gegen den strom – Schriftsteller und der Prager Frühling in Leipzig

Leipzig

26.06.2018
18:00 - 20:00

gegen den strom – Schriftsteller und der Prager Frühling in Leipzig

Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden,
Dresden, Bautzner Straße 112 a

Die Ausstellung „gegen den strom“ widmet sich einem literaturgeschichtlichen Ereignis der DDR-Geschichte: der illegalen Lesung auf dem Leipziger Elsterstausee im Juni 1968. Der Lyriker Siegmar Faust, bereits in den 1960er Jahren im Fokus der staatlichen Repression und von zwei Leipziger Hochschulen exmatrikuliert worden, organisierte im Sommer 1968 – als Motorbootsfahrergehilfe – gemeinsam mit Andreas Reimann eine illegale Lesung auf einem Fahrgastschiff; etwa 30 Personen hörten und rezitierten Lyrik, unter ihnen Wolfgang Hilbig, Gert Neumann und Bernd-Lutz Lange. Durch einen Informanten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR wurde die Veranstaltung als „Riverboat-Lesung“ dokumentiert. Es folgten Verhöre und „Bewährungen in der Produktion“ sowie für den Organisator die Ausweisung aus der Stadt Leipzig.

Der Vorsitzende der in Leipzig ansässigen internationalen Lyrikgesellschaft, Ralph Grüneberger, konzipierte vor mehr als zehn Jahren eine Ausstellung in Form von 16 Wandbildern, die die Ereignisse und Personen dieser Lesung umfassend vorstellt. Die Ausstellung wurde bislang an zahlreichen Orten in ganz Deutschland präsentiert und zählt inzwischen mehr als 30.000 Besucher. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der mit dem Historikerpreis der Krostitzer Brauerei ausgezeichnet wurde. Exemplare des Katalogs können direkt bei der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik zum Preis von 10 € (plus Versandkosten) bestellt werden.

Der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Dikatur, Lutz Rathenow, wird die erstmals in Dresden gezeigte Ausstellung eröffnen. Im Anschluss gibt es den Dokumentarfilm „In jenem beharrlichen Sommer …“ von Ralph Grüneberger und Gerhard Pötzsch zu sehen, der 2007 mit Förderung durch die Sächsische Landesmedienanstalt und die Stiftung Aufarbeitung entstand. Im Gespräch mit Siegmar Faust wird dem Ereignis, das auf den Tag genau vor 50 Jahren stattfand und das MfS auf den Plan rief, gedacht.

Veranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Kooperation mit der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Eintritt zur Ausstellungseröffnung sowie zu Film und Gespräch frei

Foto: Tarik Shah

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ZWIE SPRACHE: Wir sagen uns Dunkles

12.04.2018
19:30 - 21:00

ZWIE SPRACHE: Wir sagen uns Dunkles

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

Eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan

Zu Gast sind der Berliner Literaturkritiker Helmut Böttiger mit seinem Buch „Wir sagen uns Dunkles“, erschienen in der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart 2017, und der Leipziger Schauspieler und Sprecher Axel Thielmann

Begrüßung: Ralph Grüneberger

„Bachmann und Celan haben sich zufällig getroffen auf einem Seminar über Literaturkritik im Oktober 1957. Sie hatten sich fünf Jahre lang nicht mehr gesehen, nicht mehr geschrieben, die Beziehung war abgebrochen, und was dann da stattfand, als sie sich sahen in Wuppertal, das ist ganz schwer zu beschreiben. Also, Coup de foudre ist noch eine Untertreibung. Und Celan schreibt dann anschließend jeden Tag glühende Liebesbriefe an Bachmann. Man kennt ihn so gar nicht, das ist die einzige Situation, wo Celan wirklich vollkommen aus sich herausgeht, von sich selber absieht und Bachmann mit Liebesbriefen überhäuft.“

aus: Helmut Böttiger im Gespräch mit Frank Meyer (Deutschlandfunk Kultur am 1. September 2017)

Helmut Böttiger, geboren 1956, ist einer der renommiertesten Literaturkritiker des Landes. Nach Studium und Promotion war er als Literaturredakteur u.a. bei der »Frankfurter Rundschau« tätig. Seit 2002 lebt er als freier Autor und Kritiker in Berlin und veröffentlichte u.a. »Nach den Utopien. Eine Geschichte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« (2004) und »Celan am Meer« (2006). Er war Kurator der Ausstellung »Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland« (2009) und Verfasser des Begleitbuchs. 1996 erhielt er den Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik, 2012 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Für sein zuletzt veröffentlichtes Buch »Die Gruppe 47« wurde er mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2013 ausgezeichnet.

