Die Sonderausgabe „Tugenden & Sünden“ mit dem gleichnamigen Hörbuch ist ab sofort lieferbar!

Tugenden & Sünden

Poesiealbum neu: Tugenden & Sünden Titelbild: Rosa Loy / © VG Bild-Kunst

  • Veröffentlicht: 07.01.2017 · Zuletzt aktualisiert: 30.10.2017

Posesiealbum neu, Ausgabe 2/2016, Edtion kunst & dichtung, Leipzig 2016,
68 S. plus Hörbuch,
Ladenpreis 12,80 €

Eine bis fast auf die letzte Sekunde gefüllte CD vereint 87 der 91 Gedichte der Printausgabe. Da das Projekt bekanntermaßen keine Landesförderung erfahren hat, konnten wir uns leider nicht für 120-140 Beiträge aus den über 1.000 Einsendungen entscheiden und auch das Hörbuch nicht wie erhofft in Form zweier Audio-CDs herstellen. Froh und dankbar sind wir, dass die aufgebrachten Spenden es uns überhaupt ermöglicht haben, ein Doppelheft UND eine CD herzustellen. Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern aus dem Jahre 2016 ganz herzlich; siehe dazu den entsprechenden Beitrag, der die Namen der Spenderinnen und Spender aufzeigt.
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In Leipzigs Apothekergärtchen

  • Veröffentlicht: 01.01.2017 · Zuletzt aktualisiert: 25.01.2017

Gedicht des Monats · Januar 2017

Christel Hartinger (1941-2016)

In Leipzigs Apothekergärtchen

Nigella sativa
Lilium candidum
Sium sisarum
Mentha spicata

Laurus nobilis
Lupinus luteus
Dianthus barbatus
Melissa officinalis

Iris germanica
Adonis vernalis
Pulsatilla vulgaris
Et Malva verticillata.


Quelle: Poesiealbum neu, Heft 1/2015: „O Freude. Leipzig im Gedicht“ (Doppelheft)

Wir trauern um unser langjähriges Vorstandsmitglied Dr. Christel Hartinger. Wenige Tage nach ihrem 75. Geburtstag ist Christel Hartinger am 20.12.2016 nach langer Krankheit, gegen die sie immer wieder aufbegehrte, verstorben.

Ergebnis der Ausschreibung „Tugenden & Sünden“

Tugenden & Sünden

Poesiealbum neu: Tugenden & Sünden Titelbild: Rosa Loy / © VG Bild-Kunst

  • Veröffentlicht: 02.12.2016 · Zuletzt aktualisiert: 12.12.2016

Über 1000 Texte von mehr als 250 Autorinnen und Autoren aus 6 Ländern

Dass in Sachsen die vier Literaturzeitschriften „Edit“, „Poet“, „Ostragehege“ und „SIGNUM“ alljährlich mit über 30.000 € gefördert werden, ist bemerkenswert und der Kulturstiftung des Freistaates hoch anzurechnen. Es ermöglicht den Zeitschriften in schöner Regelmäßigkeit eine stabile Existenz. Darüber steht wohl in den (nun nicht mehr ganz so) neuen Bundesländern nur noch das Land Berlin, das das aus der literaturWERKSTATT hervorgegangene „Haus für Poesie“ jährlich mit mehr als einer halben Million Euro finanziert.

Die genannten sächsischen Literaturzeitschriften bestehen um einiges länger, als das „Poesiealbum neu“, dessen erste Ausgabe Anfang 2007 erschien. Keine Frage, dass sich die Lyrikgesellschaft bei der Kulturstiftung Sachsen sozusagen „hinten“ anzustellen hat, will sie auch etwas vom Förderrahm abschöpfen. D.h. es gab bislang unsererseits gar nicht die Erwartung und dementsprechend auch nicht die Antragstellung, um wie die „Alt-Medien“ alljährlich an der Förderung teilzuhaben. Das wäre auch praktisch gar nicht möglich, da die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit keinem Geschäftsführer, Zeitschrifteninhaber oder Redaktionsmitglied im sächsischen Fachbeirat vertreten ist. Also haben wir bisher nur punktuell um Förderung ersucht, so bei der Herausgabe von Schülergedichten („Immer schneller“), Förderung der Übersetzer von Gedichten von Autorinnen und Autoren aus Leipzigs Partnerstädten („Gedichte von Welt“) sowie zur 1000-Jahrfeier der Messestadt („Leipzig im Gedicht“) und eben jüngst für „Tugenden & Sünden“. In jedem einzelnen Fall erhielten wir einen Ablehnungsbescheid. Einmal sogar im Vorhinein.
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Weiße Raben

  • Veröffentlicht: 01.12.2016 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2016

Gedicht des Monats · Dezember 2016

Ingo Cesaro (*1941)

Weiße  Raben

weiße Raben
sind ständig in der Luft

du könntest den Flügelschlag
verspüren
die Augen im Sonnenlicht
aufblitzen sehen
und den Schalk
aus ihren Schreien
heraushören

nur Sonntagskinder
haben wenig Chancen
nur einen einzigen
weißen Raben zu sehen

nur ihre Schatten
schwarze Rabenvögel
sind leicht
zu erkennen.


