Poesiealbum neu »Was wir wollen. Gedichte«

  • Veröffentlicht: 16.01.2021 · Zuletzt aktualisiert: 16.01.2021

Ausschreibung für die Spätherbstausgabe 2021 der Zeitschrift »Poesiealbum neu« im 15. und letzten Erscheinungsjahr.

»Ein Wollen ist das unmittelbare Bewußtsein der Wirksamkeit einer unserer inneren Naturkräfte.«  Johann Gottlieb Fichte

Was wollen wir? Wir wollen unsere Meinung sagen und dafür Gehör finden. Wir wollen veröffentlichen. Wir wollen gelesen werden. Wir wollen Erfolg haben, Anerkennung, zu mindestens Aufmerksamkeit erzielen. Zunächst aber wollen wir raus aus der Pandemie und unsere Freiheit zurück. Wir wollen wieder ungezwungen Freunde treffen, Cafés, Restaurants und die Familie besuchen, ins Kino gehen, ins Theater, zu Lesungen und Konzerten, wollen Ausflüge und Reisen unternehmen, mit anderen Sport treiben, Zeit in Museen, Galerien und Bibliotheken verbringen. Und wir wollen endlich wieder Friseurgespräche. Wir wollen Netz und wir wollen WLAN.  Die (jungen) Eltern unter uns wollen nicht länger Schule und/oder Kindergarten ersetzen müssen und dem provisorischen Arbeitsplatz am Küchentisch entfliehen.

Wir wollen Schokolade und kein Übergewicht, wollen uns gesund ernähren und gesund bleiben. Wir wollen das Tierwohl achten und unsere Mutter Erde nicht vergiften. Selbstverständlich wollen wir mehr als ein Dach über dem Kopf, wir wollen Wohn-Raum und diesen so komfortabel wie möglich, aber am besten mit viel Wärmedämmung und wenig Ressourcenverbrauch. Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen nicht, dass jemand auf unserem Parkplatz steht. Wir wollen gleiche Bildungschancen für alle. Wir wollen, dass kein Mädchen zwangsverheiratet wird, wollen keine Kindersoldaten und keine Kinderarbeit. Wir wollen »Brot für die Welt« und werfen dennoch Lebensmittel weg. Wir wollen nicht, dass Flüchtlinge hungern und frieren. Aber wer von uns, will mit ihnen tauschen? Wir wollen noch zig andere Sachen, die nur wir kennen, »des Menschen Himmelreich«. »Wo ein Wille ist, da ist ein Weg«, heißt eine Redensart. »Der Weg ist das Ziel«, heißt eine andere. Ein Trost womöglich, dass nur selten wir es sind, die den Weg tatsächlich auch bestimmen.

Im Zeitraum 15. Januar bis 15. Mai 2021 (Poststempel) lädt die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. (GZL) Autorinnen und Autoren jeden Alters und unabhängig von der Art und Anzahl bisheriger Veröffentlichungen dazu ein, bis zu drei bislang unveröffentlichte Gedichte in deutscher Sprache zum Thema»Unser Willen, unser Wollen« in zweifacher Ausführung als Briefpost einzusenden.

Unaufgeforderte Zusendungen per E-Mail-Anhang werden nicht geöffnet. Das einzelne Gedicht sollte eine Länge von 35 Zeilen (inklusive Titel, Verfassername, Leerzeilen) nicht überschreiten und dem Layout unserer Zeitschrift entsprechen (Zeilenlänge beachten!).

Hinzuzufügen sind eine Kurz-Vita plus aktueller E-Mail-Adresse, die Erklärung, dass der kostenfreie Abdruck erlaubt wird, und die Zustimmung, dass die persönlichen Daten, die allein für den Zweck der Kommunikation und Registration Verwendung finden und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden, gespeichert und für eine Veröffentlichung (Ankündigung) auf unserer Webseite verwendet werden dürfen.

Verzichten Sie bitte auf Einsendungen per Einschreiben; wir haben nicht die Kapazität, diese vom Postamt abzuholen.

