Die Ringelnatz-DVD ist erschienen

  • Veröffentlicht: 21.03.2020 · Zuletzt aktualisiert: 30.03.2020

28 Gedichtfilme aus Australien, Deutschland, Österreich und Schottland

Pünktlich zum „Welttag der Poesie 2020“, den wir in diesem Jahr in 9 Städten Deutschlands zu Ehren von Joachim Ringelnatz feiern wollten, was uns der Coronavirus zunichte machte, liegt sie vor, die DVD aus unserem höchstwahrscheinlich letzten Gedichtfilmwettbewerb „Wassertropfen & Seifenblase“.

Diese DVD erscheint als Sonderausgabe der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ zum Text-Hörbuch „Wassertropfen & Seifenblase“ und zeigt eine Auswahl der Einsendungen im 4. Internationalen Gedichtfilmwettbewerb der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Booklet

Unterstützer des Wettbewerbs sind die Saxonia Media Filmproduktions GmbH, die Leipziger Buchmesse, die Ringelnatz-Gesellschaft Cuxhaven e.V., der Joachim-Ringelnatz Verein e.V. Wurzen, das Kulturhistorischen Museum Wurzen, die Waldmann KG, die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, das Ringelnatz-Hotel in Rostock-Warnemünde und die Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK).

Einmalige limitierte Auflage von 200 Exemplaren.

Preis 20+5 EUR / d.h. 5 EUR davon spenden wir den Opfern der Brandkatastrophe in Australien.

Ihre Bestellungen richten Sie bitte an kontakt@lyrikgesellschaft.de

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit und bestellen Sie für sich und am besten auch für andere Zuhausebleiber diese DVD. Eines ist sicher, die Filme bringen Sie auf andere Gedanken.

Lesen Sie eine erste Rezension: https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2020/03/Wassertropfen-Seifenblase-Die-DVD-mit-den-Gedichtfilmen-zu-den-nachdenklichsten-Ringelnatz-Gedichten-322157

Heimat & Heimatverlust – ist im März 2020 erschienen und ab sofort lieferbar

  • Veröffentlicht: 05.02.2020 · Zuletzt aktualisiert: 24.03.2020

Nachdem uns mehrere hundert Zuschriften aus 10 Ländern erreichten, die vier pralle Ordner füllten, ist die Auswahl getroffen. Statt des eigentliches Heftes mit 32 Seiten erscheint wiederum ein Doppelheft, das die Gedichte von 83 Autorinnen und Autoren vereint. Im Einklang mit den drei Fundstücken von Max Hermann-Neiße (1886-1941), Mascha Kaléko (1907-1975) und Ernst Schulze (1789-1817) kommen – neben zahlreichen bereits bekannten – auch viele weniger bekannte Autorinnen und Autoren zu Wort. Die Spanne reicht vom Jahrgang 1933 bis zum Jahrgang 1998.

Die Autorinnen und Autoren der Ausgabe 1/2020 des Poesiealbum neu:

Sabine Abt

Manfred Ach

Bettina Ambühl-Honegger

Johanna Anderka

Michael Augustin

Marianne Beese

Eva-Maria Berg

Franziska Beyer-Lallauret

Barbara Biegel

Marlies Blauth

Detlev Block

Rosa Both

Hans Dietrich Bruhn

Oliver Bruskolini

Ingo Cesaro

Tetyana Dagovych

Herta Dietrich

Ulrike Diez

Lina Duppel

Rumiana Ebert

Faten El-Dabbas

Patricia Falkenburg

Barbara Finke-Heinrich

Beate Fischer

Ingrid Gorr

Joachim Gräber

Dora Hauch

Kerstin Hensel

Max Herrmann-Neiße  

Jan-Eike Hornauer

Nikola Huppertz

Regina Jarisch

Mascha Kaléko

Stefanie Kemper

Manfred Klenk

Michael Koch

Stephan Krawczyk

Anton G. Leitner

Eva Lübbe

Hans-Hermann Mahnken

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Renate Meier

Karola Meling

Manfred Moll

Klaus Nührig

B.S. Orthau  

Tobias Pagel

Ursula Pickener

Claudia Pistilli

Helga Rahn

Lutz Rathenow

Andreas Reimann

Helmut Richter

Marianne Rieger

Wolfgang Rischer

Andreas-W. Rohr

Jan Hendrik Rübel

Sonja Ruf

Jörn Sack

Laura Schiele

André Schinkel

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Marlene Schulz

Helga Schulz Blank

Ernst Schulze

Christiane Schwarze

Thomas Sobczyk

Ju Sobing

Werner Somplatzki

Werner Stangl

Christine Steindorfer

Stellmäcke

Carsten Stephan

Wolfgang Stock

Heidrun Stödtler

Bernd Storz

Rüdiger  Stüwe

Dietmar Thate

Ruth Werfel

Katja Winkler

Waltraud Zechmeister

Preis des Heftes 6,50 EUR, Umfang 76 S.

Titelbild nach einem Gemälde von Titus Schade

© VG Bild-Kunst

Am 24. März 2020 erschien in der Leipziger Internetzeitung diese Rezension: https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2020/03/Heimat-Heimatverlust-Poesiealbum-neu-versammelt-zuweilen-sehr-ironische-Texte-zum-Thema-Lebensort-und-Sehnsuchtsraum-322977

Das Poetische des Vergangenen – Ralph Grünebergers Herbstjahr

  • Veröffentlicht: 01.02.2020 · Zuletzt aktualisiert: 26.01.2020

Empfehlung des Monats · Februar 2020
von Marcus B. Richter


Der Roman Herbstjahr von Ralph Grüneberger schildert anhand einer Gruppe junger Leipziger zum einen den Beginn der friedlichen Revolution im Jahre 1989 in der damaligen DDR (einer der Protagonisten gerät in die ersten größeren Montagsdemos in Leipzig und beginnt, sich bei den Demonstrierenden zu engagieren, sein Freund nutzt die sich plötzlich aufgrund des bröckelnden eisernen Vorhangs ergebenden Fluchtmöglichkeiten und geht in den Westen), zum anderen – ein Jahr später – die Versuche der Protagonisten, mit den Folgen des totalen Umbruchs  ihrer  bisherigen Lebensverhältnisse zurechtzu- kommen.

Grüneberger gelingt es, in einfühlsamer Weise und mit viel Liebe zum Detail das Lebensgefühl und die Wirklichkeit von Menschen zu schildern, die sich buchstäblich von einem Tag auf den nächsten in einer anderen Welt wiederfinden und damit klarkommen müssen, was ihnen im Übrigen gut gelingt, da sich keiner von ihnen durch Rückschläge aus der Bahn werfen lässt. Die Protagonisten finden sich letztlich alle in Leipzig wieder,  und zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung – ein gutes Jahr nach Beginn der Handlung von Herbstjahr  –  scheinen alle nach diversen Schwierigkeiten und Rückschlägen auf einem guten Weg und in der neuen Welt angekommen zu sein. Leider endet die Geschichte dann – überraschend für die beiden Hauptfiguren des Romans – aber doch nicht so gut, wie es lange den Anschein hat. Hier haben wir wohl eine Metapher dafür, dass sich auch in der Realität des Landes nach der Wende nicht nur positive Entwicklungen vollzogen, sondern auch negative Kräfte freigesetzt wurden. Die Wirklichkeit erweist sich letztendlich als vielschichtiger, als sie zunächst nach den Umbrüchen und dem scheinbar  erfolgreichen Neubeginn erschien.

Für den Autor dieser Zeilen, der als „Wessie“ die damaligen Ereignisse zwar mit höchstem Interesse verfolgte und seinerzeit selbst von dem Wunsch nach einer Wiedervereinigung des Landes träumte, aber diese damals lediglich als außenstehender Beobachter verfolgen konnte, bietet das Buch faszinierende Einblicke in das Innenleben und die wirklichen Befindlichkeiten der Menschen, die damals den großen Umbruch mit ausschließlich friedlichen Mitteln zugleich erkämpft und „erlitten“ haben. Das Buch ist spannend geschrieben und sehr lesenswert.

