wir mit dem gestrigen New-York-Abend im Café Eigler im Capa-Haus in den vergangenen 4 Wochen das Kulturangebot am Sitz der internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik spürbar bereichert.

Realität geworden ist dies durch die Spendenbereitschaft vieler unserer Mitglieder und weiterer Gönner, die unser diesjähriges Veranstaltungsangebot „allein auf dem Papier“ bereits wertschätzten und es mit ihrer Spende unterstützt und ermöglicht haben.

Allerdings war zu keiner der genannten jüngeren Veranstaltungen ein/e Vertreter/in des städtischen Kulturamtes bzw. des Fachbeirates Literatur zugegen. Lediglich ein Mitglied des Fachbeirates Literatur hat sich im März d.J. über die Vernissage „Worthaft – Bildhaft. Kunst politischer Gefangener“ in der Leipziger Galerie Süd informiert; eine Veranstaltung, dem das Kulturamt – nach Maßgabe des Fachbeirates und mit Zustimmung des Kulturausschusses – ebenfalls die Priorität einer Förderung abgesprochen hat.

Wenn Sie das als Abteilungsleiterin Kulturförderung im Kulturamt der Stadt Leipzig ganz objektiv einschätzen, müssten Sie sich fragen: Woher nehmen die Fachbeiräte das Beurteilungsvermögen, um das Veranstaltungsangebot der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. für Leipzig als nicht förderungswürdig zu erachten?

Haben Sie eine Antwort darauf?

Mit freundlichen Grüßen

Ralph Grüneberger

Vorsitzender und Initiator der aufgeführten Veranstaltungen

Leipzig, am 28. September 2019

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Wir sind der einzige (und zudem mitgliederstärkste) Literaturverein in Leipzig, der seit 1997 alljährlich Lyrikveranstaltungen anbietet.
 
Im Februar 2019 wurde unser im September 2018 eingereichter Projektantrag, der 12 Veranstalungen – mit ganz unterschiedlichen Beteiligten und ebenso unterschiedlichen Formaten an verschiedenen Orten enthielt – als nicht förderungswürdig erachtet. Zu den 12 Veranstaltungen zählten die Lesung mit dem Leipziger Buchpreis- und Erich-Loest-Preisträger Guntram Vesper, die Vernissage der Ausstellung „Worthaft – Bildhaft. Kunst politischer Gefangener“, die Präsentation der aktuellen Poesiealbum neu– Ausgabe „Größe spüren. Musikgedichte“ im Schillerhaus Leipzig und der New-York-Abend mit Film, Fotografie, Lyrik, Prosa und Musik im Capa-Haus.
Gegen den Ablehnungsbescheid haben wir fristgemäß Widerspruch eingelegt; das Widerspruchsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Im Juli hat uns das Kulturamt eine Anhörung eingeräumt.
 
Der im Februar 2019 gestartete Spendenaufruf hat uns in die Lage versetzt, einen Teil der geplanten Veranstaltungen dennoch zu realisieren.
 
Fast allen Spender/innen habe ich ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe „Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen“ zusenden können. Weitere Versendungen folgen.
 
 
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke.
 
In der Hoffnung auf weitere Spenden verbleibt die Bankverbindung auf der Webseite:
 
Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.

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ERGÄNZUNG

Wir können nicht keinem Geld noch welches nachwerfen!

Mit Datum 29.7.19 hat der Vorstand der GZL nach der Anhörung am 12. Juli den Widerspruch zurückgezogen, um finanziellen Schaden von der Lyrikgesellschaft abzuwenden. Der Beschluss des Vorstandes wurde mit einfacher Mehrheit gefasst, zwei Vorstandsmitglieder enthielten sich der Stimme.

Bei der Anhörung wurden uns folgende „Fördereckpunkte“ verdeutlich: Neues bieten, neue Kooperationen bilden, neue Akteure einbeziehen, neue Formate schaffen, neue Zielgruppen finden.

Schaut man sich daraufhin nochmals unseren Antrag vom September 2018 an, wird deutlich, dass wir bei der Antragstellung auf Vielfalt geachtet haben, verschiedene Zielgruppen angesprochen haben, ohne jedoch das, was sich bewährt hat (Lesung im Gohliser Schlösschen seit 2007 bzw. erfolgreiche Kooperation mit dem Botanischen Garten seit 2017) in diesem Jahr vernachlässigen zu wollen.