Axel Thielmann spricht Gedichte von Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

Eintritt: 4 € / ermäßigt 3 €

Büchertisch: Angeboten werden an dem Abend die Titel „Wir sagen uns Dunkles“ (22 €) und „Die Gruppe 47“ (15 €) von Helmut Böttiger. Reservierungen signierter Exemplare für GZL-Mitglieder, die nicht zur Veranstaltung kommen können, möglich. Einfach E-Mail an lyrikgesellschaft@web.de

Gemeinschaftsveranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik mit dem Kuratorium Haus des Buches, gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig

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Von Glück und Glücksklee. Das „Poesiealbum neu“ im 12. Jahrgang

17.03.2018
18:00 - 19:00

Von Glück und Glücksklee. Das "Poesiealbum neu" im 12. Jahrgang

Gohliser Schlößchen,
Leipzig, Menckestr. 23

Präsentation der Ausgaben des „Poesiealbum neu“ mit den Titeln „Steinbrech“ und „Vom Glück“ mit

Patricia Falkenburg, Joachim Gräber, Stefan Kabisch, Manfred Klenk, Eva Lehmann-Lilienthal, Andreas Reimann, Maren Schönfeld und Heidrun Stödtler

Musik: Wolfgang Schönfeld

Moderation: Ralph Grüneberger

Vergabe des „Poesiealbum neu-Preises 2018″ für das besten Gedicht aus rd. 200 des Jahrgangs 2017
Laudatio: Klaus Pankow

Wir begrüßen außerdem als Ehrengast Roberto Vallilengua aus Wien, der bei unserem Gedichtfilm-Wettbewerb „Tugenden & Sünden“ den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat.

Eintritt frei / Einlass ab 17.50 Uhr

Büchertisch der GZL mit den neuen Ausgaben

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Termine der Lyrikgesellschaft während der Leipziger Buchmesse

16.03.2018 - 18.03.2018
20:00 - 14:30

Termine der Lyrikgesellschaft während der Leipziger Buchmesse

„Leipzig liest“ – das heißt auch, dass Mitglieder der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik das Lesefest mitgestalten.

Am Freitag, dem 16. März, um 20 Uhr, stellen wir in der Buchhandlung „Südvorstadt“, Karl-Liebknecht-Str. 126, Leipzig-Lieder und -Gedichte vor.

Vorgestellt wird das „Leipziger Liederbuch“ am Tage darauf, am Samstag, dem 17. März, um 19.30 Uhr, in der Leipziger Filiale Hugendubel in der Petersstaße 10.

Das gilt auch für den nächsten Tag, den 18. März, den Buchmesse-Sonntag. Im Seniorenbüro Inge und Walter, Eisenbahnstraße 66, beginnt die Vorstellung des „Leipziger Liederbuch[s] um 14.30 Uhr.

Höhepunkt der vier Lesetermine der Lyrikgesellschaft ist und bleibt jedoch die Veranstaltung im Rahmen von „Lyrik im Schlösschen“, die nunmehr zum 12. Mal an einem Buchmesse-Samstag zur Präsentation der Zeitschrift „Poesiealbum neu einlädt. Beginn ist hier 18.oo Uhr /Einlaß ab 17.50 Uhr (pünktlicher Beginn!).

Der Eintritt ist zu allen vier Veranstaltungen frei.

Foto: Helga Schulze-Brinkop / © Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V.