Eine angehängte, ebenso detail- wie umfangreiche Chronologie der Jahre 1989 und 1990 bringt die damaligen Geschehnisse nochmal in Erinnerung und dürfte für jeden, der sich gern an die Ereignisse erinnert oder seine Erinnerungen daran auffrischen möchte, ebenfalls eine lohnende Lektüre sein.


Ralph Grüneberger, Herbstjahr. Roman
Gmeiner Verlag, September 2019
314 Seiten, 12 x 20 cm, Paperback
Buch 14,– € / E-Book 9,99 €*
ISBN 978-3-8392-2483-0

Poesiealbum neu: New York-Gedichte erschienen

  • Veröffentlicht: 22.12.2019 · Zuletzt aktualisiert: 26.02.2020

Als Nummer 2/2019 unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ haben wir zum Ende des Jahres unter dem Titel „Hauptstadt der Sehnsucht“ Gedichte zur Megametropole auf dem nordamerikanischen Kontinent veröffentlicht. Erstmals wurde in eine Ausgabe des „Poesiealbum neu“ ein Fotozyklus aufgenommen. Der Berliner Fotokünstler Antonius, der Kontakt zur Lyrikgesellschaft seit seinem Gewinn beim Gedichtfilmwettbewerb „Tugenden & Sünden“ hält (hier erhielt er mit der Edelfeder der Waldmann KG den Preis für die besondere Handschrift), ist ein Kenner dieser Weltstadt und bietet dem Betrachter Blickwinkel fern der touristischen Abziehbilder.

„Hauptstadt der Sehnsucht. New York-Gedichte und Fotografien“ umfasst 82 Seiten und kostet 8,70 € und ist ab sofort über die E-Mail-Adresse der GZL kontakt@lyrikgesellschaft.de bestellbar, die Auslieferung erfolgt zu Beginn des neuen Jahres. Eine ausführlich Rezension der Ausgabe findet sich in der Leipziger Internetzeitung vom 26.12.2019. Eine weitere Besprechung erschien auf FIXPOETRY Wir reden über Literatur.

Die Ausgabe 2/2019 enthält Gedichte und einige Übersetzungen ins Amerikanische von

Johanna Anderka

Michael Augustin

Eva-Maria Berg

Heidi Bergmann

Hartmut Brie

Ingo Cesaro

Ulrike Diez

Siegmar Faust

Julietta Fix

Peter Frömmig

Christine Graf

Ralph Grüneberger

Gisela Hemau

Dieter Höss

Ron Horwege

Nikola Huppertz

Yehuda Hyman

Christine Kappe

Paul Alfred Kleinert

Stephan Krawczyk

Gabriele Kromer

Augusta Laar

Joanna Lisiak

Salean A. Maiwald

Wolfgang Mayer König

Walter Neumann

Undine Marion Pelny

Utz Rachowski

Jörg Seifert

Gabriele Stötzer

Daniel Stojek

Monika Taubitz

Holger Teschke

Martin A. Völker

Eine auf 20 Exemplare limitierte Sonderausgabe, die von Ralph Grüneberger und Antonius signiert wurde, enthält eine DVD des gemeinsamen Gedichtfilms „12. September“ sowie einen von Antonius signierten Metall-Fotoprint (Format 20 x 30 cm) und kostet 55,55 €. Die Einnahmen sollen dabei helfen, 2020 eine Präsentation dieser Ausgabe zu finanzieren. Verbindliche Bestellungen bitte ebenfalls an kontakt@lyrikgesellschaft.de richten.

Größe spüren. Musikgedichte

  • Veröffentlicht: 21.05.2019 · Zuletzt aktualisiert: 23.06.2019

Ende Juni 2019 erscheint die Nr. 1/2019 unserer Zeitschrift „Poesiealbum neu“ – die zum Thema „Musik“ ausgeschrieben wurde.