Im Plan für 2019 gibt es ganz neue Veranstaltungsorte: Café Eigler im Capa-Haus, Galerie Süd, Bührnheims Literatursalon und Schillerhaus.

Darüber hinaus wurden für 2019 neue Mitwirkende avisiert: Die Sax’n, Carsten Pfeiffer, Frederic Böhle, Blanche Kommerell, Jutta Rosenkranz.

Ebenso wurden ganz neue Formate angeboten: Foto, Film, Lyrik und Musik an einem Abend, ebenso einer Vernissage mit Kunst von politischen Gefangenen und einen Abend zu Mascha Kaleko.

Dass all das nicht als förderungswürdig erachtet wird, ist im Grunde unvorstellbar und eine Schande für diese Stadt. Desgleichen gilt für ein Widerspruchs“verfahren“, das den, der der Entscheidung widerspricht, praktisch handlungsunfähig macht, indem ihm erklärt wird, es gäbe – selbst wenn es ihm gelänge, einen Fehler im bürokratischen Ablauf zu finden – ohnehin keine Korrektur, denn einer inhaltliche Fehlbewertung kann nicht widersprochen werden.

Über die Zuwendung der Welt – Andreas Andrej Peters neuer Gedichtband Rum & Ähre

Andreas Andrej Peters, Rum & Ähre, Gedichte

  • Veröffentlicht: 01.02.2019 · Zuletzt aktualisiert: 20.02.2019

Empfehlung des Monats · Februar 2019
von Michel Ackermann

Vielleicht kann Lyrik uns das geben: eine sprachliche Zuwendung und Trost dort, wo sich Infotainment, Gossip und unbestellte Welterklärung letztlich im wortreich-bildhaften Luxus aufgenötigter Sprachlichkeit von uns abwendet, ja, uns gar gedemütigt und verletzt hinterlässt. Und wo sich eine häufige Desillusionierung von Politik und ihren Religionen letztlich ebenso von uns abwendet – weil wir als Einzelwesen nun mal nicht wichtig genug sind, ersetzbar und selbst als “very important person“ nicht in tieferem Sinnbezug von systemischem Interesse.


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DER DUFT

  • Veröffentlicht: 01.01.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.01.2019

Erika Kronabitter (*1959)

 

DER DUFT

 

ein geruch nach

nach jahren ein molekül

aufgefangen verfangen im

gehirn aufgeplatztes partikel

erinnerungsduft

und jetzt auf der suche nach

deutung

tief unten verschüttet ein

bild die verschüttete milch

der frühe meine sehnsucht vernetzt

sich mit damals

das kätzchen im puppenwagen

spielen wir mutter und vater

die kindheit die trauer der duft

 

 

Unser Mitglied, die österreichische Schriftstellerin und Künstlerin,

ist in Hartberg (Steiermark) geboren und lebt in Begrenz.

 

Quelle: Poesiealbum neu „In Familie“

Poesiealbum neu
„In Familie. Gedichte“, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2013
Ausgabe 2/2013

Titelbild unter Verwendung eines Gemäldes von Norbert Wagenbrett

Dieser eine Tag, der Abend der Lyriklesung

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 01.01.2019
Empfehlung des Monats · Januar 2019
von Ralph Grüneberger

Als am 6. Dezember 2018 im neuen Saal der Gemeinde Knauthain der gemeinsam vom Förderverein Elsterstausee und Pro Leipzig herausgegebene opulente Foto-Text-Band „Der Leipziger Elsterstausee. Vom Anfang bis zu seinem Ende“ vorgestellt wurde, mussten vom Eingang aus Stühle weitergereicht werden, damit alle Interessierten Platz fanden. Das Bild erinnerte an die Kette derer, die 2002 Eimer gefüllt mit Elsterwasser weitergaben, um das Verlanden des Stausees aufzuhalten.
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Last Minute Weihnachtsempfehlung: CD Luxusnacht verwebt Rilke mit Eigenem

Eisvogel: Luxusnacht (CD)

  • Veröffentlicht: 16.12.2018 · Zuletzt aktualisiert: 16.12.2018

Empfehlung des Monats · Dezember 2018
Weihnachtsempfehlung von Jule Weinrot

 

„Mich hat nie interessiert, was für andere gültig ist.“

Schon dieser Satz – Auszug einer Projektbeschreibung – reicht aus, um die Sängerin der vorgestellten CD für sich einnehmen zu lassen. Wer Maja „Mayjia“ Gille bislang vorrangig als Lyrikerin, Rezitatorin und einfühlsame Moderatorin literarischer Veranstaltungen kennengelernt hat, dem wird die besondere Stimme der vielseitigen Künstlerin nicht entgangen sein. So nimmt es kaum Wunder, dass die Dame auch musikalisch unterwegs ist und über allem hinaus auch über eindrucksvolle gesangliche Qualitäten verfügt.

