Ringelnatz-Gedichtfilm-Wettbewerb – Start am 7. August 2018

Joachim Ringelnatz, "Urtiere", Öl/LW, 1930

  • Veröffentlicht: 06.08.2018 · Zuletzt aktualisiert: 09.08.2018

Pünktlich 135 Jahre nach dem Tag, an dem der Lyriker, Erzähler und Vortragskünstler Joachim Ringelnatz als Hans Bötticher in Wurzen geboren wurde, schreibt die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Kooperation mit der Ringelnatz-Gesellschaft in Cuxhaven , dem Ringelnatz-Museum ebendort, dem Joachim-Ringelnatz-Verein in Wurzen und dem dortigen Kulturhistorischen Museum ihren 4. und bis auf weiteres letzten Gedichtfilmwettbewerb aus.

Bildeten bei den vergangenen Wettbewerben jeweils Gedichte aus Ausgaben der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ den Anreiz für die Verfilmung, stehen diesmal sämtliche Gedichte des 1883 in Wurzen geborenen und 1934 in Berlin gestorbenen Dichters zur Auswahl. Für die Teilnahme wird keine Teilnahmegebühr erhoben, allerdings ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich. Der Wettbewerb ist bis zum 15. Juli 2019 offen. Zu gewinnen gibt es …


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“Und ich entschwinde / Im bösen Winde …“: Frank Stückemanns Neu-Übersetzung von Paul Verlaines musikalisch inspirierter Dichtung

Paul Verlaine, Gedichte I, Zweisprachige Ausgabe französisch/deutsch, Übersetzt und kommentiert von Frank Stückemann

  • Veröffentlicht: 01.08.2018 · Zuletzt aktualisiert: 05.08.2018

Empfehlung des Monats · August 2018
von Michel Ackermann

 

 

 

Die Frage der Übersetzbarkeit von originärer Lyrik in eine andere Sprache berührt die Frage der Übersetzbarkeit von Sprache schlechthin. Denn Sprache selbst ist eine kreative Übersetzung menschlicher Wahrnehmung in mehr oder weniger angemessene(n) Laute(n). Der Auftrag der Übersetzung einer fremden Wahrnehmung (der des fremdsprachlichen Dichters in seiner Sprache) in eine andere Wahrnehmung (der des Übersetzers in seine eigene Wahrnehmung der Wahrnehmung des Dichters) muss von daher ein sehr besonderer sein …


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Zu Dir

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Sie sprangen aus rasender Eisenbahn
Und haben sich gar nicht weh getan.

Sie wanderten über die Gleise
Und wenn der Zug sie überfuhr,
Dann knirschte nichts. Sie lachten nur.
Und weiter ging die Reise.

Sie schritten durch eine steinerne Wand,
Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand,
Durch Grenzverbote und Schranken
Und durch ein vorgehaltnes Gewehr,
Durchzogen viele Meilen Meer. –

Meine Gedanken. –

Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei.
Und als sie dich erreichten,
Da zitterten sie und erbleichten
Und fühlten sich doch unsagbar frei.

Quelle: Wassertropfen & Seifenblase. Ausgewählte Gedichte,
Die besondere Edition Nr. 2

Sonderausgabe der Zeitschrift Poesiealbum neu,
Leipzig 2018

Veranstaltungshinweis:
Sommerabend 1 mit Ringelnatz: »Das Herz sitzt über dem Popo. Eine audiovisuelle Revue« mit Michael Augustin und Walter Weber von Radio Bremen

Sommerabend 2 mit Ringelnatz: Sommerabend mit Ringelnatz: »Ich bin so knallvergnügt erwacht« mit Tina-Nicole Kaiser und Jürgen Wegscheider

Förderer und Partner

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Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

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Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.