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Mit Mick Jagger in Plagwitz. Leipzig-Lieder und -Gedichte

Mit Mick Jagger in Plagwitz - Cover

Mit Mick Jagger in Plagwitz - Cover

16.03.2018
20:00

Mit Mick Jagger in Plagwitz. Leipzig-Lieder und -Gedichte

Buchhandlung Südvorstadt,
Leipzig, Karl-Liebknecht-Str. 126

Lesung und Lieder aus den Büchern „Mit Mick Jagger in Plagwitz. Leipzig-Gedichte“ und „Leipziger Liederbuch“

mit

Anna Fey (Gesang)

Ralph Grüneberger (Gedichte, Liedtexte und Lesung)

Walter Thomas Heyn (Kompositionen und Gitarre)

Thomas Schinköth (Einführung)

René Schulze (Klarinette)

Einlass ab 19.45 Uhr

Eintritt frei

Stimmen zum „Leipziger Liederbuch“:

Die erste Version des Leipziger Liederbuches rief Mitte der 1980er Jahre die Zensurbehörden der DDR auf den Plan. Von „sterbenden Dörfern“ zu schreiben, einem „Leben zwischen Abraum und Zeit“, von „grauer Haut“ und verrauchtem „Gelb unterm Blau“ passte nicht ins offizielle Bild. Erst nach Veränderungen durfte 1987 die Premiere stattfinden. Nach einer weiteren Teilaufführung wurde es still um den Zyklus. Ende 2017 erklang das Leipziger Liederbuch in einer erweiterten Fassung, die bis in die Gegenwart führt. Zudem sind die Texte als Buch erschienen, nebst zwei CDs, Notenbildern und dokumentarischen Essays. Entstanden ist dabei ein leidenschaftliches Bild der Stadt und ihrer Menschen, mit vielen Zwischentönen, darunter vom Leben im Leipziger Osten damals und heute.
Thomas Schinköth

Dass das nun erschienene „neue“ Leipziger Liederbuch durchaus auch als ein Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verstanden werden kann, wird bereits durch die Dankesworte im Eingang vermittelt. Im abermals abgedruckten Vorwort der Originalausgabe von 1987 erfahren wir von den beiden Leipziger Autoren Ralph Grüneberger (Text) und Thomas Heyn (Musik), dass die kontrastreichen musikalischen Stilmittel […] dem Text in seiner Gesamtaussage schlussendlich untergeordnet seien, aber diese unterstreichen sollen.
Franziska Röchter

So erhält diese Sammlung von Texten und musikalischen Umrahmungen eine weit über das Nur-Künstlerische hinausgehende Bedeutung. Sie grenzt an Politik  ebenso wie an die Darstellung pseudophilosophischer Grundzüge der DDR und ihrer Auswirkungen auf konkret poetisches und damit nicht nur allgemein-artifizielles Schaffen. Und rührt damit zugleich an die Existenz des Individuums in jener vergangenen diktatorisch agierenden Gesellschaft.
Walter Neumann

30 Jahre später haben beide nun die Chance ergriffen, die Texte noch einmal hervorzuholen, einige auch komplett umzuschreiben, damit auch hörbar wird, dass Leipzig sich verändert hat. Und wie es sich verändert hat. Das neu eingespielte Programm kann man auf der zweiten beigelegten CD anhören. Und natürlich sind auch alle Texte im Buch nachlesbar, ergänzt um weitere Leipzig-Gedichte, in denen sich Grüneberger mit den Wunden seiner Stadt auseinandersetzt, eine Musikrezension von 1987 und natürlich den Essay „Gelebte Zensur“, in dem Grüneberger die ganze Vor- und Nachgeschichte erzählt. Ein Text, der auch spürbar macht, wie frustrierend die permanenten Eingriffe der Mächtigen waren.
Ralf Julke

So entsteht vor unserem inneren Auge noch einmal das Bild des kohlschwarzen, stinkenden, maroden Vorwende-Leipzig: „Die alten zerwohnten Häuser / Krümmen sich hier unterm Rauch / Sie tragen die Himmel seit Kaiser / Kriegsnarben im Mauerwerk auch.“ Das „Leipziger Liederbuch“ lädt ein zu einer Reise in eine Zeit, die nach Jahren gar nicht so weit entfernt liegt und doch hochgradig vergangen und fast schon unwirklich erscheint.
Olaf Schmidt

Dieses „Leipziger Liederbuch“ – halb 80er, halb Gegenwart – ist mit seinen zwei CDs gewissermaßen ein lyrisch-musikalisch-historisches Dokument. […] Damals […] fanden Gedichte und Lieder dieser Art besondere Aufmerksamkeit.[ …] 30 Jahre später sind es andere Wunden, andere Gewalten. Die Zeilen von heute betrachten Straßen im Leipziger Osten, begrüßen „Bienen in Eutritzsch“, wenden sich an einen Fußballgott. Damals wie heute ist Grünebergers Blick auf seine Stadt zugeneigt und desillusioniert.
Janina Fleischer