Diese Ausgabe vereint auf 90 Seiten Gedichte und Liedtexte von 86 Text- und Tonautorinnen und -autoren, bekannten wie weniger bekannten. Erstmals veröffentlichen wir in unserer Zeitschrift Notenbilder einzelner Lieder und Chansons. Mehr als 450 Texte von Einsendern aus 7 Ländern lagen zu unserer Ausschreibung vor. Hier eine erste Rezension in der Leipziger Internet Zeitung vom 21.06.2019.

Gedichte bzw. Notenbilder dieser Text- und Tonautorinnen und -autoren wurden aufgenommen:

Manfred Ach

Esther Ackerman

Johanna Anderka

Ann Kathrin Ast

Michael Augustin

Otto Beatus

Heidi Bergmann

Franziska Beyer-Lallauret

Katrin Bibiella

Julia de Boor (Ps.)

Peter Bothe

Ira Karoline Bräuer

Lars-Arvid Brischke

Georg Bydlinski

Ingo Cesaro

Georg Oswald Cott

Tanja Cremer

Ulrike Diez

Katharina Düwel

Eckhard Erxleben

Patricia Falkenburg

Mateusz Gawlik

Mordechaj Gebirtig (Ps.)

Johann Wolfgang v. Goethe

Peter Gosse

Joachim Gräber

Ralph Grüneberger

Monika Hähnel

Dora Hauch (Ps.)

Sören Heim

Walter Thomas Heyn 

Gisela Hemau

Max Herrmann-Neiße (Ps.)

Raffael Hiden

Dieter Höss

Jan-Eike Hornauer

Nancy Hünger

Stefan Kabisch

Barbara Kadletz

Manfred Klenk

Charlott Ruth Kott

Gabriele Kromer

Karl Krolow

Else Lasker-Schüler

Jakob Leiner

Anton G. Leitner

Guido Luft

Wolfgang Mayer König

Olivér Meiser

Sabine Minkwitz

Peter Mitmasser

Andreas Müller

Christoph Müller

Ingrid Niegel

Klaus Nührig

Ralf Preusker

Lutz Rathenow

Rainer Rebscher

Susanne Reichard 

Andreas Reimann

Joachim Ringelnatz

Wolfgang Rinn

Wolfgang Rischer

Birgit Rivero

Franziska Röchter

Andreas-Wolfgang Rohr

Mike Rother

Friedhelm Rudolph

Silke Rudl 

Horst Samson

Maren Schönfeld

Wolfgang Schönfeld

Ulrich Schröder

Christiane Schulz

Helga Schulz Blank

Nadine Maria Schmidt

Ralph Schüller

Christiane Schwarze

Angelica Seithe

Olaf Stelmecke

Heidrun Stödtler

Gerhard A. Spiller

Dieter Treeck

Martin A. Völker

Friederike Weichselbaumer

Der Begriff Lyrik bezeichnete einst jene Verskunst, die zur „Lyra“, dem antiken Streichinstrument, interpretiert wurde. Die Texte waren also entstanden, um sie zu singen. […] Nicht zu vergessen die Wiegenlieder, die Mütter und Väter ihren Kindern vorsummen, um ihnen Geborgenheit und Wärme zu geben, auch als körperliche Erfahrung. Lyrisches führt immer tief ins Innere, in welcher Kunst auch immer.  Thomas Schinköth (aus dem Nachwort)

Ringelnatz-Wettbewerb geht in die absolute Endphase

  • Veröffentlicht: 15.05.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2019

TEMPO! Noch 14 Tage Zeit! Bereits Anmeldungen aus 8 Ländern.

Gedichtfilme zur Lyrik von Ringelnatz gefragt

Nach dem Start ihres aktuellen Gedichtfilmwettbewerbs “Wassertropfen & Seifenblase“ mit Gedichten von Joachim Ringelnatz gingen bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik bislang Anmeldungen aus Australien, Deutschland, Großbritannien, Iran, Österreich, der Schweiz, aus Uruguay und den USA ein. Auch Schulklassen sind unter den Anmeldern.

