Zwischenruf des Vorsitzenden: Spendenaktion

  • Veröffentlicht: 04.02.2019 · Zuletzt aktualisiert: 25.05.2019
Wir sind der einzige (und zudem mitgliederstärkste) Literaturverein in Leipzig, der seit 1997 alljährlich Lyrikveranstaltungen anbietet. 2019 wurden wir von jedweder Förderung durch das Kulturamt ausgeschlossen, obgleich wir Förderung für 12 ganz unterschiedliche Veranstaltungen beantragt haben (z.B. für eine Lesung mit dem Leipziger Buchpreis- und Erich-Loest-Preisträger Guntram Vesper oder eine Vernissage von Kunst politischer Gefangener).
 
Die offizielle Verlautbarung der Stadt Leipzig vom Februar d.J.:
„Für die Förderung von Projekten der freien Kunst und Kultur in Leipzig stehen insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind gut 58 Prozent mehr als im Vorjahr.“ 
 
Mal abgesehen davon, dass die 12 – thematisch und von ihrer Umsetzung her ganz unterschiedlich angelegten – Veranstaltungen, für die wir im Spätsommer 2018 für das Jahr 2019 Förderung beantragt haben, nicht von der 58-%igen Steigerung partizipierten, sondern bekanntermaßen als nicht förderungswürdig erachtet wurden,  müsste es eigentlich einen Aufstand der Literaturvereine in dieser Stadt geben: Insgesamt 84.500 € stellt die Stadt Leipzig für Literaturprojekte zur Verfügung von 1.500.000 €! Das sind 5,6 % !!! Hat das von den Verantwortlichen im Stadtrat und im Amt selbst schon jemand ausgerechnet?
Nur mal zum Vergleich: Für die Förderung von freien Musikprojekten stellt die Stadt Leipzig 304.200 € bereit (23,6 % des Budgets). Warum wurde dann  eigentlich in der Musikstadt Leipzig nicht wenigstens die Premiere unserer Zeitschriftenausgabe „Größe spüren. Musikgedichte“ gefördert? Auch diese Frage stellt sich.
 
Rückblick auf den 4. Februar 2019:
Nachdem wir dieser Tage erfahren mussten (aus dem Internet, eine offizielle Information bzw. Begründung erhielten wir bislang nicht), dass unser im September 2018 gestellter Antrag auf Projektförderung für 12 Veranstaltungen im Jahre 2019 vom Kulturamt Leipzig als nicht förderungswürdig erachtet wird, fiel mir spontan diese Spendenaktion ein, um die aktuellen Veranstaltungstermine einigermaßen sicherzustellen.
 
Dazu werde ich jeder/m Spender/in ab einer Spende von 12 € ein signiertes Exemplar meiner Gedichtausgabe „Ich habe die Schönheit gesehen. Liebesgedichte in vier Sprachen“ zusenden.
 
 
Übersetzer der Gedichte sind Ron Horwege (engl.), Rüdiger Fischer (franz.) und Alexander Schmidt (russ.). Gestaltet hat die limitierte Ausgabe Torsten Hanke.
 
Hier die Bankverbindung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik:

Vereins- und Spendenkonto

IBAN: DE63 8605 5592 11 00 8010 53
SWIFT-BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig

Senden Sie bitte nach der Überweisung eine Mail an kontakt@lyrikgesellschaft.de mit der Angabe Ihrer Adresse und Sie erhalten das signierte Exemplar zugesandt.
 
 
Vielen Dank schon jetzt allen, die diese Aktion unterstützen.
 
 
Ralph Grüneberger
Vorsitzender
 
 
Nachtrag 1:

Die ersten Spender haben sich bereits auf meine am 5. Februar privat gestartete Aktion gemeldet und der Foto- und Videokünstler Antonius schrieb mir daraufhin folgendes:

„Lieber Ralph,

eine geradezu groteske Ablehnung der Stadt Leipzig; ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne!

Vielleicht kann ich Dich/Euch noch in anderer Form supporten? Wir könnten jeden Spender an der Verlosung eines großformatigen Bildes (Leinen im Format 80 x 120 cm) teilnehmen lassen (Galerie-Preis 800 €).“

Die Verlosung findet statt und wird am 24. März 2019 öffentlich während der Buchmesse-Veranstaltung in der Buchhandlung „Südvorstadt“ erfolgen.

Nachtrag 2:

Wir haben fristgemäß Widerspruch gegen die Entscheidung des Kulturamtes, Posteingang 11. Februar 2019, eingelegt und können sie nach wie vor nicht nachvollziehen. Von den 6 Fachbeiräten Literatur hat sich auf Anfrage ein einziges Mitglied geäußert und meinte, wie sollten doch die „Gremienarbeit“ akzeptieren und es wäre doch ganz normal, dass man mal eine Ablehnung kassiere. Das Beiratsmitglied führt keinen Verein, sondern ein Privatunternehmen und setzt Anträge auf Förderung mit Bewerbungen um offiziellen Ausschreibungen gleich.

Zu den Mitgliedern im Fachbeirat gehört auch eines, das Arbeitnehmer bei einem Antragsteller ist. Ein weiteres Mitglied des Fachbeirates trat selbst als Antragsteller in Erscheinung und erhielt für sein Projekt 29,6 % des Budgets, das für die Anträge per 30.9.18 ausgereicht wurde. All das ist in Leipzig möglich. Ein Korrektiv könnte der neue Stadtrat sein!

Doch ungeachtet dessen sind wir als Verein froh, dass sich fast 90 literaturkundige Menschen für unser Veranstaltungsprojekt 2019 ausgesprochen haben und es finanziell mit ihrer Spende unterstützen. Das hat den Zusammenhalt der Lyrikgesellschaft, die auch auf andere Art Ausgrenzung erfahren hat (Stichwort Festivalkongress FOKUS LYRIK in Frankfurt/Main), bestärkt.

Über die Zuwendung der Welt – Andreas Andrej Peters neuer Gedichtband Rum & Ähre

Andreas Andrej Peters, Rum & Ähre, Gedichte

  • Veröffentlicht: 01.02.2019 · Zuletzt aktualisiert: 20.02.2019

Empfehlung des Monats · Februar 2019
von Michel Ackermann

Vielleicht kann Lyrik uns das geben: eine sprachliche Zuwendung und Trost dort, wo sich Infotainment, Gossip und unbestellte Welterklärung letztlich im wortreich-bildhaften Luxus aufgenötigter Sprachlichkeit von uns abwendet, ja, uns gar gedemütigt und verletzt hinterlässt. Und wo sich eine häufige Desillusionierung von Politik und ihren Religionen letztlich ebenso von uns abwendet – weil wir als Einzelwesen nun mal nicht wichtig genug sind, ersetzbar und selbst als “very important person“ nicht in tieferem Sinnbezug von systemischem Interesse.


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