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Last Minute Weihnachtsempfehlung: DAS GEDICHT 26 – Ewigkeitswährung Lyrik

Doppelcover Der poetische Dreh / Wendepunkte, DAS GEDICHT 26

Empfehlung des Monats · Dezember 2018
Weihnachtsempfehlung von Jule Weinrot

Jedes Jahr wieder fragt sich die Gemeinschaft der DAS GEDICHT-Anhänger aufs Neue, womit Anton G. Leitner wohl diesmal überraschen wird. Hat er sich doch mit Melanie Arzenheimer, erste weibliche Spitze in der Präsidiumsliga der legendären Literatenvereinigung Münchner Turmschreiber und 2009 allererste Preisträgerin des mittlerweile zum Lyrikstier umbenannten publikumsträchtigen Spoken-Word-Lyrikwettbewerbs Hochstadter Stier, erstmalig eine Frau als Mitherausgeberin an Bord geholt,


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Wortmeldung: Für Vielfalt

  • Veröffentlicht: 03.12.2018 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2019

U.a. von der Leipziger Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke aufgefordert, uns der Kampagne „Die Vielen“ anzuschließen, melden wir uns zu Wort und stellen es gleichzeitig all unseren Mitgliedern anheim, sich dieser Aktion anzuschließen: Berliner Erklärung.

Die 1992 gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, der derzeit Mitglieder aus acht Ländern angehören, verpflichtet sich in ihrer Satzung „im Geist von Toleranz und Völkerverständigung“ zu agieren. Das haben wir mit unserer Arbeit immer wieder unter Beweis gestellt, sei es durch Veranstaltungsreihen von „Heimat und Fremde“ (1993-95) bis ZWIE SPRACHE (seit 2013), unsere Ausstellung „gegen den strom“, die bisher mehr als 36.000 Besucher zählt, und Veröffentlichungen der Poesiealbum neu-Themenhefte „Texte gegen Intoleranz“ (2008), „Deutschland. Gedichte“ (2009), „Deutsche Inventuren“ (2012), „Gedichte von Welt“ (2014) oder jüngst in Form der Sonderausgabe „Worthaft. Texte politischer Gefangener“ (2018) sowie bei unseren Gedichtfilmwettbewerben „Worte sind Boote“ (2012) und „Poetry Clips gegen den Krieg“ (2014) – bei denen jeweils Gedicht- bzw. Filmautor(inn)en aus verschiedenen Ländern involviert waren.

Wir setzen uns auch ganz aktuell dafür ein, dass die Freiheit der Kunst bewahrt wird. Es ist deshalb nicht nur der „Spaßmacher Ringelnatz“, zu dessen Lyrikverfilmung wir gegenwärtig in Form unseres 4. Gedichtfilmwettbewerbs anregen, sondern sein Beispiel zeigt exemplarisch, dass die Freiheit der Kunst binnen weniger Tage verloren gehen kann, sobald Ermächtigungsgesetze und Machtstrukturen dies ermöglichen.

Mit unserer gegenwärtigen „Worthaft“-Lesetour, bei der Autorinnen und Autoren an Schulen von ihren Haftgründen und -bedingungen unter der SED-Diktatur berichten werden, verdeutlichen wir, was es bedeutet, die Meinungsfreiheit zu verlieren.

Darüber hinaus haben wir 2018/19 deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker eingeladen, sich an unserer Ausschreibung des Poesiealbum neu-Themenheftes „Heimat / Heimatverlust“ mit neuer Lyrik zu beteiligen. Gern bringen wir uns mit einer Auswahl der bisherigen und künftigen Veröffentlichungen in das Wirken „der Vielen“ ein, ohne jedoch als Organisatoren von Veranstaltungen und Aktivitäten federführend handeln zu können, dazu entbehrt es seit 2012 einer personellen Struktur.

Hier ein aktueller Artikel von Christina Sticht zum Thema „Kultur lebt von unterschiedlichen Einflüssen“ aus der nmz vom 14.01.2019.

Ralph Grüneberger im Namen des Vorstandes

Leipzig, im Juli 2019

Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.