Das Projekt, das von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) gefördert wird, stellt eine Kooperation mit der Ringelnatz-Gesellschaft in Cuxhaven, dem dortigen Joachim-Ringelnatz-Museum, dem Kulturhistorischen Museum Wurzen mit seiner Ringelnatz-Sammlung und dem gleichfalls in Wurzen ansässigen Joachim-Ringelnatz-Verein dar. Der Wettbewerb mit einem Preisvolumen von über 2.500 € ist noch bis zum 15. Juli 2019 ausgeschrieben. Zu den Spendern der Geld- und Sachpreise zählen die Leipziger Buchmesse und die Filmproduktionsfirma Saxonia Media. Informationen: www.lyrikgesellschaft.de

Rückfragen richten Sie bitte per E-Mail an lyrikgesellschaft@web.de

Stand: 01.07.19

Gedicht des Monats Mai

  • Veröffentlicht: 01.05.2019 · Zuletzt aktualisiert: 01.05.2019

Volker Braun (*1939)

STEINBRECH

Wovon nährt sich dieses demütige Kraut. Welches karge

Mehl aus Tau malmt es beharrlich. Aus beinahe nichts

sintert es sein festes Grün. Es kost den Felsen und über-

wächst ihn mit hartem Fleisch. Stetig, strotzend dürf-

tig kämpft es ums Leben und darbt wie Hoffnung, und

dorrt. Und öffnet den Stein.

Quelle: Poesiealbum neu. „Steinbrech. Gedichte zu Pflanzen“, Leipzig 2017

Wir gratulieren unserem Mitglied Volker Braun auf diesem Wege herzlich zum 80. Geburtstag.

Poesiehäppchen, Gedankensplitter, Geistesblitz – Michael Augustin, Meister der Miniatur

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt

  • Veröffentlicht: 01.03.2019 · Zuletzt aktualisiert: 28.02.2019
Empfehlung des Monats · März 2019
von Franziska Röchter

Eigentlich müsste man schon wieder einen ganz anderen Band von Michael Augustin empfehlen, ist der Liebhaber von Miniaturen und poetischen Kurzformen im Ausmaß und Umfang seiner Produktivität doch so ganz und gar nicht minimalistisch. Der stärkste Mann der Welt, der beim Einschlafen so gar nicht auf sein Kuscheltier verzichten kann, will jedoch erforscht werden und drängt aufgrund seines lausbubenhaften Titelcharmes in literaturkritischer Hinsicht möglicherweise extensivere Arbeiten wie „Duet of Hopes Nozomi no Nijuso (Japanese Edition, zusammen mit Maki Starfield und Sujata Bhatt, Übersetzer) zunächst in den Hintergrund.

Das titelgebende Gedicht erinnert an Pippi Langstrumpf, an das stärkste Mädchen der Welt, das ganze Pferde tragen kann und zwischen Kirchturmspitzen den Dorfplatz in luftiger Höhe per Seiltanz überquert, es auch mit Verbrechern aufnimmt und in die Südsee sticht, aber nachts allein am Fenster zum Himmel spricht: „Liebe kleine Krummelus, niemals will ich werden gruß.“

Michael Augustins mit „spitzer Feder“ geschriebenen Gedichte, Aphorismen, Gedankensplitter und Minaturen (Verlagsbeschreibung) werden mit 12 ironischen Collagen des Autors illustriert. (Hat nicht Pippi Langstrumpf auch alles selbst gemacht: vom Eierpfannkuchen zur Haarmaske mit rohem Ei bis zu den selbstgebastelten Schrubberschuhen für die Dielenreinigung fiel ihr ständig etwas Neues ein …) Michael Augustin kombiniert die – möglicherweise per Holzstich geschaffenen honorigen Köpfe überaus ordensdekorierter, meist (schnauz)bärtiger und ernst dreinblickender Personen, zumeist Männer, mit Insekten und Meeresgetier als Kopfschmuck – oder Hirnräuber –, was recht albern aussieht, wenn zum Beispiel ein Tintenfisch die Sicht verhindert oder die filigranen Flügel einer überdimensionierten Stubenfliege die Glatze verdecken.