Hörbeispiele aus dem „Leipziger Liederbuch“

https://www.annafeysopran.de/h%C3%B6rbeispiele/

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„In jenem beharrlichen Sommer …“, Dokfilm, Lesung und Finissage

01.03.2018
19:00 - 20:30

„In jenem beharrlichen Sommer ...“, Dokfilm, Lesung und Finissage

Stadtbibliothek Leipzig,
Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11

Auftakt

Würdigung der GZL: Dr. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin

Teil 1

„Vom Glück“, Vorstellung der 25. regulären Ausgabe der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ mit Steffi Böttger und Ralph Grüneberger

Teil 2

„In jenem beharrlichen Sommer …“ Dokumentarfilm von Ralph Grüneberger und Gerhard Pötzsch, in welchem Siegmar Faust, Gert Neumann und Andreas Reimann zu Wort kommen. Die Genannten waren seinerzeit aktive oder passive Teilnehmer der sogenannten „Riverboat-Lyriklesung“ (ein Terminus des Inoffiziellen Mitarbeiters des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR). Zu sehen sind Bilder vom seinerzeit zum Verkauf stehenden Grundstück in Meuselwitz, auf dem Wolfgang Hilbigs Geburtshaus stand.

Rahmen

An dem Abend werden als Besonderheit (überwiegend handsignierte) Bücher der Autorinnen und Autoren, die in ihrer Jugend Teilnehmer dieser Lesung auf dem Elsterstausee waren, zum Kauf angeboten.

Liste: Buechertisch-Finissage.pdf Stand: 27.2.2018

Nach der Filmvorführung stellen sich die Autoren des 2006/7 entstandenen Films gern den Fragen des Publikums und berichten über die Arbeit an der Dokumentation, die 2003 mit dem von MDR und RBB ausgestrahlten Feature „Das Sächsische Meer. Leipziger Schriftsteller und der Prager Frühling“ begann und mit der Wanderausstellung „gegen den strom“, die im Anschluss an die Ausstellung in Leipzig im Juni/Juli 2018 in Dresden gezeigt wird,  fortgeführt wurde.

Dank einer Spende von Bernd-Lutz Lange ist es uns möglich, die Linzenzgebühr für das in den Film integrierte 3-minütige historische Filmmaterial zu entrichten, ohne für die Vorführung selbst Eintritt verlangen zu müssen.

https://www.jugendopposition.de/chronik/145547/chronik-des-jahres-1968?_y=1968&_m=06&nid=146542#nid-146542

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„FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“ – Ausstellungseröffnung

08.12.2017
17:30 - 19:00

„FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“ - Ausstellungseröffnung

Stadtbibliothek Leipzig,
Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11

„FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“- 8. Dezember 2017 bis 3. März 2018

Grußwort: Dr. Skadi Jennicke, Kulturbürgermeisterin

Einführung: Ralph Grüneberger

Gesprächsrunde mit Siegmar Faust, Lutz Rathenow u. Andreas Reimann

Moderation: Stefan Kabisch

 

Die Stauseelesung 1968

 Im Sommer 1968 initiierte der Bootsfahrergehilfe Siegmar Faust eine Lesung auf dem Leipziger Elsterstausee. Die Lesung in den Abendstunden des 26. Juni war nicht angemeldet und verstieß damit bereits gegen die Rechtsauffassung der DDR. Zu den etwa 30 Teilnehmern bzw. Gästen der Lesung gehörten Gert Neumann, Andreas Reimann, Heidemarie Härtl, Bernd-Lutz Lange, Dietrich Gnüchtel. Faust eröffnete die Lesung mit Auszügen aus dem Parteiprogramm der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Gelesen wurden danach poetische Texte der Teilnehmer Kristian Pech, Siegmar Faust und Friederike Techel. Erstmals trug auch Wolfgang Hilbig, außerhalb des Zirkels schreibender Arbeiter „Heinz Rusch“, Gedichte von sich vor.