Quelle: Poesiealbum neu „Weißglut. Gedichte zu Farben“, herausgegeben von Ralph Grüneberger, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2014

Die spätere farbe

  • Veröffentlicht: 01.11.2016 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2016

Gedicht des Monats · November 2016

Andreas Reimann (*1946)

Die spätere farbe

September, september, und schwarzviolett
fruchtet der herbe holunder,
wuchern die muscheln an schrundigen buhnen,
dunkeln die trauben und pflaumen.

Und hörst du, das herbstliche heidekraut
knistert lila, und sicherlich
wiederholt die clematis
ihr schmetterlingsbrüten.

In gleicher farb‘
drängt aus dem boden der ritterling sich,
tuscht die bäuche der schwangeren wolken
im gedämmer das schwindende licht.

Schau, es haben die wasser
sanft aubergin sich versammelt zum see
in einer druse aus amethyst.

Und herbstzeitlose sind ausgestreut,
die alternden frauen, in allen parks.


Quelle: Poesiealbum neu „Weißglut. Gedichte zu Farben“, herausgegeben von Ralph Grüneberger, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2014

Herbstsommer

  • Veröffentlicht: 01.10.2016 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2016

Gedicht des Monats · Oktober 2016

Adel Karasholi (*1936)

Herbstsommer

Alle Vulkane sind erloschen
Alle Blumen verwelkt
Alle unsre Vögel verließen das Fenster
und flogen hin zu ihren neuen Nestern

Leg deinen Kopf Frau noch eine Weile
an meine Schulter
Deck mich zu mit deiner Zärtlichkeit
Zwei Kinder sind wir jetzt
auf einer Milchstraße
Stern faßt Stern bei der Hand
Gestade neigt sich sachte dem Meer
Veilchen saugt verlangend Veilchens Lippe
Unsere Leiber erblühen in Lebens Neige
noch einmal der Welt
wie Neugeborene

Dieses Lebens Herbst
sei uns ein milder Sommer


Quelle: Poesiealbum neu „In Familie. Gedichte“, herausgegeben von Ralph Grüneberger, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2013

„Tugenden & Sünden“, Poesiealbum neu, Nr. 22 – Ein Zwischenstand

  • Veröffentlicht: 30.09.2016 · Zuletzt aktualisiert: 05.10.2016

An dieser Stelle sollten eigentlich Ende September die Namen derer stehen, deren Einsendung bei der Auswahl für das Herbstheft 2016 Berücksichtigung gefunden haben.
Aber niemand von uns hat mit einem derartigen Zuspruch für unsere Ausschreibung gerechnet; ein Thema, an dem sich mehr als 250 Autorinnen und Autoren aus 6 Ländern beteiligt haben. Über 1.000 Texte liegen vor und wollen gesichtet und bewertet werden. Das will niemand mit Verantwortung im 5-Minutentakt tun.
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Kriegskind gewesen

  • Veröffentlicht: 01.09.2016 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2016

Gedicht des Monats · September 2016

Johanna Anderka (*1933)

Kriegskind gewesen
vieles erfahren
nur manches gelernt
zu wenig vermittelt

Schlupfwinkel gesucht
Schlafliedern vertraut
Vergessen gefunden
im Wohlergehen

Kriegsgreis geworden
unversehrt
vom Gestern erreicht
dem alten Schatten


Quelle: Poesiealbum neu „Gegen den Krieg. Gedichte & Appelle“, herausgegeben von Ralph Grüneberger, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2013

STEIN

  • Veröffentlicht: 01.08.2016 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2016

Gedicht des Monats · August 2016

Fred Kahl (*1951)

STEIN

der stein
auf dem kalten grund
des sees
erinnert sich
oder träumt
dass die ungeübte hand des knaben
ihn über den wasserspiegel
zu katapultieren suchte

dann das versinken
wie sonst
käme er hierher

die bruderschaft
der sonnendurchwärmten kiesel am ufer
weiß nicht mehr von ihm

seit aber im sprung
alles steinerne von ihm ab
fiel
kennt er
eine art von anmut
die den anderen verborgen bleibt

das ist ihm genug


Quelle: Poesiealbum neu „Alles fließt. Gedichte zur Bewegung“, herausgegeben von Ralph Grüneberger, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2015

Ich suche das Grün

  • Veröffentlicht: 01.07.2016 · Zuletzt aktualisiert: 01.07.2016

Gedicht des Monats · Juli 2016

Ralph Grüneberger (*1951)

Ich suche das Grün

Ich suche das Grün
Deiner Augen und halte
Eine Flasche ins Licht.

Der winterkühne Spross
Eines Baumes
Neigt sich mir zu
Doch kann auch er für das Grün
Deiner Augen nicht taugen.

Auch der Vogel auf dem Wasser
Hat es nicht, obgleich
Er das Kleid dreier
Regenbogen trägt.

Ich stehe auf der Brücke
Und denke dein
Gesicht auf den Fluss:
Rauschgrüne Augen.


Quelle: Poesiealbum neu „Weißglut. Gedichte zu Farben“, herausgegeben von Ralph Grüneberger, Edition kunst & dichtung, Leipzig 2014
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