Worüber aber schreibt der Autor, der stellenweise Rätsel aufgibt – so zum Beispiel über die gewichtsrelevanten Schnittmengen zwischen Vergangenheit und Zukunft – und über das Ich und die Anderen sinniert oder über die Analogie zwischen Liebe und einer fleischfressenden Pflanze? Ganz ohne das runde Leder (Strafstoß, Unser Torwart, Was der Ball sagt) geht es bei ihm nicht. Im Kapitel Klamottengedichte wird alles unter die Lupe genommen, was den Menschen zieren und als Attribut dienen kann: von den Socken bis zur Fernsichtbrille, vom Handy bis zum Ohrenstöpsel gibt es fast nichts, das nicht Michael Augustins Spaß an Bedeutungsübertragungen, sprachlichen Spielereien und interessanten Betrachtungen hervorruft.

Aber es gibt auch Gedichte, bei denen das Schmunzeln abgewürgt wird: Vor dem Gewandhaus ist so eines, das uns daran erinnert, dass bei aller Situationskomik oder auch Tragikomik die Vergangenheit, hier Leipzigs, eben auch überschattet wurde. Doch Michael Augustin weiß auch hier mit seinem grotesk-absurden Humor die Dramatik  mit einer spielerischen Leichtigkeit zu entschärfen.

Für wen sind diese Bände – es gibt schon einige dieser Art von Michael Augustin in der Edition Temmen (z. B. Denkmal für Baby Schiller) besonders geeignet? Nun, für Vielreisende, für Zeitarme, für Nachtleser, für Multitasker, für Gestresste, für Witzbolde, für Humorvolle, vor allem aber für Fans von Michael Augustin (u. a. Festival Director von Poetry on the Road, Literatur-Festivalbereicherer all-over-the-world, jahrelanger Lyrik-feature-Readakteur bei Radio Bremen).

Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Michael Augustin, Foto Jenny Augustin


Michael Augustin, Der stärkste Mann der Welt
Miniaturen und Gedichte
Edition Temmen, September 2018
ISBN 978-3837870480, 148 Seiten
9,90 €



Die besondere Edition Nr. 1

Die besondere Edition Nr. 1 – Peter Gosse zum Achtzigsten

Empfehlung des Monats · November 2018
von Franziska Röchter

Kein geringeres Ereignis als das 80-jährige Jubiläum des Leipziger Wortkünstlers, Dozenten, „Daidalos“ (Thomas Böhme) der Poesie und „Satyr aus Sachsen“ (Leipziger Internetzeitung*), Peter Gosse, diente als Anlass für die Veröffentlichung eines neuen literarischen Produktes der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. unter der Herausgabe Ralph Grünebergers: Die besondere Edition. In ihrer Nr. 1 kommen Wegbegleiter, Schüler, Künstlerfreunde, Verehrer und Zeitgenossen eines Dichters zu Wort, der wie kein anderer als „Lobender“ der literarischen Leistungen anderer das Können seiner poetischen Zeitgenossen und Schüler würdigt und den Ruf eines lebenslust- und leidenschafts-vollen Dichters und Wohltäters (Helfried Strauß) innehat.
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Veranstaltungen unserer Mitglieder

  • Veröffentlicht: 31.10.2018 · Zuletzt aktualisiert: 30.09.2019

Für die Literaturzeitschrift Tentakel, Literatur aus und für OWL, lesen am 06. Dezember, 19:00 Uhr, in der Buchhandlung Mondo, Elsa-Brändström-Straße 23, 33602 Bielefeld, Rolf Birkholz, Franziska Röchter und Michael Helm.

Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.