Über die Lesung an Bord der MS „Immer bereit“ berichtete der Informant der Staatssicherheit (IM „Kretschmar“), der allerdings nicht anwesend war und die Veranstaltung im Nachhinein protokollierte. Mit der unterschiedlichen Einschätzung der Folgen diese Lyrik-Lesung  befasst sich der Dokumentarfilm „In jenem beharrlichen Sommer …“ von Ralph Grüneberger und Gerhard Pötzsch, der am 1. März 2018 um 19 Uhr in der Stadtbibliothek gezeigt wird.

Die Lesenden von 1968, das „Poesiealbum“ aus dem Verlag Neues Leben, das „Poesiealbum neu“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

Die FÜNFZIG bezieht sich zum einen auf die Lesung an Bord des Motorschiffes „Immer bereit“. Die FÜNFZIG bezieht sich aber auch gleichermaßen auf das ab 1967 monatliche  Erscheinen von nationaler wie internationaler „Lyrik im Westentaschenformat“ namens „Poesiealbum“, deren erste Nummer Bertolt Brecht galt. 1990 musste der Verlag Neues Leben die Veröffentlichung der Reihe aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. 17 Jahre später bewirkte Bernd Jentzsch, ermuntert von dem Bestreben der Lyrikgesellschaft, die Fortsetzung der Reihe im Märkischen Verlag Wilhelmshorst.

Die FÜNFUNDZWANZIG wiederum bezieht sich auf die von Gerhard Oberlin vor 25 Jahren in Tübingen gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, deren Schirmherrschaft Karl Krolow übernommen hatte und die ihren Sitz Ende 1996 nach Leipzig verlegte, nachdem Ralph Grüneberger im Oktober zum Ersten Vorsitzenden gewählt worden war.

Die FÜNFUNDZWANZIG bezieht sich außerdem auf die von Ralph Grüneberger 2005/2006 initiierte Wiederbelebung des „Poesiealbum[s]“, deren 1. Ausgabe als „Poesiealbum neu“ im Frühjahr 2007 erschienen ist und vornehmlich Gedichte von Ehrenmitgliedern der Lyrikgesellschaft vereinte. Indessen liegen 24 Ausgaben,  2 Sonderausgaben, 3 Hörbücher sowie 2 DVDs mit Poetry Clips nach Gedichten aus dem „Poesiealbum neu“ vor. Und die Nummer 25 mit Gedichten zum Thema „Glück“, die im März 2018 erscheinen wird, ist in Vorbereitung, desgleichen eine DVD mit Gedichtfilmen zu der Ausgabe „Tugenden & Sünden“ des „Poesiealbum neu“.

Dass sowohl Siegmar Faust, Wolfgang Hilbig, Bernd-Lutz Lange und Andreas Reimann Autoren der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ sind, lässt auf schöne Weise ein Bindeglied zwischen FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG entstehen.

Weiterlesen: „FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“ - Ausstellungseröffnung

Ausstellung

foto: kühn „leipzig-knauthain / stausee“ Quelle: Pro Leipzig

08.12.2017 - 03.03.2018
0:00

Ausstellung

Stadtbibliothek Leipzig,
Leipzig, Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11

„FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG“- 8. Dezember 2017 bis 3. März 2018

Die Stauseelesung 1968

Im Sommer 1968 initiierte der Bootsfahrergehilfe Siegmar Faust eine Lesung auf dem Leipziger Elsterstausee. Die Lesung in den Abendstunden des 26. Juni war nicht angemeldet und verstieß damit bereits gegen die Rechtsauffassung der DDR. Zu den etwa 30 Teilnehmern bzw. Gästen der Lesung gehörten Gert Neumann, Andreas Reimann, Heidemarie Härtl, Bernd-Lutz Lange, Dietrich Gnüchtel. Faust eröffnete die Lesung mit Auszügen aus dem Parteiprogramm der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei. Gelesen wurden danach poetische Texte der Teilnehmer Kristian Pech, Siegmar Faust und Friederike Techel. Erstmals trug auch Wolfgang Hilbig, außerhalb des Zirkels schreibender Arbeiter „Heinz Rusch“, Gedichte von sich vor.