Die Rechte an den Gedichten bleiben beim Verfasser bzw. bei der Verfasserin.

Auf Wunsch senden wir gern ein Probeexemplar zum Kennenlernen unseres Mediums zu. Die bisherigen Themen sind hier zu finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Poesiealbum_neu

Die Preise liegen je nach Ausgabe zwischen 4,80 € und 8,70 € und werden auf Anfrage gern mitgeteilt. Bitte beachten Sie, dass nicht mehr alle Titel lieferbar sind.

Kommt ein Gedicht für die Veröffentlichung in Betracht, setzt sich das »Poesiealbum neu«-Team mit der Autorin/dem Autor in Verbindung. Rückfragen oder Stellungnahmen zu den Einsendungen können nicht beantwortet bzw. geleistet werden. Sobald der Drucksatz abgeschlossen ist (das wird im November sein), werden auf der Webseite der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik die Namen der Autorinnen und Autoren veröffentlicht, deren Text in die Ausgabe zum Themenkomplex »Unser Wille, unser Wollen« Aufnahme fand. Mit ihrer/seiner Beteiligung an der Ausschreibung stimmt die Einsenderin/der Einsender diesem Verfahren ausdrücklich zu.

Jeder Autorin, jeder Autor des Heftes erhält ein Freiexemplar und nimmt mit ihrem/seinem unveröffentlichten Gedicht an der Auswahl für den »Poesiealbum neu«-Preis 2022 teil, der das beste Gedicht des Jahrgangs 2021 prämiert und letztmalig vergeben wird.

Das vornehmlich als Lyrik-Zeitschrift in Erscheinung getretene »Poesiealbum neu« entstand in Anlehnung an das ursprüngliche »Poesiealbum« aus dem Verlag Neues Leben Berlin und veröffentlichte seit 2007 bisher 36 Ausgaben und Sonderausgaben und vereinigte damit rund 800 Autorinnen und Autoren bzw. Künstlerinnen und Künstler. Die 37. Ausgabe zum Thema »Auto-mobilität« ist derzeit in Arbeit und wird aller Voraussicht nach im Spätsommer 2021 erscheinen.

Die Erlaubnis, das etwa 40 Jahre zuvor entworfene Erscheinungsbild zu übernehmen, wurde der GZL vom Verlag Neues Leben 2006 erteilt. Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen fördert alljährlich drei Literaturzeitschriften jeweils in überwiegend 5-stelliger Höhe. Eine Förderung für Redaktion und Herstellung des »Poesiealbum neu« wurde von der Direktion generell abgelehnt. Bisherige Versuche, hier eine Änderung herbeizuführen, gingen ins Leere. Da wir in 14 Jahren weder die Landes-bibliotheken der Bundesländer bzw. die der deutschen Groß- und Universitätsstädte als Abonnenten gewinnen konnten und auch der Buchhandel in Deutschland für das »Poesiealbum neu« nur äußerst minimal als Kommissionär ermutigt werden konnte, blieb die Nachfrage vielfach weit unter den Erwartungen. Ein Weiter-so schließt sich somit aus. Da gute Gedichte kein Verfallsdatum haben und das Lyriklesen dem Lyrikschreiben vorausgehen sollte, wollen wir unser umfängliches Angebot offerieren und können hoffentlich März/April d.J. einen digitalen »Einkaufsladen« mit einem Bestell- und Bezahlsystem eröffnen. Verbindliche Bestellungen nehmen wir jedoch nach wie vor gern auch in herkömmlicher Weise per E-Mail entgegen, richten Sie diese bitte an: kontakt@lyrikgesellschaft.de

Postadresse: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V., Haus des Buches, Gerichtsweg 28, D-04103 Leipzig

Gedicht des Monats Januar 2021

  • Veröffentlicht: 01.01.2021 · Zuletzt aktualisiert: 31.12.2020

Ingrid Miller (*1961)
Dieses Zuhause

Monate sind vergangen
die Katze springt mir entgegen
als hätte ich eben
das Haus verlassen

kniehohes Gras
Löwenzahn im Garten
fischlos der Teich
trocken das Brunnenfroschmaul

die Fenster vorwurfsvoll
als hätte ich eine Wahl gehabt
auf der Treppe zerfallen Jahre zu Staub
noch immer mein Name am Türschild

kein Schlüssel erschließt mir Sinn
ich klingle. Stille
Splitter treffen mich
als du öffnest mit deinem Lächeln


Quelle: „In Familie“, Poesiealbum neu, Leipzig 2013
Poesiealbum neu - In Familie. Gedichte

Wir gratulieren unserem Mitglied Ingrid Miller zu ihrem 60. Geburtstag,
den sie in diesem Monat begeht.

Artenvielfalt – Ode an das Leben

  • Veröffentlicht: · Zuletzt aktualisiert: 31.12.2020

Empfehlung des Monats · Januar 2021
von Peter Schröder

Die mittlerweile seit vielen Jahren aktive Dichterin, Schriftstellerin und Verlegerin Franziska Röchter überraschte in der Vergangenheit immer wieder mit interessanten Publikationen, neben zahlreichen thematisch vielfältigen Buchveröffentlichungen anderer Autoren in ihrem chiliverlag machte sie zuletzt durch ihre im geest-Verlag 2015 erschienene Gedichtsammlung „am puls“ auf sich aufmerksam. Darüber hinaus ist Röchter bereits einige Male in der bekannten jährlichen Lyrik-Sammlung „Das Gedicht“ von Anton G. Leitner erschienen, auch in der aktuellen Ausgabe ist sie vertreten. Nun hat die Mutter und Lebenskünstlerin nachgelegt und einen weiteren Gedichtband mit dem Titel „Artenvielfalt“ herausgebracht, der ab November letzten Jahres erworben werden kann.  

„Artenvielfalt“ erscheint wie eine Lebensbejahung, wie eine Ode an das Leben schlechthin, das trotz aller Widrig- und Hässlichkeiten am Ende doch wertvoll und positiv anmutet. Der Untertitel des Gedichtbandes, der wohl auch als Widmung verstanden werden kann, lässt schon anklingen, dass Franziska Röchter hier eine besondere Inspirationsquelle als Grundlage genommen hat, um querbeet durch die Pflanzen- und Lebewesen-Welt die Schönheit der Natur und Schöpfung zu preisen. Ihrem bekannten Stil treu, geht es hier humorvoll bis augenzwinkernd-selbstironisch, aber durchaus fast immer mit einer gewissen Tiefe und unterschwelligen Traurigkeit zur Sache, ohne ins Kitschige oder Wehleidige abzurutschen. Röchter gelingt das, was vielen nicht gelingt: eine gewisse Leichtigkeit und Komik auszusenden und dieser am Ende doch eine melancholische und nachdenkliche Drehung zu verleihen. Die Gedichte lesen sich allesamt sehr gut und animieren zum lauten Mitlesen, eine unzweifelhafte Melodik und Musikalität findet sich in vielen Titeln wieder. Kurz gesagt: Die Gedichte haben vielfach Liedermacher-Potenzial. Einen bestimmten Favoriten hier herauszupicken fällt schwer, am besten überzeugt sich der interessierte Leser selbst davon. Auf 84 Seiten für 9,90 € (Softcover) oder zusätzlich als Hardcover ist die Neuerscheinung seit dem 30. November 2020 über die bekannten Verkaufsstellen zu haben. Es lohnt sich, vor allem um sich in diesen düsteren Zeiten mal zur Abwechslung ein Lächeln auf die Lippen zu malen.


Franziska Röchter, Artenvielfalt – Gedichte für ein besonderes Kind
November 2020, 84 Seiten, illustriert
Hardcover:  978-3-943292-87-9   Euro 18,00
Softcover:   978-3-943292-89-3   Euro  9,90
im chiliverlag

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