Über die Lesung an Bord der MS „Immer bereit“ berichtete der Informant der Staatssicherheit (IM „Kretschmar“), der allerdings nicht anwesend war und die Veranstaltung im Nachhinein protokollierte. Mit der unterschiedlichen Einschätzung der Folgen diese Lyrik-Lesung  befasst sich der Dokumentarfilm „In jenem beharrlichen Sommer …“ von Ralph Grüneberger und Gerhard Pötzsch, der am 1. März 2018 um 19 Uhr in der Stadtbibliothek gezeigt wird.

Die Lesenden von 1968, das „Poesiealbum“ aus dem Verlag Neues Leben, das „Poesiealbum neu“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

Die FÜNFZIG bezieht sich zum einen auf die Lesung an Bord des Motorschiffes „Immer bereit“. Die FÜNFZIG bezieht sich aber auch gleichermaßen auf das ab 1967 monatliche  Erscheinen von nationaler wie internationaler „Lyrik im Westentaschenformat“ namens „Poesiealbum“, deren erste Nummer Bertolt Brecht galt. 1990 musste der Verlag Neues Leben die Veröffentlichung der Reihe aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. 17 Jahre später bewirkte Bernd Jentzsch, ermuntert von dem Bestreben der Lyrikgesellschaft, die Fortsetzung der Reihe im Märkischen Verlag Wilhelmshorst.

Die FÜNFUNDZWANZIG wiederum bezieht sich auf die von Gerhard Oberlin vor 25 Jahren in Tübingen gegründete Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik, deren Schirmherrschaft Karl Krolow übernommen hatte und die ihren Sitz Ende 1996 nach Leipzig verlegte, nachdem Ralph Grüneberger im Oktober zum Ersten Vorsitzenden gewählt worden war.

Die FÜNFUNDZWANZIG bezieht sich außerdem auf die von Ralph Grüneberger 2005/2006 initiierte Wiederbelebung des „Poesiealbum[s]“, deren 1. Ausgabe als „Poesiealbum neu“ im Frühjahr 2007 erschienen ist und vornehmlich Gedichte von Ehrenmitgliedern der Lyrikgesellschaft vereinte. Indessen liegen 24 Ausgaben,  2 Sonderausgaben, 3 Hörbücher sowie 2 DVDs mit Poetry Clips nach Gedichten aus dem „Poesiealbum neu“ vor. Und die Nummer 25 mit Gedichten zum Thema „Glück“, die im März 2018 erscheinen wird, ist in Vorbereitung, desgleichen eine DVD mit Gedichtfilmen zu der Ausgabe „Tugenden & Sünden“ des „Poesiealbum neu“.

Dass sowohl Siegmar Faust, Wolfgang Hilbig, Bernd-Lutz Lange und Andreas Reimann Autoren der Zeitschrift „Poesiealbum neu“ sind, lässt auf schöne Weise ein Bindeglied zwischen FÜNFZIG/FÜNFUNDZWANZIG entstehen und findet für die bereits 2008 (26.6. – 22.11.) im selben Haus gezeigte Exposition einen neuen Aspekt.

Die Ausstellung befindet sich im Foyer in der 1. Etage.

https://www.jugendopposition.de/chronik/145547/chronik-des-jahres-1968?_y=1968&_m=06&nid=146542#nid-146542

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Verfilmte Gedichte zu des Menschen Tugenden & Sünden

Tugenden & Sünden

Poesiealbum neu: Tugenden & Sünden Titelbild: Rosa Loy / © VG Bild-Kunst

27.11.2017
17:00

Verfilmte Gedichte zu des Menschen Tugenden & Sünden

DOMFORUM,
Köln, Domkloster 3

Nur wenige Tage nach der Auszeichnungsveranstaltung in Leipzig werden im
DOMFORUM Köln am 27. November 2017, 17.00 Uhr, preisgekrönte Gedichtfilme aus dem
Wettbewerb „Tugenden & Sünden“ der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik (GZL) gezeigt.
Zu den Einsender(inne)n des Wettbewerbs gehört die Künstlerin Beate Gördes aus Köln,
sie hat ein Gedicht der Kölner Autorin Christine Graf zum Ausgangspunkt
ihres Poetry Clips gewählt. Die gleichfalls in Köln ansässige Künstlerin Ria Gerth beteiligte
sich an dem Filmwettbewerb mit der Umsetzung des Themas „Schlangenbiß“ des Autors Peter Reik.

Insgesamt meldeten sich Videokünstler aus 6 Ländern für den den 3. Gedichtfilm-Wettbewerb
der Internationalen Lyrikgesellschaft an. Am 24.November 2017 werden die Preisträgerfilme
öffentlich bekannt gegeben und kurz darauf in der Medienstadt Köln vom
Initiator des Wettbewerbs, dem Vorsitzenden der GZL Ralph Grüneberger, präsentiert.

Eintritt frei / Einlass ab 16.45 Uhr

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Tugenden & Sünden / Poetry Clips + AUKTION

23.11.2017
18:00 - 21:00

Tugenden & Sünden / Poetry Clips + AUKTION

Literaturhaus Leipzig, Haus des Buches,
Leipzig, Gerichtsweg 28

ABEND DER GROSSEN NAMEN: Autographen von 5 Literatur-Nobelpreisträgern!

Hermann Hesse, Günter Grass, Herta Müller, Tomas Tranströmer und Bob Dylan

Besichtigung und Ausgabe von Bieterkarten ab 18 Uhr

Vorführung von ausgewählten Gedichtfilmen ab 19 Uhr

Versteigerung ab 19.30 Uhr

25 Jahre Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Zugunsten unserer Gedichtfilm-Projekte bieten wir Kunstobjekte und Autographen zur Versteigerung sowie auf einem Büchertisch signierte Bücher bzw. Kunstbände von hochkarätigen Autorinnen und Autoren bzw. bekannten Künstlerinnen und Künstlern an. Zu ihnen zählen Volker Braun, Peter Härtling, Wolfgang Hilbig, Hennig Mankel, Sarah Kirsch, Karl Krolow, Rosa Loy, Marcel Reich-Ranicki, Wolfdietrich Schnurre, Klaus Staeck, Eva Strittmatter, Roy Stuart, Norbert Wagenbrett und Martin Walser.

Aufgerufen werden zum einen hochwertige gerahmte Drucke von Marc Chagall, George Grosz, A.R. Penck, Pablo Picasso, Holzschnitte von Conrad Felixmüller, Erich Heckel, Kurt Mühlenhaupt und Emil Nolde sowie zum anderen Autographen von Durs Grünbein, Ulla Hahn, Günter Kunert, Reiner Kunze, Bernd-Lutz Lange/Tom Pauls, Neo Rauch, Helmut Richter und Jan Wagner, desgleichen originalgrafische handsignierte Kunstwerke von Manfred Degenhardt, Sighard Gille, Robert Hartmann, Rainer Herold, Karl Oppermann, Jörg Villmov sowie das Gemälde „Blaue Nacht“ von Angelika Rochhausen. Spezielle Konvolute, die wir zusammengestellt haben, bieten zudem einige Überraschungen.

Die Angebote stellen wir 7 Tage vor der Auktion als PDF zum Download bereit. Ferngebote richten Sie bitte mit Angabe Ihres Namens, Ihrer Anschrift, E-Mail-Adresse und Ihrer Telefonnummer bis spätestens 23.11.17 (11 Uhr) an lyrikgesellschaft@web.de

Herzlich gedankt sei allen Künstlerinnen und Künstlern, Autorinnen und Autoren, welche uns sowohl bei der 1. Auktion im Februar, bei dieser 2. Auktion am 23. November 2017 und bei der für den Sommer 2018 geplanten 3. Auktion mit ihren Kunstspenden, Katalogen und Autographen unterstützt haben bzw. das noch tun wollen.

Bücher zum Kauf: Angebot_Bücher 23.11.17

Kunst zum Ersteigern: Auktionsobjekte23111_Liste1-

Handgeschriebene Gedichte und signierte Bücher gegen Gebot: Autographen und Lyrik gegen Gebot_Liste2

Bitte beachten Sie unsere Versteigerungsbedingungen; hier zum Download: Versteigerungsbedingungen der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

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Förderer und Partner

Förderer


Kulturamt
der Stadt Leipzig

Kuratorium Haus des Buches e.V.

Partner

Bührnheims
Literatursalon
Die Gesellschaft für
zeitgenössische Lyrik e.V.
ist seit 1995 Mitglied in der
1986 gegründeten
Arbeitsgemeinschaft
literarischer
Gesellschaften und
Gedenkstätten e.V.